{"id":1164,"date":"2008-09-30T15:58:55","date_gmt":"2008-09-30T13:58:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1164"},"modified":"2026-05-03T11:12:31","modified_gmt":"2026-05-03T09:12:31","slug":"konferenz-fragen-sie-dr-sex-beratungskommunikation-und-die-mediale-konstruktion-des-sexuellen-07-08112008-zurich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1164","title":{"rendered":"Tagung: Fragen Sie Dr. Sex! Beratungskommunikation und die mediale Konstruktion des Sexuellen, 07.-08.11.2008, Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"<p><strong>Forschungsprojekt &#8222;Liebe Marta. Ratgeberkommunikation und die mediale Konstruktion sexueller Selbstverh\u00e4ltnisse im &#8218;Blick&#8216; (1980-1995) und in aktuellen Internetforen&#8220;, Z\u00fcrich<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 07.-08.11.2008<br \/>\nOrt: Universit\u00e4t Z\u00fcrich<br \/>\nAnmeldung bis: 20.10.2008<\/p>\n<p>Die Geschichte der Sexualit\u00e4t und die vielf\u00e4ltigen Praktiken und Diskurse der Konstruktion des Sexuellen sind ausgiebig erforscht und ihr spezifischer Stellenwert f\u00fcr die Problematisierung des Selbst im Anschluss an Foucault vielfach unterstrichen worden. Dennoch bleibt ein wesentliches Moment der diskursiven Konstruktion von Sexualit\u00e4t vergleichsweise unbeachtet: Der Beitrag der Medien und ihrer Formate hat bislang nur wenig systematische Beachtung in historischen und sozialwissenschaftlichen Untersuchungen zur Sexualit\u00e4t gefunden. Hier setzt die Tagung an und befragt das Verh\u00e4ltnis von Diskursen, Medien und Formen der Kommunikation sowie den dadurch erm\u00f6glichten Problematisierungen sexueller Selbstverh\u00e4ltnisse. Diskurse, so die Annahme, sind zum einen wesentlich gepr\u00e4gt von den Medien und zum anderen von den Formen der Kommunikation, in denen sie sich ereignen. Wir fokussieren dabei auf eine spezifische Form medialer Kommunikation \u2013 die Form der Beratung.<br \/>\nMedien der Sexualit\u00e4tsberatung sind vielf\u00e4ltig: das klassische Aufkl\u00e4rungsbuch, die informellen Anfragen an eine wissenschaftliche Instanz, Anfragen an Ratgebende in Printmedien, H\u00f6rfunk und Fernsehsendungen bis hin zu diversen Formen der Beratung im Internet wie Online-Foren, Beratungschats oder FAQ-Rubriken. Wir sehen in diesen verschiedenen Formaten der Beratungskommunikation spezifische Erm\u00f6glichungs- und Akzeptabilit\u00e4tsbedingungen des Diskurses um Sexualit\u00e4t: Hier \u00f6ffnet sich ein diskursiver Raum der Verhandlung und Verbreitung von Regeln und Wissen, sich selbst und die eigene Sexualit\u00e4t expertengest\u00fctzt zu problematisieren; hier werden Weisen der Problematisierung wahrscheinlich gemacht, die nicht nur das Verh\u00e4ltnis zur eigenen Sexualit\u00e4t transformieren, sondern im umfassenden Sinne auch das Verh\u00e4ltnis zu sich selbst, zum eigenen K\u00f6rper, zu den Intimverh\u00e4ltnissen sowie zur Art und Weise, sich selbst zu f\u00fchren und seine Geschlechtsidentit\u00e4t zu definieren.<br \/>\nDie interdisziplin\u00e4re Tagung erkundet die <!--more-->komplexen Wechselbeziehungen, in welchen popul\u00e4re Medien, die Form der Beratung und die diskursive Konstruktion von Sexualit\u00e4t f\u00fcreinander konstitutiv sind. Im Mittelpunkt des Interesses steht daher die spezifische Verschr\u00e4nkung dieser Themenfelder:<br \/>\nErstens die Geschichte der Sexualit\u00e4t, die konstitutiv mit ihrer historisch spezifischen diskursiven Konstruktion verbunden ist. Untersucht werden dabei die Verschiebung, Br\u00fcche und Konstanzen im Zusammenhang mit der &#8217;sexuellen Revolution&#8216;. Welche Diskurse und Praktiken sexueller Selbste werden m\u00f6glich? Wie und auf welche Weise stehen sie zu den sie bedingenden Medien und deren Formaten in Beziehung?<br \/>\nZweitens die Genealogie und Form medialisierter Beratungskommunikation als prominenter Schauplatz, Sexualit\u00e4t zu problematisieren. Wie ver\u00e4ndert sich diese Form der Kommunikation im historischen Verlauf sowie durch die je spezifischen popul\u00e4ren Medien, in denen sie sich ereignet? Welche Diskurse \u00fcber Sexualit\u00e4t werden auf welche Weise erm\u00f6glicht? Wie und mit welchen Effekten verschr\u00e4nken sich \u00d6ffentlichkeit mit Privatheit, Intimit\u00e4t mit Anonymit\u00e4t oder Information mit Unterhaltung und Hilfesuche mit Strategien der LeserInnenbindung?<br \/>\nDrittens die Weisen der Selbstproblematisierung, die durch die massenmedial gest\u00fctzten Diskurse der Sexualit\u00e4t erm\u00f6glicht werden. Auf welche Weise wird die Problematisierung der eigenen Sexualit\u00e4t zu einem wesentlichen Moment der Selbstproblematisierung? Und in welchem Verh\u00e4ltnis steht sie zu den jeweiligen Formaten beispielsweise des (autobiographischen) LeserInnenbriefes?<\/p>\n<p><strong>Programm <\/strong><\/p>\n<p>Freitag, 7. November 2008<br \/>\nEinf\u00fchrung<br \/>\n09:00 \u2013 10:00 Philipp Sarasin: Die mediale Konstruktion des Sexuellen (Titel prov.)<br \/>\n<strong>1<\/strong><br \/>\nSitzungsleitung: Philipp Sarasin<br \/>\n10:00 \u2013 10:45 Rudolf Helmstetter: Zur Genealogie der Beratung<br \/>\n11.15 \u2013 12:00 Alfred Messerli: Medien des Rates (Titel prov.)<br \/>\n<strong>2<\/strong><br \/>\nSitzungsleitung: Sabine Maasen<br \/>\n14:30 \u2013 15:15 Heinz Bonfadelli: Talkshows und ihre Zuschauer<br \/>\n14:45 \u2013 15.30 Stefanie Duttweiler: Vom Leserbrief zum virtuellen Rat. Ausgestaltung und Effekte massenmedialer Beratungsangebote<br \/>\n16.15 \u2013 17.00 Marie-Luise Angerer: Von der Sorge um sich selbst zur Logik der Sorge<br \/>\n\u00d6ffentlicher Abendvortrag<br \/>\n20:15 \u2013 22:00 Dagmar Herzog: Selbstwertgef\u00fchl, Psychohygiene und sexualisierte Repressionsmoral: Die USA an der Jahrtausendwende<br \/>\nOrt: Kolloquiumsraum des Zentrum Geschichte des Wissens \/ R\u00e4mistrasse 36<br \/>\nEinf\u00fchrung: Philipp Sarasin<\/p>\n<p>Samstag, 8. November 2008<br \/>\n<strong>3<\/strong><br \/>\nSitzungsleitung: Alfred Messerli<br \/>\n09:15 \u2013 10:00 Annika Wellmann: Beziehungssex. Die mediale Konstruktion einer sexuellen Norm<br \/>\n10:00 \u2013 10:45 Sabine Maasen: Norm, Normalit\u00e4t und Normalisierung sexualtherapeutisch orientierter Selbstf\u00fchrung<br \/>\n11.15 \u2013 12:00 Peter-Paul B\u00e4nziger: Von der Suche nach einem Problem und welche Funktion der Sex dabei hat<br \/>\n<strong>4<\/strong><br \/>\nSitzungsleitung: Stefanie Duttweiler<br \/>\n13:30 \u2013 14.15 Beatrice Schwitter: Intertextualit\u00e4t und Br\u00fcchigkeit in autobiographischen Briefen<br \/>\n14:15 \u2013 15:00 Lutz Sauerteig: Von der Etikette zur Erotik: Die Jugendzeischrift BRAVO und die Herstellung sexueller und erotischer K\u00f6rper in den 1960er\/70er Jahren<br \/>\n15:15 \u2013 16:00 Franz X. Eder: Mediale Bild- und Textstrategien im deutschsprachigen Sexualdiskurs, 1945 bis 1970er Jahre<br \/>\nSchlussdiskussion<br \/>\n16:00 \u2013 16:30 Einf\u00fchrung und Leitung: Philipp Sarasin<\/p>\n<p><strong>Kontakt: <\/strong><br \/>\nDr. des. Peter-Paul B\u00e4nziger, Universit\u00e4t Z\u00fcrich<br \/>\nForschungsstelle f\u00fcr Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, R\u00e4mistrasse 64, CH-8001 Z\u00fcrich<br \/>\ntagung08#fsw.uzh.ch<br \/>\nhttp:\/\/www.fsw.uzh.ch\/dr_sex<br \/>\nURL zur Zitation dieses Beitrages: <a href=\"http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=9959\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=9959<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschungsprojekt &#8222;Liebe Marta. 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