{"id":1417,"date":"2009-03-26T12:55:33","date_gmt":"2009-03-26T10:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1417"},"modified":"2022-05-19T16:19:58","modified_gmt":"2022-05-19T16:19:58","slug":"tagung-intersectionality-theorien-methoden-empirien-18-2062009-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1417","title":{"rendered":"Tagung: Intersectionality &#8211; Theorien, Methoden, Empirien, 18.-20.6.2009, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>12. Arbeitstagung der Kommission f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Volkskunde<\/strong><br \/>\nDie Geschlechter- bzw. Frauenforschung hat seit den 1970er Jahren mit der Frage nach Erscheinungsformen, Konstruktionen und Politiken von Geschlecht f\u00fcr alle sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen einen neuen Untersuchungsgegenstand sowie eine neue analytische Kategorie entwickelt. Allerdings meldeten sich zur Etablierung der Kategorie Geschlecht schon bald kritische Stimmen im angloamerikanischen Raum, vor allem ausgehend von den sozialen Bewegungen. Gewarnt wurde vor einer Homogenisierung \u2013 auf die Heterogenit\u00e4t, Komplexit\u00e4t und Relationalit\u00e4t der sozial-kulturellen Kategorie Geschlecht in Bezug auf <!--more-->andere Kategorien der Strukturierung und symbolischen Repr\u00e4sentation wurde hingewiesen.<br \/>\nUnter dem Begriff der \u201eIntersektionalit\u00e4t\u201c hat sich mittlerweile in der internationalen Geschlechterforschung eine Perspektive formiert, die insbesondere die Einsicht der Interdependenz der Kategorie Geschlecht zum Programm macht: Ein Gegenstand ist stets auf die Schnittpunkte, auf das je spezifische Verh\u00e4ltnis von Geschlecht, Klasse und Ethnizit\u00e4t (race) hin zu untersuchen. Diese drei Elemente k\u00f6nnen in einem hierarchischen Verh\u00e4ltnis zueinander stehen, eines kann das andere repr\u00e4sentieren oder aber auch \u2013 etwa hinsichtlich einer Machtposition \u2013 durchkreuzen etc. Diese Sichtweise ist sowohl bei Untersuchungen relevant, die Geschlecht in institutionalisierter Form analysieren, als auch bei Arbeiten, die dekonstruktivistisch oder diskursanalytisch nach symbolischer Repr\u00e4sentation und Konstruktion fragen.<br \/>\nTheorie und Programm einer Intersektionalit\u00e4t stehen intensiv in Diskussion \u2013 methodologische Fragen und Konzepte werden entwickelt; erste empirische Operationalisierungen und methodologische Vermessungen liegen vor. Eine Auseinandersetzung mit den Einw\u00e4nden der blackness\/whiteness studies wird eingefordert, ebenso wie mit jenen der disability studies, mit der Frage nach der Kategorie Alter und mit der Frage der queer studies nach der Ordnung des Begehrens, die mit bisherigen Konzepten von Geschlecht nicht ad\u00e4quat zu fassen war. Die Konfrontation mit feministischen Perspektiven steht ebenso auf der Tagesordnung.<br \/>\nDie geplante Tagung soll Raum und Anregung f\u00fcr die Auseinandersetzung mit intersectionality bieten. Dabei legen wir besonderen Wert auf Beitr\u00e4ge, die auf Basis fundierter Analyse empirischen Materials inhaltliche oder methodologische Fragestellungen entwickeln und diese als Beitrag zum theoretischen Programm der intersectionality diskutieren.<br \/>\n<strong>Programm<\/strong><br \/>\n<em>Donnerstag, 18. Juni 2009<br \/>\n<\/em>Ort: Marietta-Blau-Saal, Universit\u00e4ts-Hauptgeb\u00e4ude, Dr. Karl-Lueger-Ring 1, 1010<br \/>\nWien<br \/>\n19.00 Uhr  Gru\u00dfwort der Universit\u00e4t Wien<br \/>\nVizerektorin Ao. Prof. Dr. Christa Schnabl<br \/>\n\u00f6ffentlicher Abendvortrag<br \/>\nEncarnacion Guti\u00e9rrez Rodr\u00edguez, Manchester<br \/>\nIntersektionalit\u00e4t oder wie nicht \u00fcber Rassismus sprechen \u2013 Von Rhetorik zu Kritik<br \/>\n<em>Freitag, 19. Juni 2009<\/em><br \/>\nOrt: Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie, Hanuschgasse 3, 1010 Wien<br \/>\n09.00 Uhr Moderation: Sabine Hess<br \/>\nGru\u00dfwort: Beate Binder, Berlin<br \/>\nKeynote<br \/>\nGabriele Winker, Hamburg; Nina Degele, Freiburg i. Br.<br \/>\nDoing Intersectionality \u2013 intersektional analysieren. Vorschl\u00e4ge zu einer gesellschafts- und gendertheoretisch begr\u00fcndeten Methodologie<br \/>\n09.45 Uhr Kaffeepause<br \/>\n10.15 Uhr Schwerpunkt: methodische Herausforderungen<br \/>\nModeration: Manuela Barth<br \/>\nStefan Wellgraf, Berlin<br \/>\nIntersectionality als Herausforderung f\u00fcr die Ethnologie. Methodische \u00dcberlegungen am Beispiel einer Feldstudie zu Hauptschulabg\u00e4ngern in Berlin<br \/>\nElisabeth Tuider, M\u00fcnster<br \/>\nIntersektionalit\u00e4t und Biographieforschung. \u201eSitting at a crossroad\u201c methodisch einholen<br \/>\nUlrike Lahn, Bremen; Sakine Subasi-Piltz, Frankfurt a. M.<br \/>\nSelbstreflexion als methodologischer und methodischer Zugang zu intersektionellen Perspektiven in Forschung und Lehre<br \/>\n12.30 Uhr Mittagspause<br \/>\n14.00 Uhr Schwerpunkt: Biographisches<br \/>\nModeration: Nikola Langreiter<br \/>\nMeike Wolf, Mainz<br \/>\nAuch Alter ist ein Ordnungsmuster \u2013 Strukturzusammenh\u00e4nge in der Konzeption medizinischer Risikozuschreibungen<br \/>\nUte Karl, Hildesheim<br \/>\n\u201eNicht umsonst dauert die normale Erziehungszeit drei Jahre \u2013 nur in ganz begr\u00fcndeten Einzelf\u00e4llen kann man mal davon Abstand nehmen &#8230;\u201c. Geschlecht als interdependente Kategorie in Gespr\u00e4chen im Job Center im Bereich der Unter-25-J\u00e4hrigen<br \/>\n15.30 Uhr Kaffeepause<br \/>\n16.00 Uhr Tanja Rietmann, Bern<br \/>\nFallstudien zu sozialer Devianz aus intersektioneller Perspektive<br \/>\nSarah Speck, Berlin<br \/>\nMutterschaft interdependent? \u2013 Ressourcen und Selbstbilder von SOS-Kinderdorfm\u00fcttern<br \/>\nEnde ca. 17.30 Uhr<br \/>\n<em>Samstag, 20. Juni 2009<br \/>\n<\/em>Ort: Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie, Hanuschgasse 3, 1010 Wien<br \/>\n09.00 Uhr Schwerpunkt Migration<br \/>\nModeration: Sabine Hess<br \/>\nStefanie Kron, Berlin<br \/>\nIntersektionalit\u00e4t oder borderland als Methode? Zur Analyse politischer Subjektivit\u00e4ten in den Grenzr\u00e4umen der Amerikas<br \/>\nPaul Scheibelhofer, Budapest<br \/>\nIntersektionalit\u00e4t, M\u00e4nnlichkeit und Migration. Wege zur Analyse eines komplizierten Verh\u00e4ltnisses<br \/>\nChristian Koller, Bangor<br \/>\nWeiblich, proletarisch, tschechisch: Der Wiener Textilarbeiterinnenstreik von 1893 revisited<br \/>\n11.30 Uhr Kaffeepause<br \/>\n12.00 Uhr Schwerpunkt: Theorie und Politik<br \/>\nModeration: Elisabeth Timm<br \/>\nJanet Keim, Berlin<br \/>\nZur Produktivit\u00e4t des Etceteras. Eine dekonstruktive Lekt\u00fcre interdependenter\/intersektionaler Ans\u00e4tze<br \/>\nIsabell Lorey, Wien\/Berlin<br \/>\nKritik und Kategorie<br \/>\n13:00 Uhr Schlusskommentare<br \/>\nGudrun-Axeli Knapp, Hannover<br \/>\nMichi Knecht, Berlin<br \/>\nKonzeption und Tagungsleitung:<br \/>\nManuela Barth, Sabine Hess, Nikola Langreiter, Elisabeth Timm<br \/>\n<strong>Anmeldung:<\/strong><br \/>\nInstitut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie, Frau Monika Breit, Hanuschgasse 3, 1010 Wien, \u00d6sterreich, Fax 00 43 \u2013 1 \u2013 42 77 94 18, Email: intersectionality[at]univie.ac.at<br \/>\n<strong>Anmeldeschluss: 10. Juni 2009.<\/strong><br \/>\n<strong>Tagungsgeb\u00fchr:<br \/>\n<\/strong>Gesamte Tagung: 25,00 EUR, Tageskarte Samstag: 10,00 EUR, Tageskarte Freitag: 15,00 EUR.<br \/>\nDie Tagungsgeb\u00fchr beinhaltet eine Tagungsmappe sowie Kaffeepausen und das Mittagsbuffet am Freitag, 19. Juni 2009. Studierende zahlen jeweils die H\u00e4lfte.<br \/>\nBitte \u00fcberweisen Sie die Tagungsgeb\u00fchr mit der Angabe Ihres Namens auf das Konto der dgv-Kommission (Kontoinhaberin: Elisabeth Timm) bei der Ersten Bank, Wien:<br \/>\nKontonummer: 282-637-06102<br \/>\nBLZ: 20111<br \/>\nF\u00fcr \u00dcberweisungen aus dem Ausland:<br \/>\nIBAN: AT232011128263706102<br \/>\nBIC: GIBAATWW<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. Arbeitstagung der Kommission f\u00fcr Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Volkskunde Die Geschlechter- bzw. Frauenforschung hat seit den 1970er Jahren mit der Frage nach Erscheinungsformen, Konstruktionen und Politiken von Geschlecht f\u00fcr alle sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen einen neuen Untersuchungsgegenstand sowie eine neue analytische Kategorie entwickelt. 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