{"id":29943,"date":"2017-04-24T03:29:56","date_gmt":"2017-04-24T03:29:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=29943"},"modified":"2022-05-24T10:08:59","modified_gmt":"2022-05-24T10:08:59","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-102-kriegsgefangenenkarten-von-georg-m-an-seine-verlobte-in-sablat-im-boehmerwald-24-april-und-9-mai-1917-astrachan-an-der-wolga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=29943","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 103: Kriegsgefangenenkarten von Georg M. an seine Verlobte, 24. April und 9. Mai 1917, aus Astrachan an der Wolga nach Wien"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1917-04-24.jpg\" rel=\"attachment wp-att-29944\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29944 size-thumbnail\" title=\"Kriegsgefangenenpostkarte von Georg M., April 1917 [Zum Vergr\u00f6\u00dfern anklicken]\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/1917-04-24-150x150.jpg\" alt=\"1917 04 24\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>In der Kriegsgefangenenpost von Georg M. (geb. 1884) aus Astrachan an Julia G. (geb. 1881) in Wien wird immer wieder das schlechte Funktionieren der Postverbindung angesprochen. Ein wiederkehrendes Thema sind auch Geldsendungen. Anhand der Karte vom 24. April 1917, auf der der Friseur seine 36j\u00e4hrige Verlobte nach den Grund fragt, wieso sie \u2013 f\u00fcr ihn \u00fcberraschend <span style=\"color: #333399;\">\u2013<\/span> ihre Anstellung bei der \u201eReichsanstalt\u201c aufgegeben habe, wird auch die Beschr\u00e4nkung der schriftlichen Austauschm\u00f6glichkeiten deutlich. Die Karten und einzelnen Briefe von Georg M. sind durchg\u00e4ngig nummeriert, im Fr\u00fchling 1917 mit den Ziffern &#8222;60&#8220; und &#8222;61&#8220;. Erhalten sind insgesamt aber nur 18 Schreiben. Ob die fehlenden Schreiben auf dem Postweg verloren gegangen sind oder nicht aufbewahrt wurden, l\u00e4sst sich nachtr\u00e4glich nicht kl\u00e4ren. Wie es bei Kriegspost h\u00e4ufig vorkam, bezogen sich die Schreiber\/innen auch hier immer wieder auf die Nummern, die sie erhalten hatten. Die von Juli G. verfasste Seite ist insgesamt nicht mehr vorhanden.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Astrachan, 24. April 917. 60<br \/>\nMein liebes Julei!<br \/>\nVor allen meine besten W\u00fcnsche zu Deinem bevorstehenden Namensfeste. Ich glaube wenn an diesem Tage meine und Deine W\u00fcnsche in Erf\u00fcllung gingen, w\u00e4re es schon recht. Gleichzeitig meinen besten Dank f\u00fcr Deine lieben Karten 50 vom 14. I. und 58 vom 22. II. die ich mit 2 Karten von R. Karl am 22. IV. erhielt. Bin erstaunt gewesen das Du von Reichsanst. weg bist und warum schreibst Du nicht warum? Geld und Paket bis heute noch nicht erhalten. Gleichzeitig mit dieser Karte geht ein Brief an P. Karl ab. Hast Du meinen Brief schon erhalten? Von Mutter habe ich eine Karte erhalten, die ich sofort beantwortete. Bin gesund und hoffe gerne dasselbe von Dir, Mutter und all unsern Lieben. \u2013<br \/>\nHerzliche Gr\u00fcsse an Mutter, alle Verwandten und Bekannten.<br \/>\nInnigste K\u00fcsse sendet Dir<br \/>\nDein Schurlei<\/p>\n<p>Astrachan, 9. V. 17. 61<br \/>\nMein liebes Julei!<br \/>\nBesten Dank f\u00fcr die am 7. V. erhaltene Geldsendung, als auch f\u00fcr Karte 55 vom 1. II. die am 10. V. ankam. Ich erhielt<!--more--> 9.80 Rubel (neun Rubel achtzig Kopeken) ausbezahlt, das ist wenig f\u00fcr 32 Kronen, aber es kam gerade recht, denn vier Monate hatte ich starkes Abf\u00fchren und kam dadurch a bissi herunter. Seit acht Tagen habe ich nun Ruhe, hoffentlich dauernd und werde nun trachten mich zu erholen. Ist noch gut, dass man etwas zu kaufen kriegt, die Preise sind nat\u00fcrlich nicht gew\u00f6hnlich, aber man bekommt doch alles Notwenige.<br \/>\nF. f. a K. 62<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 74<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> N\u00e4chster Eintrag aus der Korrespondenz von Georg M. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=30134\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 4. Juni 2017<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> Voriger Eintrag aus der Korrespondenz von Georg M. <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=29591\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 6. M\u00e4rz 2017<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 103, Kriegsgefangenenkarten von Georg M. an seine Verlobte Julie M., Datum, SFN NL 74, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Kriegsgefangenenpost von Georg M. (geb. 1884) aus Astrachan an Julia G. (geb. 1881) in Wien wird immer wieder das schlechte Funktionieren der Postverbindung angesprochen. Ein wiederkehrendes Thema sind auch Geldsendungen. Anhand der Karte vom 24. April 1917, auf der der Friseur seine 36j\u00e4hrige Verlobte nach den Grund fragt, wieso sie \u2013 f\u00fcr ihn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-29943","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-edition-wk1-in-selbstzeugnissen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29943","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29943"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29943\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63728,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/29943\/revisions\/63728"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29943"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=29943"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=29943"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}