{"id":307,"date":"2007-07-24T10:19:50","date_gmt":"2007-07-24T08:19:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=307"},"modified":"2022-05-19T16:23:46","modified_gmt":"2022-05-19T16:23:46","slug":"307","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=307","title":{"rendered":"Symposium: Sie waren dabei. Mitl\u00e4uferinnen, Nutznie\u00dferinnen, T\u00e4terinnen im Nationalsozialismus, 05.-06.10.2007, Dachau"},"content":{"rendered":"<p><strong>8. Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte<\/strong><br \/>\nZeit: Freitag, 5. Oktober &#8211; Samstag, 6. Oktober 2007<br \/>\nOrt: Jugendg\u00e4stehaus Dachau<br \/>\nWaren Frauen, die im Nationalsozialismus als KZ-Aufseherinnen Dienst taten, \u201eBestien&#8220;, wie damals die Zeitungen im Prozess gegen Ilse Koch, die Frau eines KZ-Kommandanten, schrieben, &#8211; oder ganz normale Frauen? Wie stand es um Mitarbeiterinnen bei der Gestapo, die an Deportationen mitwirkten, oder um Krankenpflegerinnen in Heil- und Pflegeanstalten angesichts des Euthanasie-Programms? Wie verhielten sich NS-Frauenschafterinnen, Mitglieder des \u201eBundes deutscher M\u00e4del&#8220; oder Krankenhelferinnen im \u201eOsteinsatz&#8220;? Warum lieferten Denunziantinnen ganz bewusst andere Menschen aus? Identifizierten sie sich mit dem System, mit seiner rassistischen Ideologie, mit seinen m\u00f6rderischen Programmen?<br \/>\nDas 8. Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte besch\u00e4ftigt sich mit den Frauen, die nicht Opfer des NS-Systems waren oder Widerstand leisteten, sondern mit denjenigen, die mitmachten, mitliefen oder profitierten, die das System bejahten und st\u00fctzten oder selbst folterten und mordeten. <!--more-->Erst seit den 1970er Jahren wird nach der Rolle von Frauen f\u00fcr die Durchsetzung und den Erfolg des nationalsozialistischen Regimes gefragt. Dies war damals das Verdienst der neuen Frauenbewegung, die Frauen als handelnde Personen der Geschichte thematisierte und auch die Zeit des Nationalsozialismus nicht ausklammerte.<br \/>\nDas Ergebnis: Frauen waren nicht anders oder besser, sie handelten wie M\u00e4nner abh\u00e4ngig von ihrer Position, ihrer politischen Einstellung und ihrer ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit.<br \/>\nSeit einigen Jahren nimmt sich nun eine neue Forscher- und Forscherinnengeneration, gepr\u00e4gt von den nationalen und internationalen Forschungen zu Gender, zu Professionalisierung und zur Historischen Anthropologie, erneut der Thematik an. Hier geht es nicht mehr nur um Frauen allein. So machten z.B. die Untersuchungen zu den \u201eganz normalen M\u00e4nnern&#8220;, die aktiv an den Verbrechen mitwirkten, deutlich, wie sehr der Blick bis hinein in die Nachkriegsprozesse von impliziten oder expliziten Vorannahmen \u00fcber die Geschlechterrollen im Nationalsozialismus bestimmt war. Vielfach wurde weibliche \u201eSchuld&#8220; daher erst gar nicht thematisiert, h\u00e4tte dies doch vorausgesetzt, Frauen als aktiv und selbstverantwortlich Handelnde zu sehen. Wenn doch, erschien die Teilnahme von Frauen an Mord und Vernichtung als sehr viel verwerflicher als die von M\u00e4nnern. Doch auch Frauen handelten mit eigenen Interessen und \u00dcberlegung.<br \/>\n<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.dachauer-symposium.de\/\" rel=\"noopener\">Weitere Informationen, Programm<\/a><br \/>\nURL des Beitrages: http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/termine\/id=7661<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte Zeit: Freitag, 5. Oktober &#8211; Samstag, 6. 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