{"id":1835,"date":"2009-07-15T13:42:33","date_gmt":"2009-07-15T11:42:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=1835"},"modified":"2022-05-19T16:18:46","modified_gmt":"2022-05-19T16:18:46","slug":"cfp-identitat-und-lebenswelt-praxis-der-historischen-biographieforschung-event-122009-bochum-dl-20092009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=1835","title":{"rendered":"CfP: Identit\u00e4t und Lebenswelt. Praxis der historischen Biographieforschung (Event, 12\/2009, Bochum); DL: 20.09.2009"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ute von L\u00fcpke und Yvonne Pulla, Lehrstuhl f\u00fcr Neuere Geschichte III der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 11.-12.12.2009<br \/>\nOrt: Haus der Geschichte des Ruhrgebiets<br \/>\n<strong>Deadline:<\/strong> 20.09.2009<\/p>\n<p>Volker Ulrich nannte in einem ZEIT-Artikel vom 4. April 2007 die Biographie eine \u201eK\u00f6nigsdisziplin der Geschichtswissenschaft\u201c. Jeder Historiker, der etwas auf sich halte, solle sich dieser Herausforderung einmal stellen und sich an einer Biographie versuchen. Tats\u00e4chlich erfuhr die historische Biographieforschung seit ihrer \u201eWiederentdeckung\u201c (Hans-J\u00f6rg von Berlepsch) in den 1980er Jahren eine theoretisch-methodische Neuausrichtung, die diesem Genre einen erheblich erweiterten Gegenstandsbereich sowie neue Quellengattungen erschloss.<br \/>\nIn der biographischen Praxis erwachsen hieraus verschiedene Problemfelder, auf die Verfasser von Biographien \u2013 ungeachtet des jeweiligen Untersuchungsbereichs und der spezifischen Fragestellungen \u2013 w\u00e4hrend ihrer Arbeit sto\u00dfen, und die auf dem Workshop anhand konkreter Projekte diskutiert werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<ol>\n<li>Subjekt und Lebenswelt: Nicht mehr die Vorstellung von einem autonomen Subjekt, sondern das Konzept einer kontextualisierten Biographie bildet das Grundverst\u00e4ndnis moderner Biographieforschung. Hier stellt sich jedoch die Frage, wie <!--more-->das Verh\u00e4ltnis zwischen Subjekt und Kontext, zwischen Handlung und Struktur im konkreten Fall zu rekonstruieren und zu gewichten ist? In welchem Bezug steht das Individuum zur Ereignisgeschichte, und welcher Erfahrungsbegriff liegt jeweils zugrunde?<\/li>\n<li>Inszenierung und Mythos: Die moderne Biographieforschung betrachtet das Subjekt als \u201eKonstrukteur seiner eigenen Biographie\u201c (Hans Erich B\u00f6deker), das seinerseits auf Wahrnehmungen und Zuschreibungen von au\u00dfen reagiert. Doch welche Auswirkungen hat dieser Subjektbegriff auf den Umgang mit biographischen Quellen und auf die Formen der Darstellung? Inwiefern bildet die Reflexion \u00fcber zeitgen\u00f6ssische Subjekt- und Identit\u00e4tsvorstellungen einen Bestandteil biographischer Arbeiten, und welchen Stellenwert nimmt die Dekonstruktion eines postum gebildeten Mythos ein?<\/li>\n<li>Biographie und Erz\u00e4hlung: Unter narratologischen Gesichtspunkten analysiert, bilden Autobiographien und andere erz\u00e4hlerisch verfasste Selbstzeugnisse einen wichtigen Schl\u00fcssel zu vergangenen Identit\u00e4ts- und Lebensentw\u00fcrfen. Hier w\u00e4re zu diskutieren, in welchem Verh\u00e4ltnis individuelle Identit\u00e4tsvorstellungen und kollektive Deutungsmodelle zueinander stehen, auf welchen Ebenen autobiographische Texte als Quellen der Biographieforschung dienen k\u00f6nnen, und welche methodischen Zug\u00e4nge zu dieser Quellengattung denkbar sind. Zugleich handelt es sich bei der Erz\u00e4hlung um die klassische Darstellungsform biographischer Texte, der Biograph bet\u00e4tigt sich also seinerseits in der Regel als Erz\u00e4hler. Daher ber\u00fchrt dieses Themenfeld auch die Frage nach den verschiedenen M\u00f6glichkeiten, Ergebnisse der Biographieforschung darzustellen und zu gliedern.<\/li>\n<li>Bruch und Kontinuit\u00e4t: Nicht zuletzt die Br\u00fcche des 20. Jahrhunderts haben dazu gef\u00fchrt, dass die Idee eines koh\u00e4renten und kontinuierlich verlaufenden Lebenswegs als Konstruktion erkannt wurde. Diskontinuit\u00e4ts- und Kontingenzerfahrungen \u00e4u\u00dfern sich unter anderem in einem Zusammenbrechen von Zukunfts- und Vergangenheitsvorstellungen sowie in ver\u00e4nderten Selbstbeschreibungen. Hier w\u00e4re zu diskutieren, wie die Individuen in ihrer Handlungsweise und ihrem Selbstverst\u00e4ndnis auf Brucherfahrungen reagierten, welche Strategien der Bruchbew\u00e4ltigung sie entwickelten, in welchem Verh\u00e4ltnis kollektive Br\u00fcche und individuelle Lebensverl\u00e4ufe zueinander stehen, und was die Biographieforschung zu der Erforschung historischer Br\u00fcche beitragen kann (und umgekehrt).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Workshop richtet sich prim\u00e4r an Doktorandinnen und Doktoranden der Geschichtswissenschaft und benachbarter Disziplinen, die an einer Biographie arbeiten oder in ihrem Dissertationsprojekt biographische Ans\u00e4tze verwenden. Besonders willkommen sind Beitr\u00e4ge, die den theoretischen und methodischen Zugang ihres Projekts ausdr\u00fccklich reflektieren. Dar\u00fcber hinaus wird angestrebt, Experten aus der Theorie und Praxis der Biographieforschung als Vortragende f\u00fcr den Workshop zu gewinnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr jeden Referenten sind insgesamt 45 Minuten vorgesehen, wobei die L\u00e4nge des Vortrags 20 Minuten nicht \u00fcberschreiten sollte. Ein kurzes Expos\u00e9 Ihres Vortragsvorhabens (max. eine Seite) bitten wir bis zum 20.09.2009 als .doc, .rtf oder .pdf-Datei an biographie-ngIII#ruhr-uni-bochum.de zu senden. Anreise- und \u00dcbernachtungskosten der Referentinnen und Referenten werden erstattet. Das Programm des Workshops wird sp\u00e4testens im Oktober 2009 bekannt gegeben. Diskussionsteilnehmerinnen und \u2013teilnehmer sind herzlich willkommen, werden jedoch gebeten, sich bis zum 15. November per E-Mail anzumelden.<\/p>\n<p><strong>Kontakt <\/strong><br \/>\nUte von L\u00fcpke<br \/>\nYvonne Pulla<br \/>\nLehrstuhl f\u00fcr Neuere Geschichte III<br \/>\nFakult\u00e4t f\u00fcr Geschichtswissenschaft<br \/>\nRuhr-Universit\u00e4t Bochum<br \/>\n44780 Bochum<br \/>\nbiographie-ngIII#ruhr-uni-bochum.de<br \/>\nURL: <a href=\"http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/lehrstuhl-ng3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/lehrstuhl-ng3\/<\/a> &#8230; unter &#8222;Aktuelles&#8220; finden Sie eine Ank\u00fcndigung des Workshops<\/p>\n<p>URL zur Zitation dieses CfP: http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=11820<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ute von L\u00fcpke und Yvonne Pulla, Lehrstuhl f\u00fcr Neuere Geschichte III der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum Zeit: 11.-12.12.2009 Ort: Haus der Geschichte des Ruhrgebiets Deadline: 20.09.2009 Volker Ulrich nannte in einem ZEIT-Artikel vom 4. 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