{"id":24260,"date":"2016-08-30T01:13:08","date_gmt":"2016-08-30T01:13:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=24260"},"modified":"2022-05-24T13:18:14","modified_gmt":"2022-05-24T13:18:14","slug":"nl-74","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24260","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 81: Kriegsgefangenenkarten von Georg M. an seine Verlobte in Wien, 30. August 1916, und an Bekannte in Wien, 17. November 1917, Astrachan\/RUS"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1916-08-301.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-24374 size-thumbnail\" title=\"Kriegsgefangenenpostkarte von Georg M., 30. August 1916 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1916-08-301-150x150.jpg\" alt=\"1916 08 30\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><span style=\"color: #333399;\">Der Wiener Georg M. (geb. 1884) war als Mannschafts-Soldat an der Front in Russland eingesetzt gewesen, als er im Juni 1916 angeschossen, gefangen genommen und in ein Kriegsgefangenen-Spital in der Stadt Astrachan an der Wolga-M\u00fcndung eingeliefert wurde. In den folgenden Monaten schrieb er wiederholt Postkarten an seine Verlobte Juli G. (geb. 1881). Erst Ende August 1916 erhielt er die erste Antwortpost aus Wien. In seinem Schreiben wird auch angesprochen, dass Soldaten oft den Angeh\u00f6rigen von anderen Kriegsteilnehmern informelle Informationen \u00fcber deren derzeitigen Aufenthalt zukommen haben lassen. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=22015\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Dazu auch die Postkarte an Familie Hahn aus 1915).<\/a> Auch werden wieder Geldsendungen genannt, die Kriegsgefangene &#8211; wie auch Soldaten &#8211; offenbar von zu Hause erhalten haben, und es gibt Hinweise auf Verdienstm\u00f6glichkeiten in der Kriegsgefangenschaft.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Karte von Georg M. an die Verlobte Juli G. in Wien<\/strong><\/p>\n<p>Astrachan, 30. August, 1916\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 21<br \/>\nMein liebes Julei!<br \/>\nHeute mit gro\u00dfer Freude Deine Karte erhalten, habe selbe schon mit Sehnsucht erwartet. Herzlichen Dank daf\u00fcr. Freut mich, alles bei Gesundheit zu wissen, was ich auch fernerhin w\u00fcnsche. Auch freut mich die Freundlichkeit von P. und K. <span style=\"color: #333399;\">[zwei M\u00e4nner aus der Einheit des Schreibers]<\/span>, dass sie Dich verst\u00e4ndigten, f\u00fcr das ich ihnen sehr danke, &#8211; w\u00e4re lieber beim Baon. <span style=\"color: #333399;\">[Battalion]<\/span> geblieben. K. war unser Dienstf\u00fchrender und wird wahrscheinlich \u00fcber h\u00f6heren Auftrag gehandelt haben. Geld habe ich noch keines erhalten. Telegrafisch dauert unter Umst\u00e4nden l\u00e4nger als der gew\u00f6hnliche Postweg, welcher noch der Beste ist. Wenn\u2019s was Neues gibt, teile es mir mit. Auch die Adresse von Franz und Kathi. Hat P. oder K. etwa besonderes geschrieben?<br \/>\nHerzliche Gr\u00fcsse an Mutter, alle Verwandten u. Bekannten.<br \/>\nInnigste K\u00fcsse sendet Dir<br \/>\nDein Schurlei<\/p>\n<p><strong>Karte von Georg M. an Familie S. in Wien<\/strong><\/p>\n<p>Astrachan, 17. November 1916<br \/>\nLiebe Freunde!<br \/>\nVon meinem Schicksal werdet Ihr wohl schon benachrichtet sein, nicht wahr. Bin nun schon ganz ausgeheilt, nur bei einiger Anstrengung werde ich leicht noch erm\u00fcdet, werde hier in meinem Berufe<span style=\"color: #333399;\"> [als Friseur]<\/span> verwendet, verdiene mir dadurch auch etwas, was <!--more-->ich zu meiner Aufbesserung verwenden kann, wodurch es mir, den Verh\u00e4ltnissen angemessen gut geht. Leidlich. Mit der Post geht es mir schlecht. Habe erst eine einzige Karte von Julie erhalten und zwar am 29. August. Hoffentlich treffen meine Zeilen alle bei Gesundheit. \u2013<br \/>\nHerzlichste Gr\u00fcsse an alle welche zur Familie geh\u00f6ren und Bekannte, vom<br \/>\nHausfreund<br \/>\nGeorg<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 74<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> N\u00e4chster Eintrag aus der Korrespondenz von Georg M. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24378\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 24. Dezember 2016<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> Voriger Eintrag aus der Korrespondenz von Georg M. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24256\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 22. Juli 2016<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 81, Karten von Georg M. an seine Verlobte Julie M., Datum, SFN NL 74, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wiener Georg M. (geb. 1884) war als Mannschafts-Soldat an der Front in Russland eingesetzt gewesen, als er im Juni 1916 angeschossen, gefangen genommen und in ein Kriegsgefangenen-Spital in der Stadt Astrachan an der Wolga-M\u00fcndung eingeliefert wurde. In den folgenden Monaten schrieb er wiederholt Postkarten an seine Verlobte Juli G. (geb. 1881). 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