{"id":391,"date":"2007-08-31T09:49:22","date_gmt":"2007-08-31T07:49:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=391"},"modified":"2025-01-06T20:02:24","modified_gmt":"2025-01-06T20:02:24","slug":"ist-eine-europaische-frauengeschichte-moglich-kommentar-von-edith-saurer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=391","title":{"rendered":"Edith Saurer: Ist eine europ\u00e4ische Frauengeschichte m\u00f6glich? (Kommentar)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ist eine europ\u00e4ische Frauengeschichte m\u00f6glich? Kommentar<\/strong><br \/>\nEdith Saurer<\/p>\n<p>Franziska de Haans Befund \u00fcber Hierarchien in der europ\u00e4ischen Frauen- und Geschlechtergeschichtsschreibung <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=253\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a>, der sich auf die Geschichtsschreibung generell erweitern lie\u00dfe, kann ich nur zustimmen. Gewiss, \u201ethose in the center or core, have the power to define the world\u201c. Allerdings sollte auch bemerkt werden, dass die Geschichtsschreibung und das gilt auch f\u00fcr die Frauen- und Geschlechtergeschichte in diesen L\u00e4ndern oft einen nicht nur quantitativen Vorsprung hat. Die englische Frauen- und Geschlechtergeschichte etwa zeigt in ihren Forschungen eine bemerkenswerte Breite an Themen und innovative Ans\u00e4tze; damit entstehen Forschungstatsachen, die von den ForscherInnen rezipiert werden und rezipiert werden m\u00fcssen.<br \/>\nDas rechtfertigt nicht das Ignorieren der Leistungen von ForscherInnen aus kleineren Staaten. Deren Situation ist trotzdem nicht so chancenlos; wobei ich jetzt weniger daran denke, ob ihre Forschungen vom \u201eZentrum\u201c wahrgenommen werden oder nicht. Sondern vor allem daran, was sie selbst als \u201ean den R\u00e4ndern\u201c stehend an Forschungsperspektiven einbringen k\u00f6nnen. Das gilt f\u00fcr West und Ost, denn wie Franziska zu Recht schreibt, \u201ethe homogeneity suggested by the concepts \u201eEast\u201c and \u201eWest\u201c is misleading.\u201c An den \u201eR\u00e4ndern\u201c zu stehen ist eine Chance, die sofern Engagement vorhanden ist, f\u00fcr die Forschung \u00e4u\u00dferst fruchtbar sein kann. Die Frauen-und Geschlechtergeschichte selbst hat dieser Positionierung von Frauen(geschichte) auch ihr Entstehen zu verdanken.<\/p>\n<p>Damit kann ich sogleich an Luisa Passerinis Text <a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=213\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a> anschlie\u00dfen: Dringliche Probleme sollen aufgegriffen werden, so die Geschichte interkultureller Beziehungen, schreibt Luisa. Deren Bedeutung m\u00f6chte ich unterstreichen: Sie sind ein Thema der europ\u00e4ischen Geschichte und insbesondere auch der Frauen- und Geschlechtergeschichte, das \u00fcber die Grenzen Europas hinausreicht- \u00fcber die Migrationen verschiedenster Art- wie es sich auch an Grenzen st\u00f6\u00dft. Insofern ein Thema, das sowohl national als transnational ist und die Grenzen Europas ausfranst.<br \/>\nLuisa Passerinis angedeutete Kritik an vergleichenden Methoden l\u00e4sst mich an Werner Schiffauers Artikel \u201eDie Angst vor der Differenz. Zu neuen Str\u00f6mungen in der Kulturanthropologie\u201c (Zeitschrift f\u00fcr Volkskunde, 92 [1996], 20-31) denken. Auch interkulturelle Beziehungen werden von nationalen Regelungen der Staatsb\u00fcrgerschaft beeinflusst, wie generell die Geschichte auch von Beziehungen. Dies f\u00fcr Europa herauszuarbeiten bedeutet vergleichende Methoden anzuwenden.<\/p>\n<p>Zitation: Edith Saurer: Ist eine europ\u00e4ische Frauengeschichte m\u00f6glich? Kommentar, auf: Salon 21 (31.08.2007), https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=391<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist eine europ\u00e4ische Frauengeschichte m\u00f6glich? Kommentar Edith Saurer Franziska de Haans Befund \u00fcber Hierarchien in der europ\u00e4ischen Frauen- und Geschlechtergeschichtsschreibung (Web), der sich auf die Geschichtsschreibung generell erweitern lie\u00dfe, kann ich nur zustimmen. Gewiss, \u201ethose in the center or core, have the power to define the world\u201c. 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