{"id":1506,"date":"2009-05-27T14:29:21","date_gmt":"2009-05-27T12:29:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1506"},"modified":"2022-05-19T16:18:56","modified_gmt":"2022-05-19T16:18:56","slug":"austellung-smell-it-freundschaft-als-lebens-produktions-und-aktionsform-eroffnung-27-mai-2009-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1506","title":{"rendered":"Austellung: Smell it! Freundschaft als Lebens-, Produktions- und Aktionsform, Er\u00f6ffnung: 27. Mai 2009, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Austellung: Smell it! Freundschaft als Lebens-, Produktions- und Aktionsform<\/strong><br \/>\nEr\u00f6ffnung: Mittwoch 27. Mai, 19 Uhr<br \/>\nLaufzeit: 28. Mai bis 27. Juni 2009<br \/>\nOrt: Kunsthalle Exnergasse \/ WUK, W\u00e4hringerstr. 59, 1090 Wien<br \/>\nFreundschaften sind nicht nur in jeder einzelnen Biographie eine der wichtigsten Formen sozialen Zusammenlebens, sondern stellen auch im Kunstbetrieb eine essentielle Voraussetzung dar \u2013 sowohl was Kooperationen, Arbeits- als auch Produktionsverh\u00e4ltnisse betrifft. Freundschaften zeigen sich aber auch als Lebensform bzw. Teil subkultureller Community-Formen. Michael Foucault hat einmal gesagt, das Bedrohliche an der Homosexualit\u00e4t ist nicht der Sex, den welche miteinander haben, sondern die Lebensweisen, die sie miteinander erfinden: Freundschaften und Netzwerke, aus denen sich mitunter Aktionen entwickeln. Die Ausstellung Smell it! pr\u00e4sentiert vorwiegend k\u00fcnstlerische Film- und Videoarbeiten, die queere Bez\u00fcglichkeiten herstellen oder in einem offenen Dialog zu queeren Kontexten stehen.<br \/>\nW\u00e4hrend in den Filmen von Isabell Spengler, Deborah Schamoni, Joyce Wieland  und Hollis Frampton Freundschaften ganz unmittelbar<!--more--> als Thema aufgegriffen und im Produktionszusammenhang sp\u00fcrbar werden, bilden Freundschaftsbeziehungen in den Arbeiten von Marie Losier, Paolo Mezzacapo de Cenzo, der Performancegruppe CHEAP, aber auch im Audio-Interview des deutschen Schriftsteller Hubert Fichte mit der K\u00fcnstlerin Lil Picard geradezu die Voraussetzung f\u00fcr die inhaltlich als auch \u00e4sthetische Form, in der sich die jeweiligen Arbeiten zeigen. Auch Katrina Daschner macht gleich zu Beginn ihres Videos HAFENPERLEN (2008) deutlich, in welcher Community sie sich positioniert und einschreibt. \u00c4hnlich einem griechischen Chor rahmen und kommentieren Proponentinnen der queer-lesbischen Kunst- und Kulturarbeit ihre von der \u201eNew Burlesque\u201c inspirierte Performance, in der nicht zuletzt auch auf Freundschaft basierende Produktionsmechanismen deutlich werden.<br \/>\nIn den fr\u00fchen Super-8 Filmen von Bruce LaBruce, die er zum Teil gemeinsam mit Candy Parker realisierte \u2013 zu sehen SEXBOMBS (1987) und SLAM (1989) \u2013, diente vor allem die nordamerikanische Punkszene als Angriffsfl\u00e4che, um deren Machotum (male-bonding) bzw. ihren ausgestellten Nonkonformismus zu hinterfragen und zu dekonstruieren. Die \u201eartist provocateur\u201c, wie LaBruce und die Punk Ikone G.B. Jones gerne bezeichnet werden, sind mit ihrem rotzigen und legend\u00e4ren, auch selten zu sehenden, \u201equeercore\u201c Fanzine JD\u00b4s vertreten, in welchem auch zahlreiche Bleistiftzeichnungen von G.B. Jones (vier im Original bei Smell it! zu sehen) publiziert wurden. Aus anderer Perspektive setzen sich Aina \u0160mid und Marina Gr\u017eini&#263; im Kontext der Punkbewegung mit der Produktion von Fanzines und dem Lesbentum auseinander. Ihre fr\u00fche Videoarbeit THE THREAT OF THE FUTURE (1983) z\u00e4hlt neben Dasen \u0160tambuk\u00b4s sechsmin\u00fctigem Film LOVE EXPERIENCE (1988), zu den ganz wenigen dezidiert queeren Arbeiten, die im sozialistischen Yugoslawien entstanden. \u2013 \u00dcberhaupt ist das Produktionsvolumen an Arbeiten mit queeren Thematiken und Formensprachen in (post)sozialistischen\/kommunistischen L\u00e4ndern, in denen auch gegenw\u00e4rtig verst\u00e4rkt homophobe Tendenzen sichtbar sind, als extrem limitiert zu bezeichnen. (Auch f\u00fcr \u00d6sterreich gilt nur nebenbei, wenngleich aus anderen Hintergr\u00fcnden, \u00e4hnliches.)<br \/>\nDas kurze dokumentarische Video INVISIBLE PEARLS (2004) der estnischen K\u00fcnstler Jaan Toomik, Jaan Paavle und Risto Laius schildert \u00fcber den Umweg der sexuellen Devianz ein Sexualit\u00e4tsritual im Umkreis von M\u00e4nnerzirkeln bzw. (ehemaligen) H\u00e4ftlingen, w\u00e4hrend sich Karol Radziszewski, K\u00fcnstler und Herausgeber des einzig schwulen Kunstmagazins DIK FAGAZINE im osteurop\u00e4ischen Raum, in seiner Installation FAG FIGHTERS: PROLOGUE (2008) ganz unmittelbar mit der Form des \u201egay-bashing\u201c auseinandersetzt. Nicht nur hier  werden zeitgen\u00f6ssische Aktionsformen, die sich durch Zusammenschl\u00fcsse und Freundschaften formieren, deutlich. Im Dialog dazu steht die j\u00fcngste Arbeit TEAROOM des Filmemachers und K\u00fcnstlers William E. Jones, die letztes Jahr auf der Whitney Biennale in New York zu sehen war und in welcher er sich mit einem reaktion\u00e4ren \u00dcberwachungsfall in einer \u00f6ffentlichen Herrentoilette aus dem Jahr 1962 in Ohio besch\u00e4ftigt, der zur Verurteilung von zahlreichen M\u00e4nnern f\u00fchrte. Gleichzeitig wird in diesem kaum bearbeiteten Ready-Made auch die \u201ealte Idee\u201c des Cruisings als Form der \u201eKommunikation\u201c und Interaktion deutlich; als rarer sozialer Raum, in dem tats\u00e4chlich Alters-, Klassen- und Ethnizit\u00e4tskategorien verschmelzen. (ds)<br \/>\naus: ladyfestwien@mur.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Austellung: Smell it! Freundschaft als Lebens-, Produktions- und Aktionsform Er\u00f6ffnung: Mittwoch 27. Mai, 19 Uhr Laufzeit: 28. Mai bis 27. 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