{"id":3500,"date":"2010-03-24T23:39:01","date_gmt":"2010-03-24T21:39:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=3500"},"modified":"2022-05-19T16:17:24","modified_gmt":"2022-05-19T16:17:24","slug":"cfp-eigen-und-anders-abgrenzungen-und-verstrickungen-geschlechterforschung-und-psychoanalytische-padagogik-im-dialog-event-102010-paderborn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=3500","title":{"rendered":"CfP: \u201e\u2018Eigen\u2019 und \u201aanders\u2019 \u2013 Abgrenzungen und Verstrickungen. Geschlechterforschung und Psychoanalytische P\u00e4dagogik im Dialog (Event, 10\/2010, Paderborn); DL: 15.04.2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gemeinsame Tagung der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung<\/strong><a href=\"http:\/\/www.gender.hu-berlin.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> (Web) <\/a><strong>und der Kommission f\u00fcr psychoanalytische P\u00e4dagogik<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 08.-09.Oktober 2010<br \/>\nOrt: Uni Paderborn<br \/>\n<strong>Deadline:<\/strong> 15.04.2010<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gendercampus.ch\/Common\/Lists\/CalendarCall%20for%20Papers\/Attachments\/1867\/paderborn_cfp.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CfP als PDF<\/a><\/p>\n<p>Die Begegnung mit dem \u2019Anderen\u2019 stellt ein anthropologisches Grundverh\u00e4ltnis dar. Menschen unterhalten Beziehungen zueinander, lehnen sich aneinander an, grenzen sich voneinander ab, ahmen sich gegenseitig nach oder passen sich an. Die Identit\u00e4t des Einzelnen wie der Gruppe erw\u00e4chst aus der Differenz und der Abgrenzung, entwickelt sich also durch Konfrontationen und Irritationen in Beziehungen zu anderen Menschen, Dingen und vor allem: anderem Denken. \u201aAnders\u2019 ist ja selbst ein relationaler Begriff, und da wir uns mit der Neutralit\u00e4t so schwer tun, hei\u00dft er im Prozess der Einsch\u00e4tzung und Bewertung letztlich immer: anders als ich, anders als ich denke oder will.<\/p>\n<p>Ob nun etwas als andersartig erlebt und mit welchen Bewertungen es konnotiert wird, variiert je nach Situationsdefinition, Deutungsmustern und Ordnungsleistungen, je nach subjektiven <!--more-->Vorverst\u00e4ndnissen und der eigenen Selbstverortung. Das \u2018Andere\u2019 ist somit eine Konstruktionsleistung des Subjekts, eine Abgrenzungsma\u00dfnahme, ein aktives \u2018Othering\u2019, und das Verstehen des \u2018Anderen\u2019 ist eine T\u00e4tigkeit, die auf Akten des Selbstverstehens, der Selbstauslegung beruht.<\/p>\n<p>Geschlechterforschung und Psychoanalyse\/psychoanalytische P\u00e4dagogik sind beide zentral, wenn auch je unterschiedlich mit dem Thema der Andersheit, Fremdheit und dem Verh\u00e4ltnis zum Anderen befasst. Die Frauen- und Geschlechterforschung ging aus von der wissenschaftskritischen Analyse der Konstruktion der Frau als \u201aAnderem des Mannes\u2019, des Weiblichen als des \u201aAnderen der Vernunft\u2019, von der letztlich daraus abgeleiteten ungleichen Positionierung in der Gesellschaft und der Tradierung dieses Denkens in Erziehungs- und Bildungsprozessen. Die Reichweite der Konstruktion eines \u201aAnderen der Vernunft\u2019 und ihre Bedeutung f\u00fcr das Denken nicht nur \u00fcber Geschlecht(er) sind dabei nach und nach immer differenzierter durchdacht und verstanden worden und bilden auch die Basis f\u00fcr die Frage nach dem Zusammenwirken unterschiedlicher Differenz &#8211; und Abgrenzungskategorien (meist mit dem Wortpaket \u201erace-class-gender&#8220; umschrieben). Hier stellt sich dann vor allem die Frage, ob Geschlecht eine spezielle Art von Differenz bezeichnet und ob der \u201aAndere des anderen Geschlechts\u2019 ein \u201abesonderer Anderer\u2019 ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die psychoanalytische Theorie sind \u201adas Andere\u2019 und \u201ader Andere\u2019 fundamental, angefangen vom Freudschen Konzept des Unbewussten, das dem Ich etwas Nicht-Verstandenes, Widerspr\u00fcchliches, eine Uneindeutigkeit eintr\u00e4gt, bis zu Lacan, der dem (kleinen) anderen und dem (Gro\u00dfen) Anderen einen zentralen Stellenwert f\u00fcr die Konstitution des Subjekts zuschreibt. Der\/das Andere tritt auch hier immer als ein Verh\u00e4ltnis auf und niemals als Qualit\u00e4tszuschreibung an konkrete Andere. Auch f\u00fcr die Psychoanalyse ist das Weibliche im \u00dcbrigen immer ein zentrales Element von Andersheit \u2013 angefangen vom K\u00f6rper der Mutter, der als \u201eUnheimliches&#8220; (Freud) oder als erstes verlorenes Objekt (Lacan) eine Folie bei der Entstehung von Subjektivit\u00e4t bildet. So lie\u00dfe sich auch von hier aus fragen, was psychoanalytische Konzepte von Andersheit und Fremdheit zu der Frage beitragen k\u00f6nnen, wie sich die verschiedenen Differenzierungs? und Abgrenzungskategorien zueinander verhalten \u2013 wobei die Psychoanalyse ja der Verwendung von Kategorien und Kategorisierungsprozessen grunds\u00e4tzlich kritisch gegen\u00fcberstehen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Die Sektion Frauen- und Geschlechterforschung und die Kommission Psychoanalytische P\u00e4dagogik laden nun zu einer gemeinsamen Tagung ein, um die unterschiedlichen Zug\u00e4nge zu dieser Thematik zusammenzutragen und der Frage nach den Repr\u00e4sentationen des \u201aEigenen\u2019 und des \u201aAnderen\u2019, den Konzepten von Dazugeh\u00f6ren und Nichtdazugeh\u00f6ren, von passend und unpassend, von Anpassung und Widerstreit auf verschiedenen Ebenen der Diskurse und des p\u00e4dagogischen Handelns nachzugehen.<\/p>\n<p>Wir erwarten dabei von den KollegInnen, die sich an der Tagung beteiligen m\u00f6chten, nicht, dass sie in beiden Theoriefeldern beheimatet sind oder beide Perspektiven abdecken sollen \u2013  sondern dass jedeR aus seiner\/ihrer Sicht, Kenntnis und Interesse Beitr\u00e4ge beisteuert, die der gemeinsamen Diskussion dienlich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Tagung wird am 8.\/9. Oktober 2010 an der Universit\u00e4t Paderborn stattfinden. Expos\u00e9s zu theoretischen, empirischen, bildungshistorischen und forschungsmethodologischen Beitr\u00e4gen erbitten wir bis zum <strong>15.4.2010<\/strong> an folgende Adressen:<\/p>\n<ul>\n<li>Barbara Rendtorff (hier f\u00fcr die Kommission Psychoanalytische P\u00e4dagogik): Barbara.Rendtorff@uni-paderborn.de<\/li>\n<li> Elke Kleinau (f\u00fcr die Sektion Frauen- und Geschlechterforschung): Elke-Kleinau@web.de<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><br \/>\nHumboldt-Universit\u00e4t zu Berlin<br \/>\nZentrum f\u00fcr transdisziplin\u00e4re Geschlechterstudien<br \/>\nGesch\u00e4ftsf\u00fchrerin<br \/>\nDr. Gabriele J\u00e4hnert<br \/>\nEmail: gabi.jaehnert@gender.hu-berlin.de<br \/>\nTel.: 030 2093 8204 oder 2093 46201<br \/>\nAxel-Springer-Stra\u00dfe 54b<br \/>\n10117 Berlin<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gender.hu-berlin.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.gender.hu-berlin.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsame Tagung der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung (Web) und der Kommission f\u00fcr psychoanalytische P\u00e4dagogik Zeit: 08.-09.Oktober 2010 Ort: Uni Paderborn Deadline: 15.04.2010 CfP als PDF Die Begegnung mit dem \u2019Anderen\u2019 stellt ein anthropologisches Grundverh\u00e4ltnis dar. 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