{"id":2137,"date":"2009-09-07T12:39:27","date_gmt":"2009-09-07T10:39:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=2137"},"modified":"2022-05-19T16:18:40","modified_gmt":"2022-05-19T16:18:40","slug":"cfp-biographie-und-recht-event-042010-gottingen-dl-30112009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=2137","title":{"rendered":"CfP: Biographie und Recht (Event, 04\/2010, G\u00f6ttingen); DL: 30.11.2009"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.soziologie.de\/index.php?id=120\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sektion Biographieforschung<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.soziologie.de\/index.php?id=104\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sektion Rechtssoziologie<\/a> der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie (DGS); Vorbereitet von: Thomas Scheffer, Christine M\u00fcller-Botsch, Rixta Wundrak, Michaela K\u00f6ttig, Martina Schiebel und Gerhard Riemann, G\u00f6ttingen<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 23.-24.04.2010<br \/>\nOrt: Methodenzentrum der Georg-August-Universit\u00e4t<br \/>\n<strong>Deadline:<\/strong> 30.11.2009<\/p>\n<p>Die weitgehende und wechselseitige Durchdringung von Recht und Biographie in modernen, individualisierten Gesellschaften wird selten explizit zum Thema gemacht. Der Workshop m\u00f6chte Gelegenheit  bieten, diese Beziehung in ihren verschiedenen Facetten zu beleuchten und in ihren Wirkungsweisen zu diskutieren.<\/p>\n<p>Aus b\u00fcrokratischen und gerichtlichen Kontexten wissen wir: Recht stellt besondere Anforderungen an biographische Darstellungen sowie an die Biographiearbeit des Einzelnen. Es m\u00fcssen exakte Daten verbindlich aufgef\u00fchrt, Belege beigebracht und Irrt\u00fcmer ausgeschlossen werden. Gleichzeitig hinterlassen rechtf\u00f6rmige Pr\u00fcfungen, Verfahren und Urteilsspr\u00fcche selbst wiederum Spuren in Biographien, etwa indem Strafen ausgesprochen oder Rechtstitel vergeben werden. Recht und Biographie sind au\u00dferdem<!--more-->dort eng verwoben, wo Normalbiographien definiert sind und Abweichungen mindestens unter Rechtfertigungszwang stehen. In juristischen Kontexten werden Rechtssubjekte konstituiert, die offizielle Biographien ben\u00f6tigen; der Rechtsverkehr kn\u00fcpft mitlaufend an eine Auswahl biographischer Daten an; Rechtskonflikte nutzen eigene biographische Repr\u00e4sentationen.<\/p>\n<p>Aus den Verschr\u00e4nkungen von Recht und Biographie ergeben sich relevante Fragen, z.B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Bedeutung hat Recht in biographischen Verl\u00e4ufen?<\/li>\n<li>Wie tritt Biographie in der Rechtspraxis in Erscheinung?<\/li>\n<li>Oder pointierter: Wie findet eine \u201aVerrechtlichung&#8216; biographischer Erfahrung statt?<\/li>\n<li>Wie erfolgt die biographische Verarbeitung von Rechtskonflikten oder erfahrenem Unrecht?<\/li>\n<li>Wie lernen die sog. \u201akleinen Leute&#8216; die Anforderungen des Rechts in ihren biographischen Darstellungen &#8211; auch zum eigenen Nutzen &#8211; zu bedienen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Verschr\u00e4nkungen reichen von der Gestaltung und Wandelbarkeit von Biographien f\u00fcr rechtliche Anforderungen, \u00fcber die Standardisierung von Biographien durch Recht, \u00fcber die Zirkulation und \u00dcbersetzung von Biographien in Rechtsdiskursen bis hin zur Verarbeitung von Verh\u00f6r- und Verurteilungserfahrungen in biographischen Erz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p>Im Rahmen des gemeinsamen Workshops der Sektionen Biographieforschung und Rechtssoziologie der DGS sind Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, ihre Arbeiten zum Themenkomplex vorzustellen.<\/p>\n<p>Willkommen sind dabei Beitr\u00e4ge aus allen sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldern, die sich mit Recht und Biographie theoretisch inspiriert oder empirisch fundiert befassen: etwa auch aus professionssoziologischer Sicht (z.B. zu Richterbiographien), aus kriminologischer Sicht (z.B. zu \u201erepeat offenders&#8220;), in der Migrationsforschung (z.B. zu Fluchtgeschichten), in der Konversationsanalyse und ethnographischen Soziolinguistik (z.B. biographisches Erz\u00e4hlen in Verh\u00f6rsituationen).<\/p>\n<p>Neben der Vorstellung von Forschungsarbeiten im Plenum besteht die M\u00f6glichkeit, Daten in kleineren Arbeitsgruppen zu diskutieren. Die Basis f\u00fcr Diskussionen am Material k\u00f6nnen Dokumente (Formulare, Personalakten), Interviews (insbesondere biographisch-narrative), ethnographische Feldprotokolle (etwa zum Gebrauch von Biographie) oder auch Gerichtsprotokolle, Anklageschriften, Urteile und Ermittlungsakten oder audio\/visuelle Aufzeichnungen sein.<\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge mit kurzen Abstracts (max. 2000 Zeichen) bitten wir <strong>bis zum 30.11.2009<\/strong> sowohl an Christine M\u00fcller-Botsch (mueller-botsch#gmx.de) f\u00fcr die Sektion Biographieforschung als auch an Thomas Scheffer (scheffer#law-in-action.org) f\u00fcr die Sektion Rechtssoziologie zu senden.<\/p>\n<p>URL zur Zitation dieses Beitrages: http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=12131<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sektion Biographieforschung und Sektion Rechtssoziologie der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie (DGS); Vorbereitet von: Thomas Scheffer, Christine M\u00fcller-Botsch, Rixta Wundrak, Michaela K\u00f6ttig, Martina Schiebel und Gerhard Riemann, G\u00f6ttingen Zeit: 23.-24.04.2010 Ort: Methodenzentrum der Georg-August-Universit\u00e4t Deadline: 30.11.2009 Die weitgehende und wechselseitige Durchdringung von Recht und Biographie in modernen, individualisierten Gesellschaften wird selten explizit zum Thema gemacht. 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