Abteilung für Regionalgeschichte mit Schwerpunkt Schleswig-Holstein, Christian-Albrechts-Univ. zu Kiel (Web)
Zeit: 18.-19.11.2026
Ort: Internationales Begegnungszentrum der Univ. Kiel (IBZ)
Obwohl das Interesse an der Männergeschichte bzw. der Geschichte der Männlichkeiten (Masculinities) in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist, wurde das Thema Ehelosigkeit bei Männern in der Vormoderne bislang fast ausschließlich im Zusammenhang mit einer geistlichen Karriere untersucht. Die Ehelosigkeit weltlicher Männer wurde bisher meist als ein temporärer Zustand vor dem großen Ziel der Familiengründung thematisiert. Für das Phänomen der Langzeitehelosigkeit fehlt dagegen, insbesondere im deutschsprachigen Raum, nach wie vor eine wissenschaftliche Annäherung, und das, obwohl die Verbreitung des Phänomens bereits lange bekannt ist.
Ziel der Tagung ist es, sich der Rolle, der Wahrnehmung und der sozialen Position unverheirateter Männer in einer grundlegenden Betrachtung transepochal anzunähern und dabei die Vielfalt der Deutungen, Zuschreibungen und Lebensrealitäten dieser Männer schlaglichtartig zu beleuchten. Gleichzeitig soll das Thema in den transdisziplinären Austausch gestellt und so für eine tiefgründigere wissenschaftliche Auseinandersetzung geöffnet werden.
Programm (PDF)
18.11.2026
- 12:30 Uhr: Begrüßung durch die Dekanin der Philosophischen Fakultät: Martina Winkler (Kiel)
- 12:45 Uhr: Einführung in das Tagungsthema: Oliver Auge (Kiel)
- 13:00 Uhr: Der fürstliche Junggeselle als dynastiepolitische Strategie?: Benedikt Schmitt (Kiel)
- 13:45 Uhr: Der heilige Alexius als Vorbild? Die Bedeutung und Rezeption der Ehelosigkeit bei früh- und hochmittelalterlichen Herrscherkonversionen: Frederieke Maria Schnack (Würzburg)
- 14:30 Uhr: „Diese Könige heiraten nicht“. Eheverweigerer und konjugale Nonkonformisten in Fernreisetexten des Spätmittelalters: Christian Hoffarth (Kiel)
- 15:45 Uhr: Junggeselle mit vielen Frauen? Sæmund Jónsson auf Island um 1200: Jan Rüdiger (Basel)
- 16:30 Uhr: König Ludwig II. von Bayern und die königliche „Pflicht“ zu Ehe und Nachkommenschaft: Katharina Weigand (München)
- 17:15 Uhr: Er verbrachte sein Leben mit einer „Nixe“ – Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana, der Chronist des Mittelmeers: Helga Schwendinger (Wien)
- 19:00 Uhr: Öffentlicher Abendvortrag: „Carl Spitzweg – Der ewige Hochzeiter“: Andrea Fromm (Hamburg)
19.11.2026
- 9:00 Uhr: Melius nil caelibe vita? Unverheiratete Männer der römischen Antike in den Spielräumen gesellschaftlicher Ideale: Rebekka Müller (Heidelberg)
- 9:45 Uhr: Himmlische Männer: Irdische Aspekte unverheirateter Männer im frühen Christentum: Peter Ben Smit (Utrecht)
- 11:00 Uhr: Der Hagestolz als Erfindung frühneuzeitlicher Rechtsgelehrter: Gabriela Signori (Konstanz)
- 11:45 Uhr: Der ewige Kandidat. Junggesellentum als Gesellschaftskritik in Wu Jingzis „Die Gelehrten“ (ca. 1750): Susan Richter (Kiel)
- 13:30 Uhr: Postmortale Treue auch noch „im 21sten Jahr“: Johann von Bessers „Verhängnis getreuer Liebe“ (1711) und Christian Thomasius’ Kritik an Bessers auf Dauer gestellter Trauer-Konzeption: Sonja Klimek (Kiel)
- 14:15 Uhr: „Es scheint so arg, Junggeselle zu bleiben“. Zur Figur des unverheirateten Mannes in der Literatur der Moderne: Kai Gräf (Kiel)
- 15:30 Uhr: Tatort: Junggeselle. Häufigkeit und (narrative) Funktion fehlender Partnerbeziehungen bei Ermittlerfiguren in Film und Fernsehen: Laura Potzuweit (Kiel)
- 16:15 Uhr: „Wir pfeifen auf die Fusion!“ Das Leitmotiv des ledigen Bauern in der NDR-Fernsehserie „Neues aus Büttenwarder“ (1997-2021): Jan Ocker (Kiel)
- 17:30 Uhr: Tagungszusammenfassung und Aussprache: Hanna Schäfer (Erlangen)
Anmeldungen bis zum 4. November 2026 per E-Mai an b.schmitt@histosem.uni-kiel.de
Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro pro Person, 10 Euro für Studierende.
Kontakt: b.schmitt@histosem.uni-kiel.de
Quelle: HSozKult (Web)
