{"id":24620,"date":"2017-01-29T01:16:27","date_gmt":"2017-01-29T01:16:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=24620"},"modified":"2025-05-21T18:40:32","modified_gmt":"2025-05-21T18:40:32","slug":"ausstellung-fremde-im-visier-fotoalben-aus-dem-zweiten-weltkrieg-bis-19-02-2017-wien-reminder-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=24620","title":{"rendered":"Vortrag: Petra Bopp: Blick: Gegenblick: Private Kriegsfotografie im Europa des Zweiten Weltkriegs, 03.02.2017, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/0x08B5B67ACFE49FCDEAE4FBBD61359EE2.jpeg\" rel=\"attachment wp-att-29060\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29060 size-thumbnail\" title=\"via Veranstaltungsank\u00fcndigung auf der Site des Volkskundemuseums: http:\/\/www.volkskundemuseum.at\/vortrag_6 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern und Vollbild anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/0x08B5B67ACFE49FCDEAE4FBBD61359EE2-150x150.jpeg\" alt=\"0x08B5B67ACFE49FCDEAE4FBBD61359EE2\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Vortrag im Rahmen der Ausstellung &#8222;Fremde im Visier. Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg&#8220;, bis 19.02.2017 \u00d6sterreichisches Museum f\u00fcr Volkskunde<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.volkskundemuseum.at\/jart\/prj3\/volkskundemuseum\/main.jart?content-id=1360933676396&amp;rel=de&amp;article_id=1445004713877&amp;event_id=1445004713879&amp;reserve-mode=active\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Zeit: Fr, 03.02.2017, 18:30<br \/>\nOrt: Volkskundemuseum Wien, Laudongasse 15-19, 1080 Wien<\/p>\n<p>Konstitutiv f\u00fcr die Erarbeitung der verschiedenen Bildbest\u00e4nde von Soldaten und Zivilisten in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern im Zweiten Weltkrieg ist die Differenzierung nach ihren Entstehungsbedingungen. Wehrmachtsoldaten fotografierten \u2013 ermutigt und angehalten von der staatlich indoktrinierten Bildpolitik des NS \u2013 in ungeahntem Ausma\u00df an der Front und in der Etappe. In den besetzten L\u00e4ndern kontrollierten die NS-Besatzungsorgane die Bildjournalisten und Presseorgane und verboten jegliches private Fotografieren. Dennoch entstanden vielfache Fotokonvolute innerhalb der Widerstandsbewegungen, um die Zerst\u00f6rungen und den Terror der Besatzungsherrschaft als Beweismittel festzuhalten. Aber auch die Kollaboration forcierte die visuelle Dokumentation nach dem Vorbild der deutschen Propaganda.<br \/>\nLag der Fokus bislang jeweils auf den einseitig national von deutscher und \u00f6sterreichischer Seite aus aufgenommenen Fotos der Menschen und Kriegsschaupl\u00e4tze in den besetzten Gebieten, so werden in einer weiterf\u00fchrenden Perspektive die privaten Kriegsfotos der Soldaten und Zivilisten mit ihrem Blick auf die Wehrmacht erforscht und analysiert. Im Kontext von vergleichenden europ\u00e4ischen Studien und transnationalen Untersuchungen erm\u00f6glicht die Methode der histoire crois\u00e9e eine differenzierende Betrachtung der visuellen Erinnerungskonstruktionen in den einzelnen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Petra Bopp studierte Kunstgeschichte in Hamburg und Paris. Sie arbeitet als freie Kunsthistorikerin und Kuratorin in Hamburg und Berlin.<\/p>\n<p><strong>Ausstellung &#8222;Fremde im Visier. Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg&#8220;<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.volkskundemuseum.at\/jart\/prj3\/volkskundemuseum\/main.jart?content-id=1360933676396&amp;rel=de&amp;article_id=1445004713877&amp;event_id=1445004713879&amp;reserve-mode=active\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><br \/>\nOrt: Volkskundemuseum Wien, Laudongasse 15-19, 1080 Wien<br \/>\nLaufzeit: bis So, 19.02.2017<\/p>\n<p>Die Ausstellung h\u00e4lt nach Orten<span class=\"avtext\"> in Deutschland und den Niederlanden sowie in Graz<\/span> ihre nunmehr 8. Station in Wien. Lokale Erweiterungen kommen aus der der <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/sfn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse<\/a> an der Universit\u00e4t Wien sowie aus privaten Best\u00e4nden. Es wurde zudem ein Aufruf zum Sammeln weiterer Alben gestartet.<br \/>\nPrivate Kriegsalben sind individuell konstruierte Erinnerungsr\u00e4ume einer ganzen Generation. Sie geben den Blick frei auf die visuellen Zeugnisse der Soldaten, ihre Sicht auf den Krieg. Die Vielschichtigkeit im Hinblick auf fotografische Intention, Motiv und Bedeutung unterscheidet die private Fotografie von den Einzelmotiven professioneller Propaganda-Kompaniefotografen, die ideologisch eindeutige Auftr\u00e4ge zu erf\u00fcllen hatten.<br \/>\nVorgefertigte Alben mit den Insignien des Nationalsozialismus \u2013 Hakenkreuz, Eichenlaub und Adler \u2013 sollten mit den Fotos von Hitler, G\u00f6ring und anderen Gener\u00e4len auf Vorsatzbl\u00e4ttern die Ideologisierung dieses militarisierten Teils der \u201eVolksgemeinschaft\u201c in den \u201eErinnerungen an meine Dienstzeit\u201c vorantreiben. In den letzten Kriegs- und fr\u00fchen Nachkriegsjahren entstanden aber auch Konvolute, h\u00e4ufig in schlechter Papierqualit\u00e4t und als einfache Hefte, die von dem dringenden Bed\u00fcrfnis zeugen, Fotos der traumatischen Kriegsjahre zu bewahren.<br \/>\nWas l\u00e4sst sich aus der medialen Aneignung mittels Fotografie zwischen Kommunikation, Distanz und Unterwerfung schlie\u00dfen? Inwieweit wird die ideologische Rhetorik des NS-Regimes, werden die verbalen und visuellen Feindbilder der Propaganda reproduziert? Wie sehen die unterschiedlichen r\u00e4umlichen Ordnungssysteme im Album aus? Was l\u00e4sst sich aus der oft chaotischen Montage der Bilder und ihrer Beschriftung erschlie\u00dfen? Was sagen die Text-Bild-Kombinationen \u00fcber die Selbstvergewisserung der Soldaten aus? Wie l\u00e4sst sich die Zerrissenheit zwischen subjektivem Erleben und repr\u00e4sentativer Darstellung erfassen? Welche Rolle spielen die Bilder und ihre Narration im gro\u00dfen Verschweigen der Nachkriegsjahre?<\/p>\n<p><strong>Kuratorinnen<\/strong><br \/>\nDr. Petra Bopp studierte Kunstgeschichte in Hamburg und Paris. Sie arbeitet als freie Kunsthistorikerin und Kuratorin in Hamburg und Berlin.<br \/>\nSandra Starke M.A. studierte Geschichte und Europ\u00e4ische Ethnologie an der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. Sie arbeitet als Fotohistorikerin und Kuratorin in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag im Rahmen der Ausstellung &#8222;Fremde im Visier. Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg&#8220;, bis 19.02.2017 \u00d6sterreichisches Museum f\u00fcr Volkskunde (Web) Zeit: Fr, 03.02.2017, 18:30 Ort: Volkskundemuseum Wien, Laudongasse 15-19, 1080 Wien Konstitutiv f\u00fcr die Erarbeitung der verschiedenen Bildbest\u00e4nde von Soldaten und Zivilisten in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern im Zweiten Weltkrieg ist die Differenzierung nach ihren Entstehungsbedingungen. 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