{"id":22748,"date":"2015-09-29T17:31:30","date_gmt":"2015-09-29T17:31:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=22748"},"modified":"2022-05-19T16:04:56","modified_gmt":"2022-05-19T16:04:56","slug":"vortrag-marita-keilson-lauritz-eduard-kulke-und-die-gleichberechtigung-der-empfindungen-30-09-3015-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=22748","title":{"rendered":"Vortrag: Marita Keilson-Lauritz: Eduard Kulke und die Gleichberechtigung der Empfindungen, 30.09.3015, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wienbibliothek im Rathaus<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.wienbibliothek.at\/veranstaltungen-und-ausstellungen\/veranstaltungen\/marita-keilson-lauritz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><br \/>\nZeit: 30. September 2015, 19.00 Uhr<br \/>\nOrt: Musiksammlung der Wienbibliothek, Bartensteingasse 9, 1. Stock, 1010 Wien<br \/>\n<strong>Programm<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Begr\u00fc\u00dfung: <strong>Sylvia Mattl-Wurm<\/strong>, Wienbibliothek und <strong>Andreas Brunner<\/strong>, QWIEN<\/li>\n<li>Einf\u00fchrende Worte: <strong>Wolfgang Nedobity<\/strong>, \u00d6sterreichische Universit\u00e4tenkonferenz<\/li>\n<li>Vortrag: <strong>Marita Keilson-Lauritz<\/strong>, Literaturwissenschaftlerin<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Schriftsteller und Musikkritiker Eduard Kulke hat in seinen zahlreichen Geschichten aus dem j\u00fcdischen Volksleben die Welt der m\u00e4hrischen Schtetl plastisch vor Augen gef\u00fchrt, dabei aber Figuren eingef\u00fchrt, die nicht der Tradition entsprangen, wie etwa das \u201eSchmul Mad\u201c, eine die Grenzen der Geschlechter \u00fcberschreitende Figur, die als \u201esexuelle Zwischenstufe\u201c im Sinne Magnus Hirschfelds interpretiert werden kann. Er sah die religi\u00f6s gepr\u00e4gte Kultur mit den Augen eines \u00fcberzeugten Aufkl\u00e4rers und Optimisten und vertraute voll seiner Empfindung, die weder durch eine Autorit\u00e4t gebeugt, noch durch eine Majorit\u00e4t ersch\u00fcttert werden konnte. Dies geht auch aus seinen Tageb\u00fcchern hervor, die in der Wienbibliothek aufbewahrt werden.<!--more--><br \/>\nSein \u00fcberaus produktives Berufsleben \u2013 mit an die 300 Erz\u00e4hlungen und 2.000 Zeitungsbeitr\u00e4gen verschiedenster Art \u2013 hat er seit 1859 in Wien verbracht. In dieser Stadt verstarb er am 20. M\u00e4rz 1897 an seiner letzten Adresse, Mariahilferstra\u00dfe 70, und wurde wenige Tage sp\u00e4ter am Zentralfriedhof begraben, doch es ist kein Grabstein erhalten.<br \/>\nEr war ein gro\u00dfer Verehrer Friedrich Hebbels, Richard Wagners und Johann Joachim Winckelmanns. Mit Letzterem verband ihn nicht nur die gleichgeschlechtliche Orientierung, sondern auch das Interesse an einer Theorie des Sch\u00f6nen. Seine posthum erschienene \u201eKritik der Philosophie des Sch\u00f6nen\u201c erweckte sowohl die Begeisterung seines Freundes Ernst Mach, der eine biografische Skizze beisteuerte, als auch die von Otto Neurath, was durch zahlreiche Markierungen und Randglossen in dessen Arbeitsexemplar belegt ist.<br \/>\nDie Vortragende Marita Keilson-Lauritz wurde 1935 in Tallinn\/Estland geboren, studierte in Erlangen und Amsterdam und promovierte \u00fcber \u201cDie Geschichte der eigenen Geschichte\u201d (Verlag rosa Winkel, 1997.) Diese Dissertation \u00fcber Literatur und Literaturkritik in den Anf\u00e4ngen der Schwulenbewegung am Beispiel des \u201eJahrbuchs f\u00fcr sexuelle Zwischenstufen\u201c und der Zeitschrift \u201eDer Eigene\u201c ist ein unverzichtbares Standardwerk geworden. Seit 1970 war sie mit Hans Keilson (1909-2011) verheiratet, der weit \u00fcber den deutschen Sprachraum hinaus als Psychiater, Psychonanalytiker, Schriftsteller und Dichter Bekanntheit erlangte.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wienbibliothek im Rathaus (Web) Zeit: 30. September 2015, 19.00 Uhr Ort: Musiksammlung der Wienbibliothek, Bartensteingasse 9, 1. 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