{"id":2703,"date":"2009-11-14T12:20:13","date_gmt":"2009-11-14T10:20:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=2703"},"modified":"2022-05-19T16:18:31","modified_gmt":"2022-05-19T16:18:31","slug":"filmprasentation-verliebt-verzopft-verwegen-geschichten-lesbischer-un-sichtbarkeit-im-wien-der-1950er-und-60er-jahre-20-226112009-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=2703","title":{"rendered":"Filmpr\u00e4sentation: verliebt, verzopft, verwegen. Geschichten lesbischer (Un-)Sichtbarkeit im Wien der 1950er und -60er Jahre. 20.-226.11.2009, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Film von Katharina Lampert und Cordula Thym, \u00d6sterreich 2009, 64min, Farbe und S\/W, pr\u00e4sentiert von <\/strong><strong>identities. DISTRIBUTION<\/strong><br \/>\nZeit: 20.-26. November im Filmcasino Wien um jeweils um 19 Uhr (Di., 24.11. um 18.30 Uhr)<br \/>\nOrt: Filmcasino, 1050, Margaretenstr. 78, T. 01 587 90 62<\/p>\n<ul>\n<li>Kinopremiere am Freitag, 20.11.2009 in Anwesenheit der Filmemacherinnen und Protagonistinnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ganz sch\u00f6n grau und verzopft war die Bundeshauptstadt anno dazumal. Die Szene war &#8211; sofern es sie \u00fcberhaupt gab &#8211; schwul. Besonders einladend wirkte der sogenannte \u201aSub&#8216; jedoch nicht: Im Falle der (nicht seltenen) Polizeirazzien mussten Lesben und Schwule sch\u00f6n gesittet an den Tischen sitzen &#8211; ganz \u201anormal&#8216; und \u201aunauff\u00e4llig&#8216;. Lesbisches Leben fand im Privaten, Verborgenen statt. Bilder davon gibt es, im Gegensatz zu anderen L\u00e4ndern, in \u00d6sterreich nur sehr wenige. Diese visuelle Leerstelle existiert &#8211; mit einer Unterbrechung in den gut dokumentierten 1970er Jahren, in denen <!--more-->die Lesbenbewegung politisch wie medial durchaus pr\u00e4sent war &#8211; im Grunde bis heute. Obwohl \u201eLesben immer und \u00fcberall sind&#8220;.<br \/>\nKatharina Lamperts und Cordula Thyms ambitioniertes Regiedeb\u00fct besch\u00e4ftigt sich mit Lebensmodellen und Netzwerken lesbischer Frauen in Wien in den 1950ern und 60ern. Im Mittelpunkt von &#8222;verliebt, verzopft, verwegen&#8220; stehen Interviews mit drei Zeitzeuginnen, die sich zu jener Zeit in der Szene bewegten und auf eloquente, unterhaltsame und erfrischend (selbst-)ironische Weise davon berichten, wie es war, sich schon in der Jugend als \u201eanders&#8220; zu erleben und trotz der gesellschaftlichen Hindernisse und ohne positive lesbische Vorbilder ihre eigene Identit\u00e4t zu finden.<br \/>\n<em>&#8222;Ich hab in meinem Leben vielleicht ein bisserl zu viel R\u00fcscherlbluserl angehabt, obwohl ich gar nicht der Typ daf\u00fcr bin.&#8220;<\/em> (Rosmarin Frauendorfer im O-Ton)<br \/>\nRosmarin Frauendorfer, 1942 in Wien geboren und aufgewachsen, Schauspielerin und ORF-Sprechtrainerin, hatte ihr \u201elangsames stotterndes Coming-out&#8220; mit 24 in Deutschland. Bem\u00fcht, das Klischeebild vom \u201aanderen Ufer&#8216; tunlichst zu vermeiden &#8211; will hei\u00dfen wie ein \u201aMann&#8216; auszusehen -, trug Rosmarin <em>\u201ewohl ein bisserl viel R\u00fcscherlbluserl&#8220;<\/em>, obwohl sie <em>\u201egar nicht der Typ daf\u00fcr&#8220;<\/em> war.<br \/>\nUrsula Hacker, Jahrgang 1946 und im Gemeindebau nahe des Karl-Marx-Hofs gro\u00df geworden, war schon als Sch\u00fclerin in ihre Lehrerin verschossen.<br \/>\nAuch die \u201aHetero-Vergangenheit&#8216; vieler Lesben ist in verliebt, verzopft, verwegen Thema. So war etwa Birgit Meinhard-Schiebels damaliger Freund alles andere als begl\u00fcckt, als der von ihm vorgeschlagene Besuch eines Schwulenlokals den ersten Kuss seiner Freundin, ebenfalls Jahrgang 1946, mit einer Frau und mit ihrem Coming-out dann das Ende der Beziehung zur Folge hatte.<br \/>\nIn ihrer 5j\u00e4hrigen Recherche- und \u00dcberzeugungsarbeit erhielten die Filmemacherinnen zahlreiche Absagen auf Interviewanfragen. Dass es Lesben in Politik, Wirtschaft, Kultur, in Schulen, in Fabriken etc. gibt, ist eine Tatsache. Die Tendenz zur Unsichtbarmachung in der Gesellschaft jedoch auch &#8211; bis heute. \u201everliebt, verzopft, verwegen&#8220; ist ein wichtiger Film, damit sich das endlich \u00e4ndert.<br \/>\n<strong>Preise und Auszeichnungen<\/strong><br \/>\nPublikumspreis \u201ebester Dokumentarfilm&#8220; &#8211; identities 2009. Queer Film Festival Wien<br \/>\nJury Award Documentaries \u201eSpecial Mention&#8220; &#8211; QueerLisboa13<br \/>\nZweiter Platz DOKULA Publikumspreis &#8211; Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg<br \/>\n<strong><br \/>\nPressestimmen<\/strong><br \/>\nIhre ber\u00fchrenden und am\u00fcsanten Geschichten machen diesen Film zu einem kostbaren Dokument; eine facettenreiche Darstellung dieser Zeit, die zum Nachdenken \u00fcber eigene Lebenswege anregt. (Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg 2009)<br \/>\nThe Jury decided to award a Special Mention to Austrian Documentary \u201everliebt, verzopft, verwegen&#8220;, by Katharina Lampert and Cordula Thym, \u201ea well-crafted first film offering a glimpse of our past via an optimistic portrait of older lesbians and their lives.&#8220; (QueerLisboa13, 2009)<br \/>\naus: newsletter#identities.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Film von Katharina Lampert und Cordula Thym, \u00d6sterreich 2009, 64min, Farbe und S\/W, pr\u00e4sentiert von identities. DISTRIBUTION Zeit: 20.-26. November im Filmcasino Wien um jeweils um 19 Uhr (Di., 24.11. um 18.30 Uhr) Ort: Filmcasino, 1050, Margaretenstr. 78, T. 01 587 90 62 Kinopremiere am Freitag, 20.11.2009 in Anwesenheit der Filmemacherinnen und Protagonistinnen. 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