Vortrag: Laurence Badel: Der weibliche Weg in die Diplomatie – ein exemplarischer Vergleich von Österreich und Frankreich, 18.05.2026, Wien

312. Institutsseminar des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (IfÖG) der Univ. Wien (PDF)

Zeit: 18.05.2026, 17 Uhr c.t.
Ort: Univ. Wien, Seminarraum Geschichte 1, 1. Stock, 1010 Wien

Dieser Beitrag konzentriert sich auf die bislang unbekannten Wege des Zugangs und der Eingliederung von Frauen in den Kern der Staatsdiplomatie. Um institutionelle oder autobiografische Diskurse, die auf der Identifizierung von „Pionierinnen“ und einem nationalen Ansatz beruhen, nicht zu reproduzieren, stützt sich der Vortrag auf eine vergleichende Geschichte Frankreichs, Deutschlands und Österreichs rund um den Zweiten Weltkrieg. Untersucht wird die Vielfalt weiblicher Tätigkeiten in der Diplomatie sowie die Hypothese einer interkategorialen Mobilität in der Übergangszeit, in der sich die diplomatischen Auswahlverfahren für Frauen öffneten und ihnen den Zugang zu einem prestigeträchtigen Beruf im Kern der staatlichen Souveränität ermöglichten. Besatzungen, Säuberungen und Demokratisierung bilden den institutionellen Kontext dieser Sozialgeschichte, die es auch erlaubt, den internationalen Status dieser Staaten neu zu hinterfragen. Der Vergleich zwischen Frankreich und Österreich wird es ermöglichen, erste epistemologische Überlegungen zu entwickeln.

Moderation: Julia Bavouzet

Laurence Badel ist Professorin für Zeitgeschichte der internationalen Beziehungen an der Univ. Paris 1 Panthéon-Sorbonne und Mitglied der UMR SIRICE. Zu ihren Publikationen zählen: Écrire l’histoire des relations internationales contemporaines. Genèses, concepts, perspectives, XVIIIe–XXIe siècle (Armand Colin, 2024), Diplomaties européennes XIXe–XXIe siècle (Sciences Po. Les Presses, 2021; ausgezeichnet mit dem Preis der Fondation Edouard Bonnefous / Institut de France) sowie die kritische Edition des Werks von Jean-Baptiste Duroselle, Cahiers de l’été 1944 (Gallimard, 2025). Ihre aktuellen Forschungen befassen sich mit der Feminisierung der internationalen Szene sowie mit diplomatischen Orten und Räumen.

Quelle: Fgg-hiku mailing list