Vorträge: Sonja Kmec: Linda Bandára und die Erkundung musikalischer Zwischenräume (Java 1881-Wien 1960), 19.05.2026 und 11.06.2026, Wien

Sonja Kmec, Univ. du Luxembourg: Projekt „Musik und Gender in Luxemburg“ (Web)

Forschungswerkstätte: Musik als Identitätssuche. Memoiren und Kompositionen von Linda Bandára (Java 1881–Wien 1960)
Zeit: 19.05.2026, 17.00-18.00 Uhr
Ort: Loos-Räume der Wienbibliothek, Bartensteing. 9, 1. Stock, 1010 Wien
Freier Eintritt, Anmeldung (Web)

Programm
– Begrüßung: Evelyne Luef, Wienbibliothek im Rathaus
– Vortrag: Sonja Kmec, Univ. du Luxembourg, Maison Sciences Humaines
– Klavier: Henk Mak Van Dijk
– Moderation: Evelyn Szabo, Wienbibliothek im Rathaus

Vortrag: Der Klang der Sehnsucht: Die symphonische Dichtung „Ländliche Stimmungsbilder aus Java“ (1922) der Komponistin Linda Bandára
Zeit: 11.06.2026, 18.00-19.30 Uhr
Ort: ÖGM – Österreichische Gesellschaft für Musik, Hanuschg. 3, 1010 Wien
Freier Eintritt, keine Anmeldung erforderlich (Web)

Linda Bandára kam 1881 als Siegelinde Leber auf die Welt und war die Tochter eines österreichischen Offiziers und Arztes in niederländisch-ostindischen Diensten. Ihr Vater Johann Leber und ihre Mutter Marie Anna Antonie Teutschmann zogen die Tochter auf einer entlegenen Plantage auf Java in Niederländisch-Indien (heute Indonesien) auf. Ende des 19. Jhds. begann die junge Frau zu komponieren. Sie richtete sich ihr Leben zwischen Wien und Java ein und versuchte auch in ihrem Werk, die Klangwelten dieser sehr verschiedenen Orte zu vereinen.
Im Forschungsprojekt Musik und Gender in Luxemburg entdeckte das Forschungsteam in der Großherzoglichen Bibliothek im Sommer 2025 eine handschriftliche Partitur der heute kaum noch bekannten Musikerin und folgte ihrer Spur nach Wien. Projektleiterin Sonja Kmec erzählt in der Forschungswerkstatt, was sie bisher in Wien zu Bandáras Leben und Werk fand, gibt Einblicke in das international vernetzte Projekt zu Komponistinnen, Interpretinnen und Musikpädagoginnen und beleuchtet Bandáras Handlungsspielraum als Frau in einer von Männern dominierten Musikszene wie auch ihr Selbstverständnis als musikalische Brückenbauerin zwischen den Kulturen in Zeiten des Kolonialismus.