{"id":37249,"date":"2018-11-29T14:03:13","date_gmt":"2018-11-29T12:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=37249"},"modified":"2026-06-30T08:02:47","modified_gmt":"2026-06-30T06:02:47","slug":"der-erste-weltkrieg-in-nachlaessen-von-frauen-nr-142-georg-semenic-an-seine-familie-29-november-1918-bis-9-juni-1919-aus-dem-aostatal-in-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=37249","title":{"rendered":"Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 143: Kriegsgefangenenpost von Georg Semenic an seine Familie, 29. November 1918 bis 9. Juni 1919 aus dem Aostatal in Italien nach Wien"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #333399;\"><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/NL-51-1918-11-29.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-37250 size-thumbnail\" title=\"Kriegsgefangenenpost von Georg Semenic an die Eltern in Wien, 29. November 1918, SFN NL 51 II\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/NL-51-1918-11-29-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Georg Semenic (geb. 1896) war gelernter Koch. Von ihm sind 20 Feldpostschreiben aus dem Ersten Weltkrieg erhalten, die er als Regimentskoch seit August 1915 von verschiedenen Orten an der italienischen Front an seine Eltern und Geschwister in Wien geschrieben hat. Er bat darin wiederholt um Zusendung von Geld oder von Lebensmitteln oder bespricht Geschehnisse innerhalb der Familie, etwa die Heirat der Schwester oder die Einberufung des Bruders zum Kriegsdienst. Seit November 1918 war er in Kriegsgefangenschaft, wovon 3 Schreiben erhalten sind.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>29. XI. 1918<br \/>\nMeine Lieben!<br \/>\nbin seit 3ten dieses Monats in Gefangenschaft. Unser ganzes Regiment mit Mann und Maus befindet sich hier in Italien. Bis Trient konnten wir bequem marschieren dort aber \u00fcberraschte uns der Italiener. Sind \u00fcber Verona hierher nach Aosta an der franz\u00f6sische-schweizer Grenze gekommen. Geht uns ganz gut, essen gen\u00fcgend; was ist bei Euch Neues wie schaut es in Wien aus wir werden ja auch bald in Eurer Mitte sein. Was ist mit dem Milit\u00e4r in Wien? &#8230; Hier ist es sehr sch\u00f6n bin wieder in der K\u00fcche habe f\u00fcr 300 Mann zu kochen. Auch ist eine Kantine hier, bekommt man allerlei zu kaufen. Sollte es mir nicht verg\u00f6nnt sein zu Weihnachten zu Hause sein w\u00fcnsche ich Euch gute Feiertage und ein gutes neues Jahr!<br \/>\nViele herzliche K\u00fcsse<br \/>\nEuer treuer Murli<\/p>\n<p>9. XII. 1918<br \/>\nMeine Lieben!<br \/>\nHoffe Euch im Besitze meiner Karten aus Verona und aus Aosta. Wie geht es Euch und Hermine habe seit 16. Oktober keine Nachricht von zu Hause. Mir geht es ganz gut. Was ist mit dem langersehnten Frieden. Das neue Jahr wird uns hoffentlich in die Heimat bringen. Wist Ihr nicht ist R. auch in Gefangenschaft. Schreibt recht bald und viel da\u00df man Zerstreuung hat. Viele Gr\u00fc\u00dfe und K\u00fc\u00dfe Euer alter Murli<br \/>\nKann Hermine nicht schreiben zu wenig Geleg. Gr\u00fc\u00dfe an Hermine Josef, Emmy Rudi <span style=\"color: #333399;\">[kopf\u00fcber am oberen Rand geschrieben]<\/span><\/p>\n<p>9. VI. 1919<br \/>\nMeine liebe gute Mutter!<!--more--><br \/>\nHabe heute Deine Karte vom 1.V. erhalten. Habe seit Deinen Brief vom 1.\/3. keine Nachricht, von den Pragern \u00fcberhaupt noch gar nichts. Mir geht es ganz leidlich, nur sehr: \u201ekriegsgefangen\u201c, nun hoffen wir da\u00df uns noch dieses Monat eine Ver\u00e4nderung bringen wird! Wie geht es Euch alle meine Lieben, ist Vater gesund? Anton hat auch geschrieben. Emmy und Rudy sollen \u00f6fter schreiben<br \/>\nViele innige K\u00fc\u00dfe Euer alter treuer Murl <span style=\"color: #333399;\">[kopf\u00fcber am oberen Rand geschrieben]<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Sammlung Frauennachl\u00e4sse NL 51 II<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\">Kein weiterer Eintrag aus den Korrespondenzen der Familie Semenic<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Die Verwendung der Namen der Schreiber\/innen und ihrer Familien folgt den vertraglichen Vereinbarungen der Sammlung Frauennachl\u00e4sse mit den \u00dcbergeber\/innen. In den Dokumenten genannte Namen dritter Personen werden aus Datenschutzgr\u00fcnden anonymisiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">Zitation dieses Beitrages: Der Erste Weltkrieg in Selbstzeugnissen \u2013 Ausz\u00fcge aus Best\u00e4nden der Sammlung Frauennachl\u00e4sse Nr. 143, Kriegsgefangenenpost von Georg Semenic an seine Familie, Datum, SFN NL 51 II, unter: URL<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg Semenic (geb. 1896) war gelernter Koch. Von ihm sind 20 Feldpostschreiben aus dem Ersten Weltkrieg erhalten, die er als Regimentskoch seit August 1915 von verschiedenen Orten an der italienischen Front an seine Eltern und Geschwister in Wien geschrieben hat. Er bat darin wiederholt um Zusendung von Geld oder von Lebensmitteln oder bespricht Geschehnisse innerhalb [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-37249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-edition-wk1-in-selbstzeugnissen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37249"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86052,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37249\/revisions\/86052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}