{"id":1057,"date":"2008-06-05T11:51:43","date_gmt":"2008-06-05T09:51:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1057"},"modified":"2022-05-19T16:21:24","modified_gmt":"2022-05-19T16:21:24","slug":"call-for-papers-tagung-intersectionality-theorien-methoden-empirien-wien-18-20-juni-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1057","title":{"rendered":"Call for papers &#8211; Tagung &#8222;Intersectionality &#8211; Theorien, Methoden, Empirien&#8220;, Wien 18.-20. Juni 2009"},"content":{"rendered":"<p><strong>12. Arbeitstagung der Kommission f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Volkskunde<\/strong><br \/>\nInstitut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie der Universit\u00e4t Wien;<br \/>\nInstitut f\u00fcr Volkskunde\/Europ\u00e4ische Ethnologie, M\u00fcnchen<br \/>\n<strong>Wien, 18. bis 20. Juni 2009 (Tagungsort: Wien)<\/strong><br \/>\n<strong>Deadline:<\/strong> 19. Juli 2008<br \/>\nDie Geschlechter- bzw. Frauenforschung hat seit den 1970er Jahren mit der Frage nach Erscheinungsformen, Konstruktionen und Politiken von Geschlecht f\u00fcr alle sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen einen neuen Untersuchungsgegenstand sowie eine neue analytische Kategorie entwickelt. Allerdings meldeten sich zur Etablierung der Kategorie <!--more-->Geschlecht schon bald kritische Stimmen im angloameri-kanischen Raum, vor allem ausgehend von den sozialen Bewegungen. Gewarnt wurde vor einer Homogenisierung \u2013 auf die Heterogenit\u00e4t, Komplexit\u00e4t und Relationalit\u00e4t der sozialkulturellen Kategorie Geschlecht in Bezug auf andere Kategorien der Strukturierung und symbolischen Repr\u00e4sentation wurde hingewiesen.<br \/>\nUnter dem Begriff der \u201eIntersektionalit\u00e4t\u201c hat sich mittlerweile in der internationalen Geschlechterforschung eine Perspektive formiert, die insbesondere die Einsicht der Interdependenz der Kategorie Geschlecht zum Programm macht: Ein Gegenstand ist stets auf die Schnittpunkte, auf das je spezifische Verh\u00e4ltnis von Geschlecht, Klasse und Ethnizit\u00e4t (race) hin zu untersuchen. Diese drei Elemente k\u00f6nnen in einem hierarchischen Verh\u00e4ltnis zueinander stehen, eines kann das andere repr\u00e4sentieren oder aber auch \u2013 etwa hinsichtlich einer Machtposition \u2013 durchkreuzen etc. Diese Sichtweise ist sowohl bei Untersuchungen relevant, die Geschlecht in institutionalisierter Form analysieren, als auch bei Arbeiten, die dekonstruktivistisch oder diskursanalytisch nach symbolischer Repr\u00e4sentation und Konstruktion fragen.<br \/>\nTheorie und Programm einer Intersektionalit\u00e4t stehen intensiv in Diskussion \u2013 methodologische Fragen und Konzepte werden entwickelt; erste empirische Operationalisierungen und methodologische Vermessungen liegen vor. Eine Auseinandersetzung mit den Einw\u00e4nden der blackness\/ whiteness studies wird eingefordert, ebenso wie mit jenen der disability studies, mit der Frage nach der Kategorie Alter und mit der Frage der queer studies nach der Ordnung des Begehrens, die mit bisherigen Konzepten von Geschlecht nicht ad\u00e4quat zu fassen war. Die Konfrontation mit feministischen Perspektiven steht ebenso auf der Tagesordnung.<br \/>\nDie geplante Tagung soll Raum und Anregung f\u00fcr die Auseinandersetzung mit intersectionality bieten. Dabei legen wir besonderen Wert auf Beitr\u00e4ge, die auf Basis fundierter Analyse empirischen Materials inhaltliche oder methodologische Fragestellungen entwickeln und diese als Beitrag zum theoretischen Programm der intersectionality diskutieren. Wir sind sowohl an Gegenwartsforschung als auch an historischen Analysen interessiert. Als Anregung formulieren wir folgende Fragen:<br \/>\n&#8211;  Wie l\u00e4sst sich intersectionality empirisch operationalisieren, welche Methoden, Interpretationsverfahren und Schreibhaltungen erfordert der Ansatz?<br \/>\n&#8211;  Inwiefern bringt intersectionality neue Fragen an die Empirie, neue methodische Zug\u00e4nge, neue theoretische Positionen und neue Gegenstandskonstruktionen hervor?<br \/>\n&#8211;  Inwiefern wurden die nun als neues Paradigma beurteilten Perspektiven einer Relationalit\u00e4t von Kategorien wie class, race, gender auch oder teilweise im Kontext anderer analytischer Zug\u00e4nge ber\u00fccksichtigt?<br \/>\n&#8211;  Was bedeutet dieses Programm f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis zwischen Empirie und Theorie?<br \/>\n\u2013 Stellt es eine Neuperspektivierung da? U. a. weil die Relevanz und Lage einer strukturieren-den\/repr\u00e4sentierenden Kategorie nicht als gegeben angesehen werden kann, sondern zu untersuchen ist? Was bedeutet das f\u00fcr die Operationalisierung von Forschungsfragen?<br \/>\n&#8211;  Wo lassen sich etwaige Grenzen des Konzepts intersectionality ausmachen?<br \/>\n&#8211; Welche Bedeutung haben soziale Bewegungen und die K\u00e4mpfe um Befreiung des Begehrens f\u00fcr die Entwicklung der Geschlechterforschung? Welche Einsichten in das Verh\u00e4ltnis von Wissenschaft und Politik liefert das Beispiel der intersectionality?<br \/>\nWir freuen uns \u00fcber <strong>Vorschl\u00e4ge in deutscher oder englischer Sprache<\/strong> f\u00fcr Vortr\u00e4ge (max. 20 Minuten) aus unterschiedlichen Disziplinen in Form eines abstracts (max. 2.000 Zeichen).<br \/>\nSenden Sie Ihren <strong>Kurztext bitte<\/strong> <strong>bis 19. Juli 2008<\/strong> an folgende Adresse: Manuela Barth < M.Barth[at]vkde.fak12.uni-muenchen.de>. Die Autorinnen und Autoren der ausgew\u00e4hlten Beitr\u00e4ge werden <strong>Ende August 2008 benachrichtigt<\/strong>.Die Kommission f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Volkskunde existiert seit 1983 und veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Arbeitstagungen (Publikationen siehe <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.d-g-v.org\/kommissionen\/index.html\" rel=\"noopener\">Website<\/a>!).<br \/>\nJe nach Bedarf sind diese eher auf eine fachinterne Diskussion hin orientiert oder inter- und transdisziplin\u00e4r angelegt. F\u00fcr die geplante Tagung zum Thema intersectionality w\u00fcnschen wir uns Beitr\u00e4ge aus allen sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Auswahlkriterium ist die Entwicklung einer empirisch fundierten Argumentation mit einer klaren Fragestellung und einer erkennbaren Position zu Empirie, Methode und den theoretischen Ans\u00e4tzen von intersectionality.<br \/>\nDie Tagungsbeitr\u00e4ge werden in einem Band publiziert. Dieser soll weniger eine Sammlung von Fallstudien werden, denn ein empirisch fundierter Diskussionsbeitrag zu Stand und Perspektiven der intersectionality hinsichtlich Methodologie und Theorie.<br \/>\nDie Tagung wird von der <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.d-g-v.org\/kommissionen\/index.html\" rel=\"noopener\">Kommission f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Volkskunde<\/a> in Zusammenarbeit mit dem <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/euroethnologie.univie.ac.at\/\" rel=\"noopener\">Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie der Universit\u00e4t Wien<\/a> und dem <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.volkskunde.uni-muenchen.de\/index.html\" rel=\"noopener\">Institut f\u00fcr Volkskunde\/ Europ\u00e4i-sche Ethnologie der Universit\u00e4t M\u00fcnchen<\/a> veranstaltet.<br \/>\nKonzeption und Organisation: Manuela Barth, Sabine Hess, Nikola Langreiter, Elisabeth Timm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. Arbeitstagung der Kommission f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Volkskunde Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie der Universit\u00e4t Wien; Institut f\u00fcr Volkskunde\/Europ\u00e4ische Ethnologie, M\u00fcnchen Wien, 18. bis 20. Juni 2009 (Tagungsort: Wien) Deadline: 19. Juli 2008 Die Geschlechter- bzw. Frauenforschung hat seit den 1970er Jahren mit der Frage nach Erscheinungsformen, Konstruktionen und Politiken von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1057","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-calls-for-papers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1057","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1057"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1057\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62665,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1057\/revisions\/62665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}