{"id":21331,"date":"2015-05-22T01:02:31","date_gmt":"2015-05-22T01:02:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=21331"},"modified":"2022-07-06T14:28:51","modified_gmt":"2022-07-06T14:28:51","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-44-schreiben-von-richard-poehn-an-die-familie-in-wien-22-bis-30-mai-1915-von-einem-unbestimmbaren-ort-an-der-ostfront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=21331","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 44: Feldpostschreiben von Richard P\u00f6hn an die Familie in Wien, 22. bis 30. Mai 1915 von einem unbestimmbaren Ort an der Ostfront"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1915-05-22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-21332 size-thumbnail\" title=\"Richard P\u00f6hn an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 22. Mai 1915\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1915-05-22-150x150.jpg\" alt=\"1915 05 22\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der junge Richard P\u00f6hn (geb. 1892) aus Wien war im Fr\u00fchsommer 1915 als Mannschaftssoldat der \u201ek.u. k. Tiroler Kaiserj\u00e4ger\u201c an der s\u00fcdlichen Ostfront stationiert. In den Postkarten an seine Mutter und die Geschwistern sind Lebensmittelsendungen an die Front sowie die stockende Briefverbindung ein wiederkehrendes Thema. Zudem berichtet er, je nach Adressatin und Adressat verschieden, direkt von den Anstrengungen der lange Fu\u00dfm\u00e4rsche und seiner Beteiligung an Kampfhandlungen &#8222;in Stellung&#8220;.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Richard P\u00f6hn an seine Mutter Amalie P\u00f6hn<\/strong><\/p>\n<p>22. \/ 5. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe heute Paket N 72. erhalten, vielen herzlichen Dank. Wir sind jetzt wieder in Stellung, bin auch froh das wir den gr\u00f6\u00dften Teil der M\u00e4rsche hinter uns haben, von fr\u00fch bis abens marschieren das war f\u00fcr mich das schwerste. Briefpost habe ich schon lange keine erhalten, seid 10.\/5. Das Addy <span style=\"color: #000080;\">[die Schwester des Schreibers]<\/span> mir schreibt, das weis ich ja ich bekomme sie halt nicht, wie alle anderen. Sonst geht es mir gut bin gesund. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe von deinem Sohn Richard<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle<\/p>\n<p><strong>Richard P\u00f6hn an seine Schester Adolfine P\u00f6hn<\/strong><\/p>\n<p>23. \/ 5. 1915<br \/>\nLiebe Addy!<br \/>\nVerzeihe das ich dir so lange nicht geschrieben habe, denn ich war immer so furchtbar m\u00fcde. War froh wenn ich Mama ein paar Zeilen geschrieben hatte. Wir haben jetzt ziemliche ruhe, haben uns einen Graben gebaut, das uns die Russischen Kugeln nicht treffen sie versuchten lings und rechts von uns durchzubrechen musten aber wieder mit blutigem Kopf abziehen. Zum erz\u00e4hlen w\u00fcste ich genug aber schreiben kann mann es nicht, hoffentlich habe ich das Gl\u00fcck euch lieben Wiederzusehen. <!--more-->Viele viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe von deinem Bruder Richard<br \/>\nHandku\u00df an Mama, gr\u00fc\u00dfe Hans <span style=\"color: #000080;\">[den Bruder]<\/span> und alle.<br \/>\nBriefpost habe ich schon 10 Tage keine von euch. Kannst dir denken wie mir ist.<\/p>\n<p><strong>Richard P\u00f6hn an seinen Bruder Hans P\u00f6hn<\/strong><\/p>\n<p>30. \/ 5. 1915<br \/>\nLieber Hans!<br \/>\nIch habe deine Karte von 14.\/V. und auch den letzten Brief erhalten, habe dir auch geschrieben von den letzten Gefechten von 1. Mai bis 10. Du wirst sie wohl schon erhalten haben, jetzt kann ich dir nichts neues mitteilen den auf unserer Front herscht ruhe nur die Atillerie schie\u00dft beiderseits. Ich bin schon gans vertrossen den kein Kolege ist mir geblieben sofiel ich hatte alle verwundet von manche weis ich \u00fcberhaubt nichts. Ich bin gesund. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nVielleicht kommen wir nach Italien.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 20<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\">N\u00e4chster Eintrag aus der Korrespondenz von Richard P\u00f6hn <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=21317\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 14. Juli 2015<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> Voriger Eintrag aus der Korrespondenz von Richard P\u00f6hn <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=21276\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 15. Mai 2015<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 44, Briefe von Richard P\u00f6hn, Datum , SFN NL 20, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der junge Richard P\u00f6hn (geb. 1892) aus Wien war im Fr\u00fchsommer 1915 als Mannschaftssoldat der \u201ek.u. k. Tiroler Kaiserj\u00e4ger\u201c an der s\u00fcdlichen Ostfront stationiert. In den Postkarten an seine Mutter und die Geschwistern sind Lebensmittelsendungen an die Front sowie die stockende Briefverbindung ein wiederkehrendes Thema. 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