Fachtagung „Quo vadis, Personalmuseum?“ des Netzwerks „Kulturelle Gedächtnisorte von nationaler Bedeutung (KGO)“ (Web)
Zeit: 14.09.2026, 19.30 Uhr
Ort: Mendelssohn-Haus Leipzig
Angela Steidele (Köln): Öffentliche Abendvortrag
Der Abendvortrag soll die Diskrepanz zwischen der momentan herrschenden Begeisterung für literarisch oder filmisch inszenierte Biografien und dem sukzessiv schwindenden Interesse an Personalmuseen aufzeigen.
Zur Tagung: „In der Informationsüberflutung, der die Menschen seit einer Generation ausgesetzt sind, rücken die historischen Persönlichkeiten oft an den Rand der Erinnerung.“ So formulierte es „Deutschlands bekanntester Bibliothekar“ Paul Raabe in seiner Bestandsaufnahme der national bedeutsamen Kultureinrichtungen in den neuen Bundesländern. Auf Geheiß des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) publizierte Paul Raabe 2001 die Ergebnisse seiner Bemühungen im Blaubuch, in dem auch die wichtigsten, von ihm sogenannten „Personenmuseen“ erfasst wurden. Raabe betonte den „unverwechselbaren Charakter“ dieser „Gedächtnisorte“: Jeder einzelne sei „für den Besucher ein eigenes Erlebnis“.
Das 25-jährige Jubiläum des Blaubuchs nehmen die seither als „Kulturelle Gedächtnisorte“ (KGO) zusammengeschlossenen 22 Einrichtungen zum Anlass, um die Entwicklung ihres spezifischen Museumstypus zu erkunden. Dabei wollen die KGO nach der zukünftigen Orientierung der Personalmuseen fragen – in einer Zeit, in der die Informationsüberflutung und die damit einhergehende Kurzlebigkeit von Erinnerungen Dimensionen erreicht haben, die 2001 noch unvorstellbar schienen.
Unter dem Titel Quo vadis, Personalmuseum? sollen diese Themen im Rahmen einer zweitägigen Fachtagung im Mendelssohn-Haus Leipzig mit Referentinnen und Referenten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen kritisch erörtert werden. Angesichts der Tatsache, dass das letzte Standardwerk, Franz Rudolf Zankls Das Personalmuseum 1975 erschienen ist, verdient der Museumstypus, zu dem nicht nur die Häuser der KGO gehören, neue wissenschaftliche Blickwinkel und Impulse aus der Museumspraxis. Weiterlesen und Quelle … (Web)
