{"id":28975,"date":"2017-02-27T01:42:31","date_gmt":"2017-02-27T01:42:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=28975"},"modified":"2022-05-24T13:31:01","modified_gmt":"2022-05-24T13:31:01","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-96-feldpostschreiben-an-viktor-podpera-an-einem-unbestimmten-ort-aus-wien-27-februar-bis-12-april-1917","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=28975","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 96: Feldpostschreiben aus Wien an Viktor Podpera an einem unbestimmten Ort, 27. Februar bis 12. April 1917"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000080;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1917-04-09.jpg\" rel=\"attachment wp-att-28976\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-28976 size-thumbnail\" title=\"Fanny Podpera an ihren Bruder Viktor, 9. April 1917 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1917-04-09-150x150.jpg\" alt=\"1917 04 09\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der Wiener Viktor Podpera (geb. 1896) hatte eine Handelsschule besucht. Im Ersten Weltkrieg war er in der &#8222;Tragtierreserve&#8220; einer &#8222;Mannschaftsersatzabteilung&#8220; eingezogen. Von seiner fragmentarisch erhaltenen Feldpost liegen insgesamt nur 12 Schreiben vor. Die folgenden drei Postst\u00fccke vom Fr\u00fchjahr 1917 wurden von verschiedenen Absender\/innen verfasst und geben damit einen Eindruck der jeweils unterschiedlichen Kommunikationen des 20j\u00e4hrigen. Seine Schwester Franziska \u201eFanny\u201c Podpera (geb. 1897) ging in ihrem Brief von April 1917 u.a. sarkastisch auf die Lebensmittelknappheit in Wien ein. In ihrem Brief wird zudem wieder angesprochen, dass Soldaten offenbar regelm\u00e4\u00dfig finanzielle Unterst\u00fctzung von zu Hause ben\u00f6tigt und auch erhalten haben.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong>Feldpostkarte von Rudolf P. aus dem Wiener Rudolfspital an Viktor Podpera, 27. Februar 1917<\/strong><\/p>\n<p>Wien am 27. II. 17.<br \/>\nLieber Freund!<br \/>\nDeine liebe Karte habe ich mit \u00fcberaus gro\u00dfer Freude dankend erhalten. Ich mu\u00df dir auch bekanntgeben, da\u00df ich seit 24 d. im Rudolfspital liege. Habe mich vom Frischen wieder verk\u00fchlt. Habe hohes Fieber u. sehr starken Husten. Jetzt geht es schon etwas besser. 3-4 Wochen wird s schon noch dauern, bis ich wieder hergestellt bin.<br \/>\nSei herzlichst gegr\u00fc\u00dft von Deinem Freund Rudi P.<\/p>\n<p><strong>Brief von Franziska \u201eFanny\u201c Podpera aus Wien an ihren Bruder Viktor Podpera, 9. April 1917<\/strong><\/p>\n<p>Am 9.4.1917<br \/>\nLiebster Bruder!<br \/>\nHabe heute Deinen lieben Brief welchen Du an die Mutter geschrieben hast gelesen und es tut mir sehr leid, da\u00df Du so wenig Corespondenz von uns bekommst, aber Du wei\u00dft ja selbst wie es bei uns immer mit dem Schreiben ist, nun bin <span style=\"color: #000080;\">\/.\/<\/span> noch dazu immer im Dienst und so geht es noch viel langsamer, aber beantworten tun wir Dir jedes Schreiben, welches wir erhalten.<br \/>\nLieber Wicki, Du brauchst Dir keinen Kummer machen wegen dem Geld gar so gef\u00e4hrlich ist es nicht, wie Du Dir vielleich<span style=\"color: #000080;\">\/t\/<\/span> denk{s}t. Du kannst Dir ruhig, das kaufen was Du brauchst und wenn Du wieder noch vor Deinen so sehr ersehnten Urlaub Geld ben\u00f6tigst so werden wir Dir auch welches schicken. Jetzt bin ja ich samt unsern R\u00f6tlein<span style=\"color: #000080;\"> [m\u00f6glicherweise das Pferd aus dem W\u00e4schereibetrieb, den ihre gemeinsamen Mutter in Wien Simmering f\u00fchrte]<\/span> wieder gesund. Auch unser liebe Mutter befindet sich <del>[\u2026 wohl]<\/del> ganz wohl, bis auf die Schlanksucht an welcher wir hir in Wien alle leiden. Am besten ist es wenn Du Dich selbst \u00fcberzeugst wie es bei uns in der Gro\u00df und Residenzstadt aussieht.<!--more--><br \/>\nKomme also bald zu Deinen Dich herzlich gr\u00fc\u00dfenden Angeh\u00f6rigen<br \/>\nBesonderen Gru\u00df von Deiner Schwester Fany<\/p>\n<p><strong>Ansichtskarte mit einem Motiv von \u201eLwow. Plac Halicki. \u2013 Lemberg. Haliczer Platz\u201c von \u201eOnkel K.\u201c an Viktor Podpera, 12. April 1917<\/strong><\/p>\n<p>12.\/IV. 1917.<br \/>\nLieber Wiki!<br \/>\nErhielt l\u00e4ngere Zeit von Dir keine Nachricht und glaubte Dich schon in Urlaub. Unter dieser Adresse erhielt ich nichts von Dir. Ja, wann werden wir uns wiedersehen? Vielleicht bald! Ich bin gesund was ich auch von Dir hoffe. Sende Dir viele herzl. Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nOnkel K.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 34<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"> N\u00e4chster Eintrag aus dem Nachlass von Anna und Viktor Podpera <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=30952\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 5. September 2017<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 96, Feldpostschreiben an Viktor Podpera, Datum, SFN NL 34, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wiener Viktor Podpera (geb. 1896) hatte eine Handelsschule besucht. Im Ersten Weltkrieg war er in der &#8222;Tragtierreserve&#8220; einer &#8222;Mannschaftsersatzabteilung&#8220; eingezogen. Von seiner fragmentarisch erhaltenen Feldpost liegen insgesamt nur 12 Schreiben vor. Die folgenden drei Postst\u00fccke vom Fr\u00fchjahr 1917 wurden von verschiedenen Absender\/innen verfasst und geben damit einen Eindruck der jeweils unterschiedlichen Kommunikationen des 20j\u00e4hrigen. 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