{"id":30940,"date":"2017-09-05T02:14:49","date_gmt":"2017-09-05T02:14:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=30940"},"modified":"2022-05-24T09:58:12","modified_gmt":"2022-05-24T09:58:12","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-112-brief-einer-unbekannten-schreiberin-an-den-oberleutnant-friedrich-weber-5-september-1917","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=30940","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 112: Bittbrief einer unbekannten Schreiberin an den Oberleutnant Friedrich Weber, 5. September 1917, aus dem Banat an einen unbestimmten Ort an der Front"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/NL-21-Bittbrief-01_klein.jpg\" rel=\"attachment wp-att-30938\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30938 size-thumbnail\" title=\"Brief von Elisabeth W. an Friedrich Weber, September 1917, Sammlung Frauennachlaesse NL 21 II\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/NL-21-Bittbrief-01_klein-150x150.jpg\" alt=\"NL 21 Bittbrief 01_klein\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Der Wiener Friedrich Weber (geb. 1886) war im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant eingesetzt. Er war seit 1913 mit Lilli Weber-Wehle (geb. 1894) verheiratet, das Paar lebte in einem gro\u00dfb\u00fcrgerlichen Umfeld. Im Nachlass von Lilli Weber ist ein Bittbrief enthalten, den eine unbekannte Schreiberin aus dem Banat an ihren Ehemann gerichtet hat. Sie schilderte darin die Situation, die sich aus dem Fehlen seiner Arbeitskraft auf ihrem Weinbauernhof ergeben hat. Das Schriftst\u00fcck belegt neben der pers\u00f6nlichen Lage der Ehefrau eines Soldaten zudem Strategien, die versucht wurden, um etwa eine Beurlaubung vom Fronteinsatz erreichen zu k\u00f6nnen, obwohl dadurch auch m\u00f6gliche Sanktionen zu erwarten waren.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Temes Szepafaln V\/9 1917<br \/>\nLiber herr Komandant<br \/>\nIch bitte recht sch\u00f6n um entschuldigung, wen ich vileicht Inen Herr Komandant mit meiner bitte belestige.<br \/>\nMein Man W. Johan ist seith voriches Jar noch nicht zuhause gewesen, u. ich habe mich im Weidenrutten wei\u00df Schellen verk\u00fclt, weil die Rutten im wasser waren, u jetz sol im Weingarten gehackt u geschprizt werden u ich bin f\u00fcr die Arbeit zu Schwach, u K\u00f6rbe kann ich u mus sie machen, das ich doch unser brot verdine Dagl\u00f6ner kann ich keine bekommen f\u00fcr den Weinkartenarbeit u die Schbritze kann ich auch nicht dragen mein Gott ich wei\u00df nicht was ich anfangen sol mit dem Weingarten. Das sol ich auch Kukurutz hacken u bin so Schwach und wen ich keinen haken kann wi sol ich meine Schwein m\u00e4sten Liber Got im Himel was werde ich nur anfangen alle M\u00e4nner sein im Felde u wer wei\u00df wie lange der Krik noch dauerd, was wirt nochaus unz arme Weiber u Kinder. Ich bitte recht sch\u00f6n den Herr Komandant wen m\u00f6glich meinen Man W. Johan zuhause zu lassen, damit er mir doch die Schwerste arbeid helfen sol.<br \/>\nIch bitte recht Sch\u00f6n mein Man wegen meiner bitte doch nicht zu Straffen, In meiner ferzweiflung weis ich mir keinen ander rath mer,<br \/>\nIn vorhinein dangend<br \/>\nVerbleibe ich einer Ergebenste<br \/>\nW. Elisabeth<br \/>\nTemes Sz\u00e9pfaln<br \/>\nTemes megye<br \/>\nBei uj-Arad<!--more--><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 21 II<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"> N\u00e4chster Eintrag mit einem Bittbrief an Lilli Weber-Wehle und Friedrich Weber <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=30946\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 26. November 2017<\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\">Eintrag eines anderen Briefes aus dem Nachlass der Familie Weber-Wehle <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=16589\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am 14. August 2014<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Ortographie im Original wurde beibehalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 112, Bittbrief an Friedrich Weber, Datum, SFN NL 21 II, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wiener Friedrich Weber (geb. 1886) war im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant eingesetzt. Er war seit 1913 mit Lilli Weber-Wehle (geb. 1894) verheiratet, das Paar lebte in einem gro\u00dfb\u00fcrgerlichen Umfeld. 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