{"id":35,"date":"2007-01-15T12:05:39","date_gmt":"2007-01-15T10:05:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=35"},"modified":"2024-04-20T09:36:35","modified_gmt":"2024-04-20T09:36:35","slug":"tagung-mit-den-erwachsenen-hatte-ich-keine-gemeinsame-sprache-mehr-adrienne-thomas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=35","title":{"rendered":"Tagung: Adrienne Thomas: &#8222;Mit den Erwachsenen hatte ich keine gemeinsame Sprache mehr&#8220;, 19.01.2007, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Insitut f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, Wien<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: Fr., 19.01.2007, 10.00-17.00 Uhr<br \/>\nOrt: Wien<\/p>\n<p>\u201eMit den Erwachsenen hatte ich keine gemeinsame Sprache mehr\u201c \u2013 Adrienne Thomas (1897-1980)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges diente die in der Garnisonstadt Metz aufgewachsene Adrienne Thomas, geb. Strauch, als Rot-Kreuz-Schwester. Diese Erfahrungen, die sie in einem sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichten Tagebuch festhielt, verarbeitete sie auch in dem sehr erfolgreichen Antikriegs- und Liebesroman \u201eDie Katrin wird Soldat\u201c (1930). Ein Jahr sp\u00e4ter erschien im \u201eV\u00f6lkischen Beobachter&#8220; ein Hetzartikel gegen dieses Buch, worauf sie ins Ausland floh. 1932 ging sie in die Schweiz, 1933 nach Frankreich und 1934 nach \u00d6sterreich. 1938 floh sie von dort \u00fcber die Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und Italien nach Stra\u00dfburg. 1940 wurde sie im Frauenlager Gurs interniert. Mit gef\u00e4lschten Entlassungspapieren konnte sie jedoch entkommen. 1941 gelang ihr die Flucht in die USA. Sie lebte dort als freie Autorin und publizierte ihre Werke in Exilverlagen. W\u00e4hrend der NS-Zeit waren ihre Werke verboten, sie z\u00e4hlte zu den \u201everbrannten\u201c Autoren. Im Exil schrieb sie Beitr\u00e4ge f\u00fcr die \u201eBasler Nachrichten\u201c, f\u00fcr die \u201eNeue J\u00fcdische Zeitung\u201c und f\u00fcr das \u201eFree World Magazine\u201c.<!--more--><br \/>\nAdrienne Thomas hatte sich in Amerika gut eingelebt, trotzdem kehrte sie 1947 auf Dr\u00e4ngen ihres Mannes, des Politikers Julius Deutsch (1884-1968), nach \u00d6sterreich zur\u00fcck und f\u00fchrte in ihrem Haus in Grinzing einen Salon. Ab 1948 schrieb sie f\u00fcr die Wiener Tageszeitung \u201eNeues \u00d6sterreich\u201c eine Artikelserie \u00fcber die Zeit der Vertreibung und das Leben im Exil. Au\u00dferdem ver\u00f6ffentlichte sie Romane, Novellen und H\u00f6rspiele. Sp\u00e4ter war sie ihrem Mann bei der Niederschrift seiner Memoiren behilflich und besch\u00e4ftigte sich schlie\u00dflich nur noch mit \u00dcberarbeitungen und Korrekturen ihrer eigenen Werke.<\/p>\n<p>Die Tagung steht im Zusammenhang des derzeit am IWK unter der Leitung von Ernst Seibert laufenden Projektmoduls \u201eJ\u00fcdische Schriftstellerinnen in \u00d6sterreich \u2013 ihr Leben, ihr Schicksal und ihr Schaffen\u201c des Gro\u00dfprojektes \u201ebiografiA\u201c (<a href=\"http:\/\/www.biografia.at\/\">www.biografia.at<\/a>).<\/p>\n<p align=\"left\">\n<p align=\"left\"><strong>Programm<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">10.00 Uhr: Susanne Blumesberger (Wien): \u201eVielleicht konnte man zu Kindern noch reden. Mit den Erwachsenen hatte ich keine gemeinsame Sprache mehr.\u201c Biografische Notizen zu Adrienne Thomas<\/p>\n<p align=\"left\">10.30 Uhr: Siglinde Bolbecher (Wien): Adrienne Thomas und ihr Wiener Salon<\/p>\n<p align=\"left\">11.00 Uhr: Petra Herczeg (Wien): Adrienne Thomas als Journalistin<\/p>\n<p align=\"left\">11.30 Uhr \u2013 12.00 Uhr: Pause<\/p>\n<p align=\"left\">12.00 Uhr: Peter Malina (Wien): Geschichtsschreibung mit anderen Mitteln: Das 20. Jahrhundert in den Texten von Adrienne Thomas<\/p>\n<p align=\"left\">12.30 Uhr: Rahel Rosa Neubauer (Wien): Die Jugendromane Adrienne Thomas\u2019 aus der Zwischenkriegszeit<\/p>\n<p align=\"left\">13.00 Uhr \u2013 14.30 Uhr: Mittagspause<\/p>\n<p align=\"left\">14.30 Uhr: Ingrid Schramm (Wien): Die \u201eheile Welt\u201c der Adrienne Thomas. Zwei gegens\u00e4tzliche Beispiele: Andrea und Viktoria und der Nachlass<\/p>\n<p align=\"left\">15.00 Uhr: Ernst Seibert (Wien): \u201eKatrin\u201c \u2013 ein fr\u00fches Beispiel emanzipatorischer M\u00e4dchenliteratur<\/p>\n<p align=\"left\">15.30 Uhr \u2013 16.00 Uhr: Pause<\/p>\n<p align=\"left\">16.00 Uhr: Edith Stumpf-Fischer (Wien): Adrienne Thomas und Julius Deutsch<\/p>\n<p align=\"left\">16.30 Uhr: Daniela Biberle (Wien): \u201eWenn ich mich an Gurs zur\u00fcckerinnere, sehe ich eigentlich nur Dunkelheit.&#8220; Das franz\u00f6sische Internierungslager Gurs 1939-1945.<\/p>\n<p align=\"left\">\n<p align=\"left\">Tagung des IWK in Kooperation mit der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Kinder- und Jugendliteraturforschung (OEGKJLF)<\/p>\n<p align=\"left\">Konzept: Susanne Blumesberger und Ernst Seibert<\/p>\n<p align=\"left\">\n<p align=\"left\">Biografien der Vortragenden finden Sie auf unserer Homepage:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/univie.ac.at\/iwk\">http:\/\/univie.ac.at\/iwk<\/a>\n<\/p>\n<p align=\"left\">Veranstaltungsort:<br \/>\nINSTITUT F\u00dcR WISSENSCHAFT UND KUNST<br \/>\n1090 Wien, Berggasse 17, Seminarraum 3<br \/>\nTelefon \/ Fax: (++43 1) 317 43 42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insitut f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, Wien Zeit: Fr., 19.01.2007, 10.00-17.00 Uhr Ort: Wien \u201eMit den Erwachsenen hatte ich keine gemeinsame Sprache mehr\u201c \u2013 Adrienne Thomas (1897-1980) W\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges diente die in der Garnisonstadt Metz aufgewachsene Adrienne Thomas, geb. 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