{"id":2202,"date":"2009-09-16T15:12:17","date_gmt":"2009-09-16T13:12:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=2202"},"modified":"2022-05-19T16:18:39","modified_gmt":"2022-05-19T16:18:39","slug":"oe1-radiosendung-fragmente-aus-vielen-leben-16092009-1709-uhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=2202","title":{"rendered":"OE1-Radiosendung &#8222;Fragmente aus vielen Leben&#8220;, 16.09.2009, 17.09 Uhr"},"content":{"rendered":"<p><strong>OE1-Reihe &#8222;Moment-Leben-Heute&#8220;<\/strong><br \/>\nGestaltung: Alexandra Faber<br \/>\n<a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Live-Stream<\/a><\/p>\n<p><strong>Fragmente aus vielen Leben. Ein Museum der Frauen<\/strong><br \/>\nDas erste und einzige <a href=\"http:\/\/www.frauenmuseum.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenmuseum in \u00d6sterreich<\/a> befindet sich in der kleinen Gemeinde Hittisau im Bregenzerwald in Vorarlberg. Seit April dieses Jahres wird diese Vorarlberger Kulturinstitution von einer neuen Direktorin geleitet. Stefania Pitscheider-Soraperra hat das Museum im neunten Jahr seines Bestehens von Elisabeth St\u00f6ckler \u00fcbernommen. <\/p>\n<p><strong>Frauenleben nachgezeichnet<\/strong><br \/>\nDie von Christa H\u00e4mmerle, Li Gerhalter und Nikola Langreiter kuratierte Ausstellung &#8222;Frauennachl\u00e4sse &#8211; Fragmente aus vielen Leben&#8220; gibt auf behutsame Weise Einblicke in das Leben verschiedener Frauen. Gezeigt werden Fotografien, Haushaltsb\u00fccher mit pers\u00f6nlichen Notizen, Tageb\u00fccher sowie Feldpostbriefe. Auch amtliche Dokumente, Schulhefte und literarische Manuskripte dokumentieren das Leben von Frauen aus verschiedensten Regionen \u00d6sterreichs. Die Dokumente stammen aus der <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/sfn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse<\/a>, die seit 1991 am Institut f\u00fcr Geschichte der Universit\u00e4t Wien aufgebaut wird. Jetzt sind in Hittisau Teile daraus das erste Mal au\u00dferhalb des universit\u00e4ren Kontexts zu sehen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Ber\u00fchrende Schicksale und kuriose Aufzeichnungen<\/strong><br \/>\nEin besonders ersch\u00fctterndes Schicksal hat die Bregenzer Gesch\u00e4ftsfrau Karoline Redler erlitten, die 1943 von der Gestapo verhaftet und 1944 in Wien hingerichtet wurde. In der Ausstellung ist das Gnadengesuch zu sehen, das die 60-J\u00e4hrige zwei Monate vor der Hinrichtung gestellt hat. Besucher und Besucherinne k\u00f6nnen auf einem Audioger\u00e4t auch die Briefe anh\u00f6ren, die Karoline Redler in der Todeszelle schrieb.<\/p>\n<p>Neben diesen ber\u00fchrenden Dokumenten aus den letzten Lebenstagen einer starken Frau gibt es auch allt\u00e4glichere Themen, die pr\u00e4sentiert werden. So etwa ein Filmverzeichnis, in dem eine Wienerin in den 1930er Jahren des vorigen Jahrhunderts penibel ihre Kinobesuche samt Filmtiteln aufgelistet hat.<\/p>\n<p>Die Schau wird erg\u00e4nzt durch Exponate aus der Region rund um Hittisau. Eine Kulturvermittlerin des Museums, Ida Bals, hat etwa den Mondkalender ihrer Gro\u00dfmutter beigesteuert, auf dem sie die Mondphasen eingezeichnet und danach ihre T\u00e4tigkeiten im Haushalt ausgerichtet hat.<\/p>\n<p><strong>Frauenmuseum in Frauenhand<\/strong><br \/>\nStarke und selbstst\u00e4ndige Frauen sind nicht nur Thema in der Ausstellung, ebensolche Frauen pr\u00e4gen das gesamte Erscheinungsbild des Museums. 13 Bregenzerw\u00e4lderinnen unterschiedlichen Alters bringen ihre Anregungen ein: &#8222;Im Moment sind wir Frauen in einem Alter von Mitte 20 bis 80. Gerade wenn man sich auf eine Ausstellung vorbereitet, diskutieren wir ganz intensiv in der Gruppe &#8211; und das generationen\u00fcbergreifend. Nat\u00fcrlich bringt das auch Konfrontationen mit sich, aber insgesamt ist das sehr bereichernd f\u00fcr die Gruppe.&#8220; so Ida Bals.<\/p>\n<p>In den F\u00fchrungen durch das Museum pr\u00e4sentiert jede der Kulturvermittlerinnen auch ein bisschen ihren Zugang zum Thema.<\/p>\n<p><strong>Vergessene Kinderbuchillustratorin neu entdeckt<\/strong><br \/>\nSynergieeffekte nutzen, das ist das Ziel der neuen Leiterin Stefania Pitscheider-Soraperra. Sie m\u00f6chte, so wie bei der aktuellen Ausstellung, mit anderen Kulturinstitutionen kooperieren: &#8222;Es gibt rund 30 Frauenmuseen weltweit, da suchen wir sehr stark die Zusammenarbeit. Wir sind aber auch offen f\u00fcr andere Kooperationen.&#8220; F\u00fcr das Jubil\u00e4umsjahr 2010, in dem das Museum sein zehnj\u00e4hriges Bestehen feiert, wird schon geplant.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Ausstellung ist einer sehr bekannten Trickfilmzeichnerin, Graphikerin und Kinderbuchillustratorin gewidmet, die die Vorstellungswelt einer Generation von Kindern gepr\u00e4gt hat. Susi Weigel war es, die die zauberhaften Illustrationen zu &#8222;B\u00e4rli Hupf&#8220;, &#8222;Die Omama im Apfelbaum&#8220; und dem &#8222;Kleinen Ich bin Ich&#8220; geschaffen hat.<\/p>\n<p>F\u00fcr Stefania Pitscheider-Soraperra und ihre Mitarbeiterinnen wird das Projekt eine neue Herausforderung, eine Br\u00fccke zwischen den Generationen zu schlagen. Eine Herausforderung, die die selbstst\u00e4ndigen Frauen aus dem Bregenzerwald gerne annehmen.<\/p>\n<p>Text: Alexandra Faber, http:\/\/oe1.orf.at\/highlights\/143730.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OE1-Reihe &#8222;Moment-Leben-Heute&#8220; Gestaltung: Alexandra Faber Live-Stream Fragmente aus vielen Leben. Ein Museum der Frauen Das erste und einzige Frauenmuseum in \u00d6sterreich befindet sich in der kleinen Gemeinde Hittisau im Bregenzerwald in Vorarlberg. Seit April dieses Jahres wird diese Vorarlberger Kulturinstitution von einer neuen Direktorin geleitet. 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