{"id":24264,"date":"2016-10-06T01:14:05","date_gmt":"2016-10-06T01:14:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=24264"},"modified":"2022-07-06T12:21:01","modified_gmt":"2022-07-06T12:21:01","slug":"nl-09-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24264","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 84: Tagebuch von Bernhardine Alma, 6. Oktober 1916, Wien"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1916-10-06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-24342 size-thumbnail\" title=\"Tagebuch von Bernhardine Alma, 6. Okotber 1916 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1916-10-06-150x150.jpg\" alt=\"1916 10 06\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><span style=\"color: #333399;\">In den sehr regelm\u00e4\u00dfigen und zumeist auch ausf\u00fchrlichen Berichten im Tagebuch der Wienerin Bernhardine Alma (geb. 1895) lassen sich ihre Lebensumst\u00e4nde &#8211; und damit das Leben von Vertreterinnen und Vertretern der urbanen, b\u00fcrgerlichen Oberschichte w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs detailreich nachvollziehen, wobei im Oktober 1916 auch wieder von zunehmenden Versorgungsengp\u00e4ssen geschrieben wird. Gleichzeitig beschrieb die 21j\u00e4hrige die pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen Verstrickungen, in die sie im Kriegshilfsdienst im Roten Kreuz, den sie in der Woche an vier Tagen versah, involviert war.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">6.\/X. 16. abends.<\/span><br \/>\nIch mu\u00df von gestern noch nachholen, da\u00df ich vorm R. K. <span style=\"color: #333399;\">[Dienst im Roten Kreuz]<\/span> mit den Eltern im Cafe war. \u2013 Ich hatte mich gestern beim Krautschneiden geschnitten, (Gott sei Dank nur links) da hat sich die Sektionschefin <span style=\"color: #333399;\">[eine der Vorgesetzten im Roten Kreuz]<\/span> sehr nett darum gek\u00fcmmert. Der Dr. L. hat um mein \u201eHanderl\u201c gefragt. \u2013 Die arme Sigrid <span style=\"color: #333399;\">[\u00e4ltere Schwester, geb. 1891]<\/span> wird mir sehr leid tun, wenn mit dem Major nichts daraus wird <span style=\"color: #333399;\">[wahrscheinlich einer Bekanntschaft \u00fcber eine Zeitungsannonce, mittels der die Schwestern regelm\u00e4\u00dfig versuchten, Heiratskanditaten kennenzulenrnen]<\/span>. \u2013 Heute stellt ich mich wieder um Erd\u00e4pfel an, aber heute ging\u2019s viel k\u00fcrzer als gestern. \u2013 Im R. K. war der Sektionschef sehr nett. Er ging mit den anwesenden Vorstandsdamen (P., Baronin T. und mir) die Liste der zur Auszeichnung vorgeschlagenen Damen durch. <span style=\"color: #333399;\">[Bernhardine Alma hatte ihrerseits bereits im November 1915 einen Orden f\u00fcr ihre Kriegshilfsdieneste erhalten.]<\/span> Die Baronin ist ziemlich lieb, die P. grauslich. Sie \u00e4rgert sich sicher, da\u00df ich mit dem Sektionschef so gut stehe. Dieser <!--more-->stellte mir wieder einmal den Sektionsrat von S. vor, der aber auf die bereitsige Bekanntschaft hinwies. \u2013 Die Lisl H. <span style=\"color: #333399;\">[eine Freundin der Schreiberin]<\/span> war bei mir im R.K. \u2013 \u2013 Wenn nur der Krieg schon einmal sein Ende nehmen wollte! \u2013 Ob mein s.J.G. <span style=\"color: #333399;\">[Bekanntschaft, die die Schreiberin bei ihren Besuchen von verwundeten Soldaten gemacht hat und der ihr seit einigen Monaten den Hof machte]<\/span> morgen da ist? \u2013 \u2013 Was werde ich morgen herein schreiben, oder \u00fcbermorgen? Die Stefanskirche ist wundersch\u00f6n! \u2013<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 09<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> N\u00e4chster Eintrag aus dem Tagebuch von Bernhardine Alma <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24268\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 21. November 2016<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> Voriger Eintrag aus dem Tagebuch von Bernhardine Alma <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=27298\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 11. September 2016<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #333399;\">Zum Tagebuch von Bernhardine Alma im Ersten Weltkrieg siehe auch: Ulrike Seiss, \u201c\u2026 ich will keinen Krieg oder als Krankenschwester mit!\u201d Selbstinszenierungen, Kriegsrezeption und M\u00e4nnlichkeitsbilder im Tagebuch einer jungen Frau im Ersten Weltkrieg, Wien, Diplomarbeit, 2002 sowie weiters <a href=\"https:\/\/ww1.habsburger.net\/de\/erinnerungen\/tagebuch-aus-der-hinterlassenschaft-von-bernhardine-alma\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ww1.habsburger.net\/de.<\/a><br \/>\n<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 84, Tagebuch von Bernhardine Alma, Datum, SFN NL 09, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den sehr regelm\u00e4\u00dfigen und zumeist auch ausf\u00fchrlichen Berichten im Tagebuch der Wienerin Bernhardine Alma (geb. 1895) lassen sich ihre Lebensumst\u00e4nde &#8211; und damit das Leben von Vertreterinnen und Vertretern der urbanen, b\u00fcrgerlichen Oberschichte w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs detailreich nachvollziehen, wobei im Oktober 1916 auch wieder von zunehmenden Versorgungsengp\u00e4ssen geschrieben wird. 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