Screening, Vortrag und Diskussion: Jochen Hick, Andreas Brunner und Christina Wieder: „Queer Exile Berlin“ – Queer Exile Wien?, 20.01.2025, Wien

Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung (öge), QWien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte und Österreichische Exilbibliothek (Web)

Zeit: Mo, 20.01.2025, ab 16.00 Uhr
Ort: Admiral Kino und Literaturhaus Wien

Programm

  • 16.00 Uhr: Dokumentarfilm: „Queer Exile Berlin“ von Jochen Hick
  • 18.30 Uhr: Vortrag: Andreas Brunner: Erica Anderson und ihre queeren Netzwerke im Exil
  • 19.15 Uhr: Gespräch: Christina Wieder mit Jochen Hick und Andreas Brunner

Österreichpremiere: Queer Exile Berlin: Dokumentarfilm von Jochen Hick
D 2023 (104 Minuten), Filmverleih missingFILMs (Berlin); Tickets (Web)
16.00 Uhr, Admiral Kino, Burgg. 119, 1070 Wien

Queere Menschen aus aller Welt haben Berlin zu dem gemacht, was es heute ist. Viele verlassen ihre Heimat, weil sie es wollen, andere, weil sie müssen. Das queere Universum Berlins, einer Stadt im ständigen Wandel, spiegelt diese Bewegungen der Welt wider. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Spektrum der Identitäten erweitert. Heute sind schwul und lesbisch nur zwei Begriffe unter vielen.
Die Dokumentation begleitet sechs Menschen unterschiedlichster Herkunft und Identität, die Berlin als ihre Stadt gewählt haben und hier ihre Identitäten leben und auch politisch aktiv sind. Ihre aktuellen politischen Kämpfe und Diskussionen lassen sich auf Hetero- und Queer-Communitys in der ganzen Welt übertragen. Der Film verwebt die persönlichen Geschichten und Ambitionen der queeren Protagonisten mit historischen Ereignissen und aktuellen Themen. Das Ergebnis ist ein Porträt Berlins als immerwährendem Sehnsuchtsort und als Herausforderung für alle, die dort landen.

Vortrag: Andreas Brunner: Erica Anderson und ihre queeren Netzwerke im Exil
18.30 Uhr, Literaturhaus Wien, Seideng. 13, 1070 Wien

Andreas Brunner spricht über die Flucht queerer Menschen aus dem nationalsozialistischen Österreich und die schwierige Quellenlage zu diesem Forschungsfeld. Exemplarisch rekonstruiert er die Geschichte der Fotografin und Filmemacherin Erica Anderson (1914–1976) und deren queeren Netzwerken im Exil. Als Erika Kellner in Wien geboren, wurde sie bei ihrer Flucht von einem Netzwerk lesbischer Freundinnen, zu dem auch die Schweizer Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach gehörte, unterstützt. Nach einer Zweckheirat in England konnte sie als Erica Anderson in die USA einreisen, wo sie als Dokumentarfilmerin erneut auf die Zusammenarbeit mit queeren Freund:innen und Künstler:innen setzen konnte.

Begrüßung: Veronika Zwerger (Österreichische Exilbibliothek) und Gabriele Anderl (öge)

Podiumsdiskussion: „Queer Exile Berlin“ – Queer Exile Wien?: Andreas Brunner, Jochen Hick, Moderation: Christina Wieder
19.15 Uhr, Literaturhaus Wien

Andreas Brunner und Jochen Hick gehen der Frage nach, ob beziehungsweise wie sich die Situation queerer Menschen und vor allem queerer Geflüchteter in Wien von jener in Berlin unterscheidet.

  • Andreas Brunner ist Historiker und Co-Leiter von QWien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte (Web)
  • Jochen Hick ist Filmemacher und Autor, Herausgeber und Dozent (Web)
  • Christina Wieder (öge) ist Historikerin und Senior Scientist an der Univ. für Angewandte Kunst in Wien (Web)

Quelle: Facebook