{"id":1067,"date":"2008-06-12T15:20:51","date_gmt":"2008-06-12T13:20:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1067"},"modified":"2022-05-19T16:21:23","modified_gmt":"2022-05-19T16:21:23","slug":"konferenz-pop-und-mannlichkeit-zwei-kulturelle-phanomene-in-prekarer-wechselwirkung-03-040708-magdeburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1067","title":{"rendered":"Konferenz: Pop und M\u00e4nnlichkeit: Zwei kulturelle Ph\u00e4nomene in prek\u00e4rer Wechselwirkung?, 03-04.07.08, Magdeburg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Katja Kauer, Institut f\u00fcr Germanistik Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg<\/strong><strong> &#9474;<\/strong><strong>Ramona Myrrhe, Koordinierungsstelle f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt<\/strong><br \/>\nZeit: 03.-04.07.2008<br \/>\nOrt: Festung Mark und Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t, Magdeburg<br \/>\nSeit den 1990er Jahren sind sowohl \u201aPop\u2019 als auch \u201aM\u00e4nnerforschung\u2019 zentrale Bezugpunkte akademischer Praxis. \u201aPop\u2019 als eine lose Formation von Bildertypen, deren Wirkung allgegenw\u00e4rtig ist, reizt zu verschiedenen Formen kritischer Auseinandersetzung an. Da \u201aPop\u2019 ein System multimedialer Praxen darstellt, ist eine gegenwartsorientierte Kulturwissenschaft, die dieses Ph\u00e4nomen umgeht, undenkbar.<br \/>\nEbenso undenkbar sind Gender-Studies, die sich ausschlie\u00dflich der Frauenbildforschung widmen. Obwohl das Vorurteil, dass \u201aGender\u2019 ein vorrangig weibliches Feld w\u00e4re, noch nicht v\u00f6llig \u00fcberwunden ist, l\u00e4sst sich feststellen, dass die Besch\u00e4ftigung mit M\u00e4nnlichkeit seit sp\u00e4testens Ende der 90er Jahre f\u00fcr GenderforscherInnen unverzichtbar geworden ist.<br \/>\n\u201aPop\u2019 als zentraler Bezugspunkt der Gegenwart ist ein ergiebiger Gegenstand f\u00fcr Bilderforschung, weil <!--more-->\u201aPop\u2019 spielerisch auf die Tradition zur\u00fcckgreift, sich ihrer bedient, neu ordnet, sie teilweise verwirft \u2013 und historisch gepr\u00e4gte Bilderwelten neu belebt. Interessanterweise akzentuiert \u201aPop\u2019 oftmals ganz bestimmte Sichtweisen auf \u201aM\u00e4nnlichkeit\u2019 und \u201aWeiblichkeit\u2019. Wagen wir einen kritischen Blick auf dem Kosmos des Pop, etwa die HipHop-Bewegung, den so genannten \u201aTestosteron Sound\u2019 der sp\u00e4ten 90er oder die snobistische Popliteratur um 2000 aus m\u00e4nnlicher Feder, dann wird ein laut t\u00f6nender Diskurs um das \u201are-barbarisierte Mannsein\u2019 vernehmbar. Das Offenlegen des doing male gender, das in der Popkultur so augenf\u00e4llig wird, weil \u201aPop\u2019 verdeutlicht, wie mit Signifikanten gespielt wird, ist nat\u00fcrlich noch nicht gleichbedeutend mit Maskulinismus, d.h. mit einer Re-Etablierung als m\u00e4nnlich geltender Werte und der Re-Inszenierung von Geschlechtergrenzen. Da jedoch ein nicht geringer Teil der popkulturellen Besch\u00e4ftigung mit M\u00e4nnlichkeit bewusst auf performative Muster zur\u00fcckgreift, die ganz traditionelle Anspr\u00fcche an M\u00e4nner formuliert, wirken Teile der Popkultur maskulinistisch. Der Pop-Maskulinismus ist zweifelsohne br\u00fcchig und die Popkultur destruiert M\u00e4nnerbilder genauso nachhaltig wie sie male gender re-inszeniert.<br \/>\nEine Auseinandersetzung mit popkultureller M\u00e4nnlichkeit bedarf keines expliziten Feminismus`, um kritisch zu sein, weil bereits durch die Analyse die Grenzen des Horizonts sichtbar werden, in denen sich die kulturellen Praxen, die Vorstellung von male gender, gebildet haben.<br \/>\n<strong>Programm:<\/strong><br \/>\nDonnerstag, 3. Juli<br \/>\nVeranstaltungsort: KulturFestungMark<br \/>\n11.30 Uhr Gru\u00dfworte des Dekans der Fakult\u00e4t f\u00fcr Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Prof. Dr. Dittrich<br \/>\nGru\u00dfworte des Institutsdirektors (Germanistik), Prof. Dr. Burkhardt<br \/>\n12.00 \u2013 12.45 Uhr Er\u00f6ffnungsvortrag<br \/>\nKatja Kauer (Magdeburg)<br \/>\nMale Gender als Pop oder der Zauber m\u00e4nnlicher Verletzlichkeit<br \/>\n13.00 \u2013 13.30 Uhr Mittagspause &#8211; Imbiss<br \/>\n13.30 \u2013 15.00 Uhr POPLITERATUR UND M\u00c4NNLICHKEIT I<br \/>\nAnett Krause (Halle)<br \/>\nAbfall f\u00fcr alle Die Geburt der Popliteratur aus dem Geiste Ihrer Debatte<br \/>\nSusanne Diehr (Berlin)<br \/>\nVon Popstars und Groupies. Konstruktionen von M\u00e4nnlichkeit als interdependente Kategorie im Genre der Popliteratur<br \/>\n15.00 \u2013 15.30 Uhr Kaffee Pause<br \/>\n15. 30 &#8211; 17.00 Uhr POPLITERATUR UND M\u00c4NNLICHKEIT II<br \/>\nThomas Boyken (Oldenburg)<br \/>\nDar\u00fcber &#8218;da\u00df Helden einsam sind\/ wenn das Licht angeht.&#8216; M\u00e4nnlichkeitsimaginationen in Rolf Dieter Brinkmanns lyrischen Werk<br \/>\nBranka Schaller-Fornoff (Berlin)<br \/>\nFermentierungen des Pop in Michael Kleebergs Karlmann<br \/>\n17.00 \u2013 17.45 Uhr POPLITERATUR UND M\u00c4NNLICHKEIT III<br \/>\nFrank Degler (Mannheim)<br \/>\nSelbstbez\u00fcglichkeit. Sex und Gender in Relax und Soloalbum<br \/>\n17.45 \u2013 18.30 Pause<br \/>\n18.30 \u2013 20.00 Abendvortrag<br \/>\nThomas Hecken (Bochum) Abendvortrag<br \/>\nPop. Grundz\u00fcge eines historischen Konzepts<br \/>\nFreitag, 4. Juli<br \/>\nVeranstaltungsort Senatssaal Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t<br \/>\n11.00 \u2013 12.30 Uhr SUBKULTURELLE MUSIKSZENEN UND M\u00c4NNLICHKEIT<br \/>\nKristin Wilke (Kassel)<br \/>\nDie Vorliebe von Jungen mit Migrationshintergrund f\u00fcr Gangsta Rap. Eine qualitative Studie<br \/>\nDunja Brill (Berlin)<br \/>\n\u201aBlack Metal ist Krieg.\u2019 Die mythische Rekonstruktion martialischer \u201awei\u00dfer\u2019 M\u00e4nnlichkeit in subkulturellen Musikszenen<br \/>\n12.30 -13.00 Uhr Pause<br \/>\n13.00 \u2013 14.30 Uhr M\u00c4NNLICHKEITSENTW\u00dcRFE UND \u201aMUSIK\u2019<br \/>\nWerner Garstenauer (Barcelona)<br \/>\nBlumfelds Abgesang auf ahegomeniale M\u00e4nnlichkeitsentw\u00fcrfe<br \/>\nCaroline Schubarth (Berlin)<br \/>\nI\u2019ll be a rock\u2019n roll bitch for you<br \/>\nM\u00e4nnlichkeitskonzepte im Glamour Rock der 1970er Jahre<br \/>\n14. 30 \u2013 15.15 Uhr FILMISCHE REPR\u00c4SENTATION UND M\u00c4NNLICHKEIT<br \/>\nAlexandra Ludwig (Australien)<br \/>\nDer Versuch der einer Re-Inszenierung von M\u00e4nnlichkeit in den Filmen Wut und Hass<br \/>\n15.15 \u2013 16.00 Uhr KULTURTRANSFER UND M\u00c4NNLICHKEIT<br \/>\nJens Hegemann (Magdeburg)<br \/>\nF\u00fcr dich schiebe ich die Wolken weiter. Maskulinit\u00e4t und Pop in China<br \/>\nKontakt:<br \/>\nDr. Katja Kauer<br \/>\nInstitut f\u00fcr Germanistik<br \/>\nOtto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg<br \/>\nKatjaKauer#web.de<br \/>\nDr. Ramona Myrrhe<br \/>\nKoordinierungsstelle f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt<br \/>\nRamona.Myrrhe#ovgu.de<br \/>\nURL zur Zitation dieses Beitrageshttp:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=9476<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katja Kauer, Institut f\u00fcr Germanistik Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t Magdeburg &#9474;Ramona Myrrhe, Koordinierungsstelle f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt Zeit: 03.-04.07.2008 Ort: Festung Mark und Otto-von-Guericke-Universit\u00e4t, Magdeburg Seit den 1990er Jahren sind sowohl \u201aPop\u2019 als auch \u201aM\u00e4nnerforschung\u2019 zentrale Bezugpunkte akademischer Praxis. \u201aPop\u2019 als eine lose Formation von Bildertypen, deren Wirkung allgegenw\u00e4rtig ist, reizt zu verschiedenen Formen kritischer Auseinandersetzung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-1067","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-events"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1067"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62661,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1067\/revisions\/62661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}