{"id":24266,"date":"2016-10-07T00:04:28","date_gmt":"2016-10-07T00:04:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=24266"},"modified":"2022-05-24T13:22:22","modified_gmt":"2022-05-24T13:22:22","slug":"nl-53-anna-h","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24266","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 85, Tagebuch von Anna H., 7. bis 15. Oktober 1916, Graz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1916-10-07.jpg\" rel=\"attachment wp-att-27824\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27824 size-thumbnail\" title=\"Erste Seite der Kopie des Tagebuches von Anna H\u00f6rmann, 7. Oktober 1916 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern und Vollbild anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1916-10-07-150x150.jpg\" alt=\"1916-10-07\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><span style=\"color: #333399;\">Anna H. (geb. 1903) wuchs in gut situierten Verh\u00e4ltnissen in Graz auf, wo die Eltern einen Gasthof f\u00fchrten. 1916 besuchte sie eine private Klosterschule. Das von ihr in der Sammlung Frauennachl\u00e4sse als Kopie vorliegende Tagebuch umfasst den Zeitraum von Oktober 1916 bis November 1917. Die ersten Eintr\u00e4ge der 13j\u00e4hrigen enthalten detaillierte Wiedergaben von Preis-Entwicklungen, Lebensmittel-Rationierungen der Geld-Entwertung sowie patriotisch gef\u00e4rbte Nacherz\u00e4hlungen von Front-Verl\u00e4ufen. Dazu berichtete Anna H. auch von Demonstrationen in der steirischen Hauptstadt, deren Teilnehmer\/innen sie als &#8222;Weiber&#8220; und &#8222;ehrlose Buben&#8220; bezeichnete sowie von Ausgangssperren. Es ist zu vermuten, dass sie zum F\u00fchren dieser Aufzeichnungen in der Schule motiviert wurde oder dass sie (teilweise) auch im Rahmen des Unterrichts verfasst worden sind.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Graz, Prankergasse 40.<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">Mein Tagebuch<\/span><br \/>\nangefangen<br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">im Oktober 1916.<\/span><\/p>\n<p>7. Oktober<br \/>\nEs besteht jetzt eine sogro\u00dfe Lebensmittelteuerung, so da\u00df man kaum wei\u00df, wa\u00df man kaufen soll. So z.B. kosten<br \/>\n1 Ei 30 h<br \/>\n1 l Liter Milch 40 bis 46h<br \/>\n1 l Wein 160 bis 240 K<br \/>\n1 l Most 60 h<br \/>\n1 l \u00d6l 14 K<br \/>\n1 kg Zucker 1 K 4 h<br \/>\n1 kg Schmalz 8 bis 12 K<br \/>\n1 Laib Brot 40 h nur 700 g oder 80 h (1.400 g)<br \/>\n1 kg Butter 10 K<br \/>\n1 kg Rindfleisch 8 K<br \/>\n1 kg Kalbsfleisch<br \/>\n1 kg Schweinefleisch 9 K<br \/>\n1 kg Kaffee 12 K<br \/>\n1 l Bier 1 K 12 h<br \/>\nAu\u00dferdem bekommt man es sehr schwer. Man mu\u00df stundenlang stehen und warten und bekommt zum Schlu\u00dfe garnichts.<br \/>\nWir haben jetzt Brot-, Zucker-, Kaffee- und Fettkarten. Brot mu\u00df jede Partei selbst holen, und zw. bei einem bestimmten B\u00e4ckern. F\u00fcr eine Person kommt im Tage nur um 10h Brot (225g). F\u00fcr eine Person kommt im Monat 1 1\/4 kg Zucker, 3\/16 kg Kaffee und 12 dag Fett.<\/p>\n<p>8. Oktober<br \/>\nIm September waren die gro\u00dfen \u00dcberschwemmungen der Mur und Drau. Gr\u00fcnde sind Wolkenbruch in Obersteiermark und Weststeiermark. Die Mur \u00fcberschwemmte die Gegend zwischen G\u00f6sting <span style=\"color: #333399;\">[n\u00f6rdlicher Bezirk von Graz]<\/span> und St\u00fcbing <span style=\"color: #333399;\">[Ortschaft ca. 20 km n\u00f6rdlich von Graz]<\/span>, Leibnitzerfeld <span style=\"color: #333399;\">[s\u00fcdlich von Graz]<\/span>. Die Stra\u00dfen standen teilweise metertief unter Wasser. Der Kukerutz<span style=\"color: #333399;\"> [steirischer Begriff f\u00fcr Mais]<\/span> schaute nur mit den obersten Teilen aus dem Wasser. K\u00fcrbisse schwammen auf dem Wasser. Aus Oberstein<span style=\"color: #333399;\"> [?]<\/span> kamen K\u00e4lber und Wild heruntergeschwommen. <!--more-->Bei uns in Graz regnete es tagelang. Der Murstand war \u00fcber 2m \u00fcbern gew\u00f6hnlichen gestiegen. Die Weinz\u00f6tlbr\u00fccke wurde scharf bewacht. Diese \u00dcberschwemmungen dauerten zirka von 6. September bis 13. September. Auch die Drau richtete gro\u00dfen Schaden an. Auch andere Fl\u00fcsse, wie die Sann <span style=\"color: #333399;\">[Flu\u00df in Savinja, zeitgen\u00f6ssisch steirisches Gebiet]<\/span>, Kainach <span style=\"color: #333399;\">[Zufluss zur Mur s\u00fcdlich von Graz]<\/span> traten aus ihrem Bette und richteten keinen geringen Schaden an.<\/p>\n<p>9. Oktober<br \/>\nHeute ist Kronstadt wieder in unsere H\u00e4nde gelangt, nachdem General Falkenhayn und General Machensen die Rum\u00e4nen erneut geschlagen haben. Im S\u00fcden von Rum\u00e4nien k\u00e4mpfen Deutsche und Bulgaren ebenfalls siegreich in der Dobrutscha<span style=\"color: #333399;\"> [Dobrudschat, Gebiet zwischen Rum\u00e4nien und Bulgarien]<\/span>. Die befestigte Stellung am Westrande des Geisterwaldes, der l\u00e4ngs Alt (Aluta) <span style=\"color: #333399;\">[Olt, linker Nebenfluss der Donau in Rum\u00e4nien]<\/span> von der Fogarasch-<span style=\"color: #333399;\">[Stadt in Siebenb\u00fcrgen]<\/span>-Kronst\u00e4dterstra\u00dfe wurde von unseren und deutschen Truppen unter dem Oberkomando des Generals von Falkenhayn angegriffen und vollkommen geschlagen, 43 Gesch\u00fctze erbeutet und 220 Mann geschlagen. Auch weiter im Norden ist unser Angriff in g\u00fcnstigen Fortschreiten. Der Feind wurde \u00fcber den Homorod <span style=\"color: #333399;\">[Gemeinde in Siebenb\u00fcrgen]<\/span> \/.\/. Die Umgehungskollone Krafft steht bereits auf rum\u00e4nischen Boden, jenseits des roten Turmpasses.<\/p>\n<p>10. Oktober.<br \/>\nInfolge Not an Kronen hatten wir 2 K Noten in Papier bekommen. Jetzt werden diese 2 Kronen Noten in der Mitte auseinander getrennt und diese wiedergetrennt, so da\u00df wir jetzt 2 K Noten, 1 K Noten und 50 h Noten haben. Jedoch ist es noch nicht ganz bestimmt, ob die 1\/4teln von den 2 K Noten bleiben werden. Auch neue Zehnkronen haben wir bekommen. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass die alten einen M\u00e4dchenkopf hatten, die neuen jedoch einen Knabenkopf und zwar den Kopf des \u00e4ltesten Sohnes des Karls, Franz Josefs, unseres jetzigen Thronfolgers, (Franz Josefs) Otto. Au\u00dferdem haben die neuen an der schm\u00e4leren Seite einen etwa 3 cm breiten Streifen dabei, auf der einen Seite die Zahlen und Inschrift, auf der anderen Seite die ungarische Krone haben. Auch ist die Anordnung der Schrift im wesentlichen anders. Ein anderer Unterschied ist noch, da\u00df die alten Banknoten auf beiden Seiten gleich (nur auf der einen ungarische, auf d. and. deutsche Sprache), die neuen jedoch verschieden sind.<\/p>\n<p>11. Oktober.<br \/>\nBeim Fall von Kronstadt wurde eine gro\u00dfe Beute eingebracht u. zw. 1175 Gefangene, 25 Gesch\u00fctze (darunter 13 schwere), zahlreiche Munitionswagen und Waffen, \u00fcber 800, meist mit Verpflegung beladene Eisenbahnwagen und viel anderes Kriegsger\u00e4t.<br \/>\nDie geschlagene Rum\u00e4nische Armee wird ins Gebirge verfolgt. Die Armee des Generales von Arz hat die sich stellenden Nachhuten des Feindes geworfen und ist im Begriffe, die Ausg\u00e4nge der Ebene Csik <span style=\"color: #333399;\">[ungarisches Komitat in Siebenb\u00fcrgen]<\/span> zu gewinnen. Auch zur See haben wir gro\u00dfe Ereignisse aufzuz\u00e4hlen. In der Nacht vom 8. auf den 9. d. M. belegte eines unserer Seeflugzeuggeschwader die Flugstation und Hafenanlagen (mit) von Vlora <span style=\"color: #333399;\">[Hafenstadt in S\u00fcdalbanien]<\/span> sehr erfolgreich mit Bomben. In der darauffolgenden Nacht belegte {eines uns. Seeflugzeuggeschwader} mit Bomben und griff Monfalkone, die feindliche Seeflugstation bei Grado, ein anderes den Bahnhof und d. milit\u00e4rischen Anlagen von San Giorgio di Nagaro sehr wirkungsvoll \/.\/. Es wurden sehr viele Volltreffer erziehlt. Alle Flugzeuge sind unversehrt zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>12. Oktober.<br \/>\nAch, welche Tage des Schreckens sind jetzt! Alles in Aufruhr! Gestern in der Nacht ging es in der Stadt um! Fensterscheiben von Caf\u00e9 Kaiserhof und v. anderen Caf\u00e9s und Hotels wurden eingestossen. Auch vor B\u00e4ckermeistern und Gasth\u00f6fen schrie die w\u00fctende Menge. Vor der Burg beschimpften sie den Statthalter mit Worten, die ich hier nicht wiedergeben will. Um 11h sollte das Milit\u00e4r ausger\u00fcckt sein. Heute waren die Kasernen schon um 5h geschlossen. Alles {Milit\u00e4r} mu\u00dfte in den Kasernen schlafen. Alles, Landsturm, Landwehr, kurz alles, was an Milit\u00e4r hier ist, bereitet zum Ausmarsch. Was wird heute wieder sein! In den Schulen ist nachgefragt worden, ob jemand von den Kindern dabei war. N\u00e4mlich jene, welche dabei waren, werden im Rathause angemeldet, und deren Eltern bekommen weder eine Ausweiskarte von Brot, noch vom Mehl, noch von anderen Lebensmitteln. Hoffendlich bleibt heute das <span style=\"text-decoration: underline;\">angesagte<\/span> W\u00fcten aus, hoffendlich! Gestern besorgte diesen Schreien u. W\u00fcten eine Menge von 5.000 Weibern und eine Menge von ehrlosen Buben. Hoffentlich hat der Krieg bald ein Ende, und mit ihm diese Greuel und Wirrnis. M\u00f6ge es Gott geben! {amen}.<\/p>\n<p>13. Oktober.<br \/>\nDie Hoffnung, welche ich gestern hegte, da\u00df heute dieses W\u00fcten nicht sein m\u00f6chte, best\u00e4tigte sich leider nicht. Es war sogar noch schrecklicher. Sie zogen in den Stra\u00dfen umeinander und hauten Fenster ein, so beim Gasthaus zum L\u00f6wen (Absenger, Idlhofgasse), zum Bayrischen Hof (Hasel, Annenstra\u00dfe). Auch die Fenstern Privath\u00e4user, so beim Engelhofer und sehr viele andere. Beim B\u00e4ckern Blechschmidt st\u00f6\u00dften sie 22 Scheiben ein. Auch sehr viele Stra\u00dfenlaternen wurden umgestossen.<br \/>\nW\u00e4hrend diese ehrlosen Buben und Weiber es hier, im Hinterlande, es so treiben, vergie\u00dfen tapfere M\u00e4nner ihr Blut, um das Vaterland zu retten. Sie k\u00e4mpfen mit den Feinden, um sie abzuhalten von ihren teuren Vaterlande, w\u00e4hrend eigene Einwohner, direkte \u00d6sterreicher, hier hausen, wie die \u00e4rgsten Feinde. Tapfere, treue, echte \u00d6sterreicher sind jene, welche um ihr Vaterland k\u00e4mpfen, w\u00e4hrend jene ehrlosen Buben nicht wert sind, den Namen \u00d6sterreicher zu tragen.<br \/>\nSie k\u00e4mpfen in Ru\u00dfland, sie k\u00e4mpfen in Serbien, sie k\u00e4mpfen um Recht, sie haben erworben, was sie geb\u00fcrt. Wir wollen Gott um seine Gnade bitten, da\u00df er uns den Frieden gibt, uns den Sieg gibt, uns aber auch den innern Frieden gibt.<\/p>\n<p>Gebet<br \/>\nAllm\u00e4cht&#8217;ger Gott, Du willst uns gut,<br \/>\nDu sch\u00fctzt uns vor frevelnden \u00dcbermut,<br \/>\nDu hast uns auf harte Probe gestellt,<br \/>\nGen&#8216; uns starrt in Waffen die ganze Welt.<br \/>\nZu leichter Sieg h\u00e4tt&#8216; uns erschlafft,<br \/>\nNur harter Kampf gibt nun Krafft,<br \/>\nDoch wenn wir gerungen im harten Schwei\u00df,<br \/>\nDann gib uns, o Herr, des Sieges Preis.<\/p>\n<p>Die Unseren werden in den Schlachten hart bedr\u00e4ngt. Nun ist bereits seit 10 Tage die <del>8.<\/del> {10.} <del>Ins<\/del> Isonzoschlacht im Gange. Der Italiener will Triest in seine H\u00e4nde bekommen. Hoffentlich gelingt es ihm nicht.<br \/>\nBulgarische Bl\u00e4tter melden uns: Der rum\u00e4nische Zusammenbruch an der Donau und der Gang der Oparation in Siebenb\u00fcrgen sind Ereignisse gr\u00f6\u00dfter, ja entscheidenter Bedeutung. Rum\u00e4nien wurde \u00fcber den Haufen geworfen, ohne da\u00df ihm Ru\u00dfland zu Hilfe kommen konnte. Ru\u00dflands Kraft ist ersch\u00f6pft und w\u00fcrde zur Reoganisierung nicht tauglich sein.<\/p>\n<p>14. Oktober.<br \/>\nDie Angriffst\u00e4tigkeit der Italiener hat nachgelassen. Alle Versuche der Feinde, die Linie zwischen San Grado und Nova Vas zu durchbrechen scheiterten. Das Laibacher Landwehr-Infanterie-Regiment No. 27 und Abteilungen des Infantrie Regimentes No. 46 verdienen durch ihre Tapferkeit in den K\u00e4mpfen n\u00f6rdlich von Lokvaca <span style=\"color: #333399;\">[<span class=\"st\">Lokvica<\/span> an der italienisch-slowenischen Grenze]<\/span>, in wel. die Italiener besiegt worden sind, besonderes Lob. Ein italienisches Luftgeschwader belegte vorgestern Kwalla <span style=\"color: #333399;\">[?]<\/span> mit Bomben. Ein zur Verfolgung ausgestiegener \u00d6sterreichischer Kampfflieger scho\u00df ein Caproniflugzeug <span style=\"color: #333399;\">[italienische Flugzeugmarke]<\/span> ab.<br \/>\nInfolge der Wirrnis und des Weitens wurde vom Milit\u00e4rkomando {eine} folgende Kundmachung herausgegeben, von welcher ich hier das notwendigste notieren will: Der Schutz der Stadt Graz steht von nun an unter milit\u00e4rischen Schutz. Kinder unter 15 Jahr. d\u00fcrfen nach 1\/2 5 nicht auf der Gasse sein. Die Gesch\u00e4fte m\u00fcssen um 5h geschlossen werden, Gasth\u00e4user um 9h, Cafeh\u00e4user um 5h und Haustore um 6h geschlossen werden. Wer diesen Regeln widerspenstig ist, verf\u00e4llt dem Milit\u00e4r und wird nach dem Standrecht gerichtet.<\/p>\n<p>15. Oktober.<br \/>\nGestern machten wir einen Ausflug, um Schw\u00e4mme zu suchen. Es ist jetzt eine au\u00dfergew\u00f6hnliche warme Zeit. Wir sammelten uns um 7h im Waisenhause. Wir waren 8 Kinder u. zw. H., K., {J.} Hermine, N., O., L., K. und ich und l. Schwester Huberta, Schw. Veronika, also im ganzen 10 Personen. Wir fuhren bis G\u00f6sting. Von hier gingen wir gen&#8216; Judendorf <span style=\"color: #333399;\">[Ortschaft n\u00f6rdlich von Graz]<\/span>, aber auf dem linken Murufer. Wir kamen zirka um 9h in der <span style=\"text-decoration: underline;\">Dult<\/span> <span style=\"color: #333399;\">[lokale Ortsbezeichnung]<\/span> an. Nun gaben wir unsere Rucksacke und Jacken im Schwesternheim ab und streiften durch die W\u00e4lder und suchten Schw\u00e4mme. Wir fanden nur 3 Pilzlinge u. zw. einen Schw. Huberta, einen ich u. einen d. L. Daf\u00fcr aber fanden wir 3 K\u00f6rbe voll Habichtsschw\u00e4mme. Nach dem Essen putzten wir sie. Dann gingen wir nach Hause. In den Ferien war ich 3 Wochen bei Tante Pepie in Judendorf. Ich kam \u00f6fters zu Tante Anna. Am 20. August machten Tante Anna, Wetti, Karl und ich einen Ausflug nach Sch\u00fcsserlbrunn <span style=\"color: #333399;\">[Walfahrtsort auf der steirischen Teichalm]<\/span>. Wie es mir da ergangen ist, habe ich der Mutter in einem Brief geschrieben. Dieser ist hier eingeklebt <span style=\"color: #333399;\">[in der Quelle nicht erhalten]<\/span>. Auch wie es mir in Ferienzeit ergangen, habe ich eingeklebt. Leider fuhren wir schon Donnerstag nach Hause, denn Vater konnte nicht kommen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 53<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> N\u00e4chster Eintrag aus dem Tagebuch von Anna <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=27992\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 21. November 2016<\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #333399;\">Zum Tagebuch von Anna H. siehe auch: Petra Putz, &#8222;Die heldenmutigen Truppen k\u00e4mpfen siegreich an allen Fronten &#8230;&#8220; Die Wirkung der Propaganda im Ersten Weltkrieg am Beispiel des M\u00e4dchentagebuchs von Anna H. (1916\/17), Wien, Diplomarbeit, 2008.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 85, Tagebuch von Anna H., Datum, SFN NL 53, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anna H. (geb. 1903) wuchs in gut situierten Verh\u00e4ltnissen in Graz auf, wo die Eltern einen Gasthof f\u00fchrten. 1916 besuchte sie eine private Klosterschule. Das von ihr in der Sammlung Frauennachl\u00e4sse als Kopie vorliegende Tagebuch umfasst den Zeitraum von Oktober 1916 bis November 1917. 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