{"id":22710,"date":"2015-10-20T01:31:37","date_gmt":"2015-10-20T01:31:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=22710"},"modified":"2022-07-06T14:27:36","modified_gmt":"2022-07-06T14:27:36","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-57-schreiben-von-richard-poehn-an-die-mutter-in-wien-19-oktober-bis-20-november-1915-von-einem-unbestimmbaren-ort-in-tirol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=22710","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 57: Feldpostschreiben von Richard P\u00f6hn an die Mutter in Wien, 19. Oktober bis 20. November 1915 von einem unbestimmbaren Ort in Tirol"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1915-10-19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-22716 size-thumbnail\" title=\"Postkarte von Richard P\u00f6hn, 19. Oktober 1915 (Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken)\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1915-10-19-150x150.jpg\" alt=\"1915 10 19\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der junge Wiener Richard P\u00f6hn (geb. 1892) war seit Kriegsbeginn an der \u00f6stlichen, seit August 1915 an der Italien-Front stationiert. Im September 1915 wurde er nach Tirol versetzt. Er korrespondierte regelm\u00e4\u00dfig mit seiner Mutter und den Geschwistern in Wien und berichtete dabei destailliert von seiner jeweils aktuellen Situation als Mannschaftssoldat. Insbesondere das Funktionieren der Feldpost und die Notwendigkeit von Paketsendungen waren weitere wiederkehrende Themen. Im Herbst 1915 kommen auch Fehl-Informationen \u00fcber den Kriegsverlauf sowie die Umst\u00e4nde der Informations-\u00dcbermittlung via &#8222;H\u00f6ren-Sagen&#8220; zur Sprache.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 19. Oktober 1915<\/strong><\/p>\n<p>19.\/10. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe heute den Brief vom 14.\/10. erhalten in dem du mir mitteilst, das du weist wo ich bin. Da\u00df in Hacking ein Freulein wohnt die euch sagte, dass ich in einer hartumstrittenen Stellung bin, bitte last euch ja nicht von Leuten in Kopf voll machen die nichts wissen von dieser Stellung sind wir schon seit 26.\/9. Abgel\u00f6st, die 3 Wochen als wir dort waren haben weder wir noch die Italiener einen angriff gemacht, erst als wir fort waren. Das war noch in K\u00fcstenland. Wir sind in Tirol in einer sch\u00f6nen Stellung, wie ich dir schon mitteilte habe ich Paket 19, 16, 17, 18 erhalten. Ich bin gesund geht mir gut. Viele, viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fc\u00dfe von deinem Sohn Richard<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle.<\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 1. November 1915<\/strong><\/p>\n<p>1.\/11.1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe heute Brief von 24.\/10. 27.\/10. erhalten. Ich teilte es so mit das wir deutsche Soldaten abl\u00f6sten das sind die, die durch Wien fuhren. Hast du die Karte nicht erhalten? In der Blockh\u00fctte sind wir 15 Mann.<!--more--> 1 Katettasperant, 12 J\u00e4gern von der Comp., 2 Telifonisten von der Telifonabt. Den wir haben einen <span style=\"color: #333399;\">[Apparat]<\/span> in der H\u00fctte. Von Onkel P\u00f6hn habe ich das Paket noch nicht. Die nordreinjischen Sadinen kenne ich, wir bekommen sie u. da eine solche Schachtel 2 Mann <span style=\"color: #333399;\">[\u2026]<\/span>. Sie sind auch sehr gut kannst mir bitte auch solche senden. Das ich das gro\u00dfe 3. Paket erhalten habe wirst du wohl schon wissen, schreibe das 3. Mal dafon. Ich bin gesund geht mir gut. Viele viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe u. K\u00fc\u00dfe von deinem Sohn Richard<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle.<\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 5. November 1915<\/strong><\/p>\n<p>5.\/11. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nBekombst du auch so wenig Post von mir? Ich habe schon 5 Tage au\u00dfer der Karte von 30.\/10. Nichts erhalten. Von den kleinen Paketen fehlen mir 19, 21, 22, 23, 24, vor zirka 1 Woche erhielt ich Paket 20. Seit dem keines mehr. Ich fragte die Deutschen wie bei ihnen die Post geht, sie sagten es kommt h\u00f6gst selten vor, das einer \/einen\/ Brief oder Paket nicht bekommen hat. Also ist nur bei uns diese Schweinerei. Wir haben schon \u00bd m Schnee! Bitte liebe Mama sende mir eine Haussalbe und einen gr. Blechschachtel von die Ketinen oder Dames <span style=\"color: #333399;\">[zwei Zigarettenmarken]<\/span>, wo ich in Zigarettenvorrad hineingebe wenn ich einen habe. Bin gesund geht mir gut. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe von Richard<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle.<\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 12. November 1915<\/strong><\/p>\n<p>12.\/11. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe gestern Paket 26 erhalten, vielen herzlichen Dank. Sonst ist alles beim alten. Ich bin gesund geht mir gut. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fc\u00dfe von Deinem Sohn Richard.<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle.<\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 16. November 1915<\/strong><\/p>\n<p>16.\/11. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe seit 7.\/11. keine Nachricht, so schlecht wie jetzt die Post geht weis ich noch nie seid ich im Felde bin. Bekomme keine Karte, kein Paket, von Onkel habe ich das Paket auch nicht erhalten. Zigaretten habe ich auch keine mehr, gestern habe ich das erste mal aus der Pfeife geraucht. Es ist nicht schlecht aber Zigaretten sind mir doch lieber. Ich bin gesund geht mir gut. Viele viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fc\u00dfe von deinem Sohn Richard.<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle<\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 20. November 1915<\/strong><\/p>\n<p>20.\/11.1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe heute das gro\u00dfe 4. Paket erhalten. Vielen herzlichen Dank. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fcsse von deinem Sohn Richard.<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle.<\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt; line-height: 150%;\"><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 20<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">N\u00e4chster Eintrag aus der Korrespondenz von Richard P\u00f6hn am <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=23523\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2. Dezember 2015<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> Voriger Eintrag aus der Korrespondenz von Richard P\u00f6hn am <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=22205\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">21. August 2015<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 57, Briefe von Richard P\u00f6hn, Datum, SFN NL 20, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der junge Wiener Richard P\u00f6hn (geb. 1892) war seit Kriegsbeginn an der \u00f6stlichen, seit August 1915 an der Italien-Front stationiert. Im September 1915 wurde er nach Tirol versetzt. Er korrespondierte regelm\u00e4\u00dfig mit seiner Mutter und den Geschwistern in Wien und berichtete dabei destailliert von seiner jeweils aktuellen Situation als Mannschaftssoldat. 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