CfP: Pietismus und Herrschaft | Pietism and Rule (09/2027, Halle/Saale); bis: 15.03.2026

VII. Internationaler Kongress für Pietismusforschung: Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Univ. Halle-Wittenberg und Franckesche Stiftungen zu Halle/Saale (Web)

Zeit: 05.-08.09.2027
Ort: Halle an der Saale
Einreichfrist: 15.03.2026

CfP in English (PDF)

Eine Diskussion über das Verhältnis von Pietismus und Herrschaft hat bislang kaum stattgefunden, obwohl Pietist:innen einerseits der Ausübung von Herrschaft unterworfen, andererseits aber auch an der Ausbildung und Aufrechterhaltung von Herrschaʲsverhältnissen aktiv beteiligt waren. Der Kongress will deshalb Impulse zu den sozialen, politischen, institutionellen, theologischen, kulturellen und geschlechterbezogenen Dimensionen von Pietismus und Herrschafft sammeln. Globale Strukturen sollen ebenso berücksichtigt werden wie die Verflechtung europäischer und außereuropäischer Perspektiven. Neben dem Pietismus des 17. und 18. Jhds. sind Beiträge zu verwandten religiösen Strömungen vom 19. Jhd. bis zur Gegenwart (Erweckungsbewegungen, Freikirchen, Evangelikalismus u.a.) ausdrücklich willkommen. Nicht nur Forscher:innen, die sich mit dem „Langen“ 18. Jhd. befassen, sondern darüber hinaus Wissenschafter:innen aus allen relevanten kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen (Geschichtswissenschaft, Sprach- und Literaturwissenschaften, Kunst- und Musikgeschichte, Philosophie, Theologie und Religionswissenschaft etc.) sind aufgefordert, sich zu beteiligen.
Herrschaft soll im Rahmen des Kongresses allgemein als durch gesetzte Regeln und Verfahren legitimierte Machtausübung verstanden werden, die sich auch in einer Vielfalt diskursiver Facetten manifestiert. Herrschaftliche Legitimationen können durch die Berufung auf Gewohnheit und Tradition erfolgen – oder gerade durch den Bruch mit ihnen und das dezidierte Setzen neuer Regeln. Herrschaft umfasst die Etablierung von hegemonialen Ordnungen und Rationalitätslogiken ebenso wie Mechanismen des Entscheidens und Durchsetzungstechniken. Als Herrschaftstechniken können nicht nur Instrumente zur Sicherstellung von Gehorsam im engeren Sinne begriffen werden, sondern ebenso Verfahren sozialer Inklusion bzw. Exklusion und die Akkumulation oder Kontrolle von Wissensbeständen. Weiterlesen … (PDF)

Quelle: H-Net Notifications