{"id":29697,"date":"2017-04-03T21:01:38","date_gmt":"2017-04-03T21:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=29697"},"modified":"2022-05-19T16:01:34","modified_gmt":"2022-05-19T16:01:34","slug":"vortrag-irene-messinger-potentiale-des-austauschs-zwischen-exil-und-fluechtlingsforschung-am-beispiel-scheinehe-und-schlepperei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=29697","title":{"rendered":"Vortrag: Irene Messinger: Potentiale des Austauschs zwischen Exil- und Fl\u00fcchtlingsforschung am Beispiel Scheinehe und Schlepperei, 06.04.2017, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/17760022_188647904975853_2401766935882036543_n.jpg\" rel=\"attachment wp-att-29698\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29698 size-thumbnail\" title=\"via Facebook-Ank\u00fcndigung des Vortrags [Zum Vollbild und zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/17760022_188647904975853_2401766935882036543_n-150x150.jpg\" alt=\"17760022_188647904975853_2401766935882036543_n\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Gastvortrag in der Vorlesung von Karin Scherschel &#8222;Dynamiken der Flucht- und Asylmigration&#8220;, Institut f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Wien<\/strong><a href=\"https:\/\/ufind.univie.ac.at\/de\/course.html?lv=070126&amp;semester=2017S\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (Web)<\/a><strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nZeit: Do, 06.04.2017, 16.45-18.15 Uhr<br \/>\nOrt: HS 31, Universit\u00e4tsring 1, 1010 Wien<br \/>\nDie Exil- und die Fl\u00fcchtlingsforschung sind zwei marginalisierte akademischen Forschungsfelder. Sie k\u00f6nnten sich gegenseitig bereichern, dennoch sind gegenseitige Bezugnahmen (zu) selten. Am Beispiel der Ph\u00e4nomene Scheinehe und Schlepperei wird Irene Messinger Bedeutungs-Verschiebungen darstellen und aus historischen und geschlechtsspezifischen Perspektiven zusammendenken.<br \/>\nBeschreibung der Vorlesung: Mit der Einrichtung des Hochkommissariats der Vereinten Nationen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge (UNHCR) und der Adaption der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention wurde ein globales Fl\u00fcchtlingsregime politisch verankert. Diesem historischen Bedeutungszuwachs im Fl\u00fcchtlingsschutz stehen aktuell andere politische Entwicklungen gegen\u00fcber: Weltweit<!--more--> fliehen Millionen Menschen, von denen nur ein Bruchteil Europa erreicht. Die Europ\u00e4ische Union und ihre Mitgliedstaaten haben ihrerseits in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl an Ma\u00dfnahmen zur Grenzsicherung ergriffen, um die Flucht- und Asylmigration abzuwehren. Angesichts der gegenw\u00e4rtigen Fl\u00fcchtlingsbewegungen zeigt sich Europa wenig vorbereitet auf einen Umgang mit Flucht, der den eigenen menschenrechtlichen Anspr\u00fcchen gerecht wird. Es zeichnen sich Re-Nationalisierungsprozesse und ein Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen ab.<br \/>\nDie Vorlesung legt den Schwerpunkt auf Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze zu aktuellen Fluchtbewegungen und Dynamiken der gegenw\u00e4rtigen Fl\u00fcchtlingspolitik. Die inhaltliche Ausrichtung der Vorlesung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte:<\/p>\n<ol>\n<li>Ausgangspunkt der Vorlesung ist eine Skizze der historischen Institutionalisierung des Fl\u00fcchtlingsbegriffs im Rahmen der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention (GFK) und den darauf folgenden Protokollen. Sie liefert die bis heute g\u00fcltige institutionelle Definition eines Fl\u00fcchtlings und steht im Zentrum des internationalen Menschenrechtsregimes.<\/li>\n<li>In der politischen Philosophie und in den Sozialwissenschaften existieren verschiedene Deutungen der Figur des Fl\u00fcchtlings. Diese werden auf ihre Kernideen und ihre Aktualit\u00e4t hin diskutiert (u.a. Hannah Arendt, Giorgio Agamben, Zygmunt Bauman).<\/li>\n<li>Zwischen Menschen- und Staatsb\u00fcrgerschaftsrechten existiert ein Spannungsverh\u00e4ltnis (Universalismus versus Partikularismus). Eine Diskussion neuerer Ans\u00e4tze der Staatsb\u00fcrgerschaftsforschung (z.B. flexible citizenship, civic stratification) macht ein ver\u00e4ndertes Verst\u00e4ndnis von citizenship deutlich. Asylsuchende werden als Teil einer Ordnung abgestufter staatsb\u00fcrgerlicher Rechte (Lydia Morris) oder als informelle Staatsb\u00fcrger*innen (Saskia Sassen) begriffen.<\/li>\n<li>Genderdimensionen haben bislang nur wenig Beachtung in der deutschsprachigen Diskussion um Flucht und Asyl gefunden. Seit den 1990er Jahren wird zwar vermehrt versucht, Ma\u00dfnahmen im internationalen Fl\u00fcchtlingsschutz gendersensibel umzusetzen, jedoch bestehen nach wie vor weitreichende Herausforderungen. Diese sollen in der Vorlesung rekonstruiert werden.<\/li>\n<li>Die aktuellen Fluchtbewegungen l\u00f6sen kontroverse Reaktionen in den verschiedenen L\u00e4ndern aus. Die Reaktionen reichen von aggressiven Angriffen und Abwehrhaltungen, \u00fcber politische Solidarit\u00e4tsbekundungen (z.B. sanctuary cities) bis hin zu einer Revitalisierung von Freiwilligen-Initiativen zur Unterst\u00fctzung von Fl\u00fcchtlingen. Es werden aktuelle Befunde zu Abwehrhaltungen und Integrationspolitiken skizziert.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastvortrag in der Vorlesung von Karin Scherschel &#8222;Dynamiken der Flucht- und Asylmigration&#8220;, Institut f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Wien (Web) Zeit: Do, 06.04.2017, 16.45-18.15 Uhr Ort: HS 31, Universit\u00e4tsring 1, 1010 Wien Die Exil- und die Fl\u00fcchtlingsforschung sind zwei marginalisierte akademischen Forschungsfelder. Sie k\u00f6nnten sich gegenseitig bereichern, dennoch sind gegenseitige Bezugnahmen (zu) selten. Am Beispiel der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,14],"tags":[],"class_list":["post-29697","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-events","category-migration-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29697"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29697\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58131,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29697\/revisions\/58131"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}