{"id":1320,"date":"2009-01-16T17:48:50","date_gmt":"2009-01-16T15:48:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1320"},"modified":"2022-05-19T16:20:21","modified_gmt":"2022-05-19T16:20:21","slug":"bericht-ausstellung-stadt-und-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1320","title":{"rendered":"Bericht &#8211; Ausstellung: Stadt und Frauen (bis 26. Juni 2009, Wiener Rathaus)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht f\u00fcr Salon 21 von Nikola Langreiter<\/strong><\/p>\n<p>Von kleinen Ausstellungen wird ja oft behauptet, dass sie fein sind. Auf <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1187\" rel=\"noopener\">\u201eStadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien\u201c<\/a>, noch bis 26. Juni 2009 im Wiener Rathaus zu sehen, trifft der Reim zu.<\/p>\n<p>Elke Krasny hat 20 Frauen auf einem ihrer Alltagswege begleitet und so die Stadt neu kartiert. Diese subjektiven Beziehungen zu Wien erweiterte die Kulturwissenschaftlerin um aktuelle und historische Fakten und Daten zu Frauen, die entlang der erhobenen Wegstrecken lebten und arbeiteten oder das gegenw\u00e4rtig tun.<br \/>\nDiese Frauengeschichten wurden mittels Tiefenbohrungen in den Sammlungen der Stadt Wien bereichert. Bibliothek, Druck- und Handschriften, Plakatsammlung und das \u201eTagblattarchiv\u201c, die reichhaltige Zeitungsausschnittssammlung der ArbeiterInnen, wurden in Hinblick auf Frauen und ihre Produktionen durchforstet. Insgesamt wurde zu 700 Akteurinnen Material erhoben<\/p>\n<p>In der Ausstellung pr\u00e4sentiert Elke Krasny <!--more-->eine kleine Auswahl dieser Recherche und illustriert damit jene Wege, auf denen sich heutige Wienerinnen von ihr begleiten lie\u00dfen. Die Kuratorin hat das \u201eAusstellungs-Kabinett\u201c im Rathaus wohl\u00fcberlegt genutzt und aus dem langen, schmalen, nicht gerade ansehnlichen Raum \u00fcberraschend viel gemacht. An einer L\u00e4ngsseite sind auf einem riesigen Stadtplan sieben der Frauenalltagswege eingezeichnet. \u00dcberdimensionierte Post-its weisen auf die interessantesten historischen Protagonistinnen entlang der jeweiligen Strecke hin. Kurzbiografien m\u00f6gen ein problematisches Genre sein \u2013 hier machen sie auf eine Vielzahl von k\u00fcnstlerisch, wissenschaftlich, politisch &#8230; t\u00e4tigen Frauen aufmerksam.<\/p>\n<p>Die Vitrinen gegen\u00fcber zeigen Sch\u00e4tze aus den Best\u00e4nden der genannten Sammlungen und Archive: Die Johann Strau\u00df Gasse im vierten Bezirk markiert etwa ein Foto der boxenden Bestsellerautorin Vicky Baum (geb. 1888). F\u00fcr die Weimarer Stra\u00dfe in Wien IX liegt ein Tagebuch der Romanistin Elise Richter, aufgeschlagen am 12.\/13. M\u00e4rz 1938, im Schaukasten. Briefe, Stammb\u00fccher, Ausweise, Plakate, Romane und wissenschaftliche Werke, \u00dcbersetzungen, Gem\u00e4lde und Partituren symbolisieren Leben und Arbeit konkreter Frauen. Dar\u00fcber hinaus verweisen sie als Stellvertreter auf das Tun von s\u00e4mtlichen Frauen in der Stadt. Und \u00e4hnlich sollen wohl auch die zeitgen\u00f6ssischen \u201eWegebereiterinnen\u201c f\u00fcr alle Wienerinnen stehen. Dennoch ist ein bisschen schade, dass hier vor allem Wissenschaftlerinnen, Museumsdirektorinnen, Designerinnen, Filmemacherinnen etc. auf einem ihrer Wege begleitet wurden. Maria Musters Pfad durch die Stadt h\u00e4tte interessiert, auch eine migrantische Topographie w\u00e4re spannend.<\/p>\n<p>Zur Ausstellung \u201eStadt und Frauen\u201c ist ein sch\u00f6nes Buch gleichen Titels erschienen, das als Katalog fungiert und auch jene Frauengeschichte(n) enth\u00e4lt, die nicht gezeigt werden konnten. Die Sonderausstellung im Rathaus ist nicht so leicht zu finden \u2013 ein Leitsystem fehlt, als Hinweis m\u00fcssen Plakate an den Haupteing\u00e4ngen des riesigen Komplex\u2019 gen\u00fcgen \u2013 jedenfalls: die Suche nach dem Ausstellungs-Kabinett lohnt sich.<br \/>\nNikola Langreiter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht f\u00fcr Salon 21 von Nikola Langreiter Von kleinen Ausstellungen wird ja oft behauptet, dass sie fein sind. Auf \u201eStadt und Frauen. Eine andere Topographie von Wien\u201c, noch bis 26. Juni 2009 im Wiener Rathaus zu sehen, trifft der Reim zu. 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