{"id":23523,"date":"2015-12-02T02:36:05","date_gmt":"2015-12-02T02:36:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=23523"},"modified":"2022-07-06T14:25:17","modified_gmt":"2022-07-06T14:25:17","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-62-schreiben-von-richard-poehn-an-die-mutter-in-wien-2-dezember-1915-von-einem-unbestimmbaren-ort-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=23523","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 61: Feldpostschreiben von Richard P\u00f6hn an die Mutter in Wien, 2. bis 15. Dezember 1915 von einem unbestimmbaren Ort in Tirol"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1915-12-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-23630 size-thumbnail\" title=\"Feldpostkarte von Richard P\u00f6hn, 1. Dezember 1915, Poststempel 3. Dezember 1915 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1915-12-02-150x150.jpg\" alt=\"1915 12 02\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der 23j\u00e4hrige Richard P\u00f6hn (geb. 1892) war als Mannschaftssoldat der &#8222;Tiroler Kaiserj\u00e4ger&#8220; an unbestimmbaren Orten in S\u00fcdtirol &#8222;in Stellung&#8220;, also direkt in Feuergefechten, eingesetzt. In der regelm\u00e4\u00dfigen Korrespondenz mit der Mutter und den Geschwistern in Wien, die immer auch &#8222;Gr\u00fc\u00dfe an alle&#8220; enthalten, formuliert er wiederholt die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 2. Dezember 1915<\/strong><\/p>\n<p>2.\/12. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nWie ich dir schon mitteilte habe ich gestern das 4. gro\u00dfe Paket erhalten, nochmals vielen Dank. Ich schreib schnell eine Karte das der, der mir das Paket brachte es gleich mitnehmen konnte. So das du es gleich erfahrst. Du kannst dir nicht vorstellen welche Freude ich hatte. Die Lampe ist viel zu sch\u00f6n f\u00fcrs Feld. Draute mir lange keine verlangen da ich wusste dass du mir eine neue kaufen wirst. Da viel mir die alte ein und ich schrieb darum. W\u00fcrstl, Rum, Tee, Schokolade, Butter, u. so weiter, alles kamm gut erhalten an. Die letzten 3 Tage ging es gut. 2 Tage je ein kleines am 3 ein gro\u00dfes Paket. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fc\u00dfe von deinem Sohn Richard.<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle.<br \/>\n<strong><br \/>\nFeldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 13. Dezember 1915<\/strong><\/p>\n<p>13.12. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nWie ich h\u00f6rte sollen wir in ein bar Tagen abgel\u00f6st werden, was uns allen nicht recht ist da es wir hier sehr sch\u00f6n hatten, wenn auch oft sehr langweilig da wir von der Welt ganz abgeschlo\u00dfen waren. Da kamen wir hierher in ein Quatier auf ein bar Tage ehe wir wieder in eine Stellung gehen. <!--more-->So m\u00f6chte ich dich bitten sende mir einige Kronen ich hoffe das ich mir etwas kaufen kann. Was ist mit Hans <span style=\"color: #333399;\">[dem Bruder des Schreibes]<\/span> u. Karl S.? Ich bin gesund geht mir gut. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fc\u00dfe von deinem Sohn Richard.<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle<\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte an die Mutter Amalie P\u00f6hn, 15. Dezember 1915<\/strong><\/p>\n<p>15.12. 1915<br \/>\nLiebe Mama!<br \/>\nIch habe gestern Paket 34. erhalten und die Zeitungen vielen herzlichen Dank. Die Zeitungen schreiben sehr viel sch\u00f6nes, wenn es nur war w\u00e4hre das der Krieg bald zu ende ginge. Da w\u00e4hre das Wiedersehen viel sch\u00f6ner als im Urlaub. Vorgestern war bei uns ein starker Schneefall gestern und heute ist es wieder sehr kalt, aber ich friere nicht, mir ist es in der H\u00fctte oft zu warm, den ich bin keine W\u00e4rme mehr gewohnt. Ich bin gesund geht mir gut. Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fcsse von deinem Sohn Richard<br \/>\nGr\u00fc\u00dfe an alle<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 20<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\">N\u00e4chster Eintrag aus der Korrespondenz von Richard P\u00f6hn <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=23525\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 22. Dezember 2015<\/a><\/span><span style=\"color: #333399;\"><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> Voriger Eintrag aus der Korrespondenz von Richard P\u00f6hn <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=22710\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 19. Oktober 2015<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 61, Briefe\/Karten von Richard P\u00f6hn, Datum, SFN NL 20, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 23j\u00e4hrige Richard P\u00f6hn (geb. 1892) war als Mannschaftssoldat der &#8222;Tiroler Kaiserj\u00e4ger&#8220; an unbestimmbaren Orten in S\u00fcdtirol &#8222;in Stellung&#8220;, also direkt in Feuergefechten, eingesetzt. In der regelm\u00e4\u00dfigen Korrespondenz mit der Mutter und den Geschwistern in Wien, die immer auch &#8222;Gr\u00fc\u00dfe an alle&#8220; enthalten, formuliert er wiederholt die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges. 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