{"id":20645,"date":"2015-03-31T02:58:40","date_gmt":"2015-03-31T02:58:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=20645"},"modified":"2022-07-06T12:40:24","modified_gmt":"2022-07-06T12:40:24","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-36-tagebucheintraege-der-niederoesterreicherin-augusta-s-31-maerz-und-april-1915","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=20645","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 36: Tagebuch von Augusta S., 31. M\u00e4rz und April 1915, Altlengbach"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/NL-97-Schanda-1915-03-31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20650 size-thumbnail\" title=\"Tagebuch von Augusta S., 31. M\u00e4rz 1915\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/NL-97-Schanda-1915-03-31-150x150.jpg\" alt=\"NL 97 Schanda 1915 03 31\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Augusta Carolina S. (geb. 1877) war als Tochter eines Baumeisters in Enns in Ober\u00f6sterreich aufgewachsen. Ihr Ehemann Franz S. (\u201ePapi\u201c) stammte aus Baden bei Wien und war als Rechnungsf\u00fchrer bei einer Baufirma t\u00e4tig gewesen. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs f\u00fchrten sie eine Gemischtwarenhandlung in Altlengbach im Wienerwald. Der \u00c4lteste ihrer drei Kinder war 1904 geboren worden, im Fr\u00fchjahr 1915 stand die Geburt eines vierten Kindes unmittelbar bevor. Franz S. war im Frontdienst \u201ein Russland\u201c krank geworden. Nach einem l\u00e4ngerem Krankenhaus-Aufenthalt bem\u00fchte er sich um eine Position bei der Wasserleitungs-Wache in Altlengbach.<\/span><\/p>\n<p>31.\/III. 1915 Mittwoch<br \/>\nDas Gesuch <span style=\"color: #000080;\">[von J\u00e4nner 1915, dass Franz S. zum Wasserleitungs-Dienst in der Heimatgemeinde eingesetzt wird]<\/span> wird genehmigt und gerade als wir Papi benachrichtigen wollen da\u00df das zu erwartende Kindchen kommen werde, kommt Mizzi <span style=\"color: #000080;\">[die j\u00fcngere Schwester der Schreiberin aus Enns]<\/span> mit den Worten zu mir ins Zimmer \u2013 es ist nicht mehr n\u00f6tig! \u201eFranz ist schon selbst da!\u201c Wieder warst du gut! Mein Gott! \u2013 u. nochmal ein Warten in Hangen u. Bangen, u. Sorgen u. M\u00fchen \u2026 abends um 9 Uhr 50 Minut. ist (in Todesnot) unsere kl. Fr\u00e4nzl, endlich da. <!--more-->Tante Mizzi war wieder in Bangen, nun alles geordnet pendelt sie zwischen unten u. oben auf u. nieder; sie mu\u00df doch schon so m\u00fcde sein; sie holt die Kinder die unten am Sopha eingeschlafen waren halb tr\u00e4umend gucken sie auf das neue Schwesterl, Guggi <span style=\"color: #000080;\">[Augusta, geb. 1909]<\/span> wird sehr ernst \u2026\u2026 f\u00fcrchte nichts! &#8230;. die Liebe wird Dir nicht geschm\u00e4lert; wir sind wiedermal gl\u00fccklich! &#8230;. Papi ruft, Ferdinand <span style=\"color: #000080;\">[Bruder des Ehemanns]<\/span> herein u. zeigt ihm das kl. M\u00e4derl. \u2013 Aber so was, ist ja lieb! \u2013 ich dachte immer kl. Kinder sind noch nicht so weit entwickelt u. das sieht so fertig aus. Er begl\u00fcckw\u00fcnscht uns. \u2013 Endlich wird\u2018s ruhig; nur Mizzi schnellt beim leisesten Ton u. Ger\u00e4usch der kl. Fr\u00e4nzi empor und m\u00fcht sich ihr hie u. da ein paar Tr\u00f6pfelchen Camillentee einzufl\u00f6\u00dfen, welches sie scheinbar ganz gerne nimmt. (Morgen ist Franz\u2018s Geburtstag) Sonntag darauf ist Taufe der Kleinen. Franziska, Maria, Gertrudis. Onkel Willi ist auch da! nach der Taufe kleine Jause \u2013 und noch abends f\u00e4hrt Mizzi und Onkel Willi weg.<\/p>\n<p>Im April 1915<br \/>\nDas kleine M\u00e4derl gedeiht \u2013 macht frische Augerl. Tante Hanna sieht sie hie u. da an u. sagt sie sei schon wieder gr\u00f6\u00dfer geworden. Eine Venen-Entz\u00fcndung hielt mich zur\u00fcck, nun ist\u2018s gut \u2013 ich kann wieder meinen Pflichten nachkommen; man freut sich da\u00df ich mich so gut erholt habe. Unweit von uns ist die Wachstube, Papi kann doch nun zuhause kommen, h\u00e4lt seine Dienststunden aber genau ein. Das Gesch\u00e4ft geht gut, Onkel Ferdinand ist flei\u00dfig dran. Arbeiten in Haus u. Garten verteilen sich \u2013 es ist wieder alles in Ordnung u. altgewohntem Gang. \u2013 Die Kinder werden vern\u00fcnftiger \u2013 Willi <span style=\"color: #000080;\">[der 10j\u00e4hrige Sohn]<\/span> hilft allerlei. Wir haben auch einen 2t. Lehrjungen noch bekommen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 97<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\">N\u00e4chster Eintrag aus dem Nachlass von Augusta Carolina S. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=22701\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 10. Oktober 2015<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Voriger Eintrag aus dem Nachlass von Augusta Carolina S. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=18096\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 20. Dezember 2014<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 25, Tagebuch Augusta S., 31. M\u00e4rz und April 1915, SFN NL 97, unter: https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=20645<br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Augusta Carolina S. (geb. 1877) war als Tochter eines Baumeisters in Enns in Ober\u00f6sterreich aufgewachsen. Ihr Ehemann Franz S. (\u201ePapi\u201c) stammte aus Baden bei Wien und war als Rechnungsf\u00fchrer bei einer Baufirma t\u00e4tig gewesen. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs f\u00fchrten sie eine Gemischtwarenhandlung in Altlengbach im Wienerwald. Der \u00c4lteste ihrer drei Kinder war 1904 geboren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-20645","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-edition-wk1-in-selbstzeugnissen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20645"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64466,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20645\/revisions\/64466"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}