{"id":32038,"date":"2017-12-12T02:16:02","date_gmt":"2017-12-12T02:16:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=32038"},"modified":"2022-05-19T16:00:19","modified_gmt":"2022-05-19T16:00:19","slug":"cfp-narrating-and-constructing-the-beach-event-06-2018-muenchen-dl-14-01-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=32038","title":{"rendered":"CfP: Narrating and Constructing the Beach (Event, 06\/2018, M\u00fcnchen); DL: 14.01.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ludwig-Maximilians-Univ. M\u00fcnchen: Graduiertenschule Sprache und Literatur<\/strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.prolit.uni-muenchen.de\/projekte\/konferenz\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (Web)<\/a> <strong>in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Amerika-Akademie und dem Amerikahaus M\u00fcnchen<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.amerikahaus.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a>: <strong>Stefan Br\u00fcckl, Ines Ghalleb, Dominik Pensel, Roxanne Phillips, Katharina Simon und Florian Telsnig<\/strong><\/p>\n<p>Ort: Amerikahaus M\u00fcnchen<br \/>\nZeit: 14.-16. Juni 2018<br \/>\n<strong>Einreichfrist:<\/strong> 14.01.2018<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Keynote:<\/strong> Michael Taussig, Anthropologe an der Columbia University<\/li>\n<\/ul>\n<p>Seit einigen Jahren erf\u00e4hrt der Strand eine umfassende Transformation: Wurde er lange Zeit v.a. im Kontext des Massentourismus wahrgenommen, so ist er heute auch ein Ort, an dem Gefl\u00fcchtete stranden, an dem sich sowohl Umweltverschmutzung als auch Klimawandel (Anstieg des Meeresspiegels, Tsunami etc.) manifestieren und an dem vermehrt soziokulturelle Konflikte ausgetragen werden, bspw. \u00fcber Kleiderordnungen (Burkini-Debatte, FKK u.a.). Als ungeregeltes \u00dcbergangs- und institutionelles Grenzgebiet r\u00fcckt der Strand zwar in den Fokus des medialen Interesses, bleibt aber in wissenschaftlichen Studien ein kaum beachtetes Randgebiet der Meeresthematik.<\/p>\n<p>Um den komplexen Vorstellungen, Dynamiken, Praktiken und \u00c4sthetiken des Strandraums gerecht zu werden, versteht die internationale Konferenz den Strand hingegen als eigenst\u00e4ndiges (Grenz-)Ph\u00e4nomen, das systematisch und historisch beleuchtet werden soll.<!--more--><\/p>\n<p>Mit der Alain Corbin zufolge ca. im 18. Jahrhundert einsetzenden (europ\u00e4ischen) \u00bbErfindung des Strandes\u00ab sind verschiedene Diskurse und Praktiken verbunden, zu deren Kristallisationspunkt und Projektionsfl\u00e4che der Strand wird. Davon ausgehend zeichnet die Konferenz vielf\u00e4ltige, sich ver\u00e4ndernde und teilweise konkurrierende Repr\u00e4sentationen und Erlebnisweisen des Strands in Kunst, Kultur und Gesellschaft sowie seine cultural imaginaries in ihrer globalen und historischen Vielfalt nach. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen, mit welchen Verfahren \u203ader Strand\u2039 erz\u00e4hlt, konstruiert und ver\u00e4ndert wird \u2013 denn historisch-kulturelle, k\u00fcnstlerische und perzeptive Praktiken produzieren den Strand als einen \u00e4sthetisch, soziokulturell, politisch, historisch und auch geographisch variablen Raum. Er ist liminal und zugleich multipel, bestimmt durch das Aneinandergrenzen und Ineinander\u00fcbergehen von Land, Meer und Himmel; er changiert zwischen Repr\u00e4sentations- und Lebensraum, wird zeitweilig als Nicht-Ort oder als Heterotopie erfahren.<\/p>\n<p>Aus unterschiedlichen, dezidiert interdisziplin\u00e4ren Forschungsperspektiven stellt sich u.a. die Frage, wie Formen der Stranderfahrung mit soziokulturellen K\u00f6rperpraktiken und Differenzmarkern (Geschlecht, Ethnizit\u00e4t, Nationalit\u00e4t, Religion, Klasse, Alter, Dis\/ability etc.) zusammenh\u00e4ngen: Locals oder Reisende k\u00f6nnen den Strand bspw. als Ort der Begegnung mit dem \u2013 etwa erotischen oder gef\u00e4hrlichen \u2013 \u203aFremden\u2039 erfahren, was zu (transitorischem) Selbstverlust oder auch zu abgrenzender Bestimmung des \u203aEigenen\u2039 f\u00fchren kann. Dazu tragen Praktiken wie die Grand Tour, medizinische Kuraufenthalte, Strandbesch\u00e4ftigungen (Schwimmen, Promenieren, Sandburgen bauen, Muscheln und Strandgut sammeln), (massen-)touristische Kolonisierung, geschlechtsspezifische Produktionen von Binnenr\u00e4umen (durch Handt\u00fccher, Blickregime etc.) oder die (artifizielle) Inkorporation von Stadtstr\u00e4nden bei, deren kulturellen, medialen und \u00e4sthetischen Bearbeitungen sich Beitr\u00e4ge widmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch jenseits dieser soziokulturellen Beziehungen konstituiert sich der Strand als kaum verortbarer, gewisserma\u00dfen \u203afluider\u2039 Ort vorrangig durch Relationen, d.h. in Abh\u00e4ngigkeit von sowie in Abgrenzung zu Meer bzw. Wasser, Hafen oder Urbanit\u00e4t sowie anderen Formen des Ufers und der K\u00fcste. Im Gegensatz oder auch in Analogie etwa zum Hafen kann der Strand das Klandestine, das Fehlgegangene, die St\u00f6rung in globalen, institutionalisierten Handelsstr\u00f6men und Reiserouten repr\u00e4sentieren; an einem Strand anlanden kann hei\u00dfen, den Hafen gemieden, ihn verfehlt, ihn nicht vorgefunden zu haben \u2013 gestrandet zu sein. Beitr\u00e4ge k\u00f6nnten bspw. in der Einrichtung von Kurorten, der Regulierung von Handel, Tourismus oder Fluchtrouten beleuchten, wie Prozesse von Ordnung und Institutionalisierung (un-)sichtbar werden, wie sie (vor\u00fcbergehend) Strukturen etablieren oder aber ins Leere laufen.<\/p>\n<p>Die Konferenz \u203aNarrating and Constructing the Beach\u2039 fragt danach, wie Str\u00e4nde als liminale Grenzr\u00e4ume soziokulturell erz\u00e4hlt und konstruiert, aber auch wie sie u.a. von Literatur, Musik, Theater, Performance, Film, Fotografie und bildender Kunst als (\u00e4sthetische) R\u00e4ume hervorgebracht und poetologisch wirksam werden.<\/p>\n<p>Aus kulturwissenschaftlich interessierten Disziplinen laden wir hierf\u00fcr Beitr\u00e4ge zu allen Epochen und Regionen der Erde ein, Str\u00e4nde als kulturelle Artefakte bzw. in kulturellen Artefakten anhand ihrer diskursiven Verfasstheit, ihrer \u00e4sthetischen Dimensionen oder ihrer historisch-kulturellen Praktiken zu untersuchen bzw. deren Verbindungslinien und Wechselwirkungen nachzuzeichnen.<\/p>\n<p>Englisch- oder deutschsprachige Abstracts von 300-500 W\u00f6rtern f\u00fcr einen 30-min\u00fctigen Vortrag mit anschlie\u00dfender 15-min\u00fctiger Diskussion k\u00f6nnen zusammen mit einer akademischen Kurzvita bis zum 14. Januar 2018 eingereicht werden an: beach.conference@lmu.de. Einsendungen sollten noch nicht ver\u00f6ffentlicht sein, da eine Publikation angestrebt wird. Wir bitten zudem um eine Angabe dar\u00fcber, ob der Vortrag evtl. sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch gehalten werden k\u00f6nnte, damit wir ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis beider Konferenzsprachen gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>beach.conference@lmu.de<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.prolit.uni-muenchen.de\/projekte\/konferenz\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.prolit.uni-muenchen.de\/projekte\/konferenz\/index.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ludwig-Maximilians-Univ. 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