{"id":41402,"date":"2019-11-30T01:43:06","date_gmt":"2019-11-29T23:43:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=41402"},"modified":"2022-05-19T15:56:43","modified_gmt":"2022-05-19T15:56:43","slug":"klicktipp-deutsches-digitales-frauenarchiv-ddf-portal-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=41402","title":{"rendered":"Klicktipp: Deutsches Digitales Frauenarchiv (DDF) (Portal)"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/teaser_18683auszeiten_0.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-41407 size-thumbnail\" title=\"Frauengruppen in Bochum in den 1970er-Jahren; Beitrag von Linda Unger, via Website\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/teaser_18683auszeiten_0-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Deutsches Digitales Frauenarchiv<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(Web)<\/a>;<strong> i.d.a. Dachverband deutschsprachiger Frauen<\/strong>; <strong>Lesbenarchive, <\/strong><strong>-bibliotheken und -dokumentationsstellen<\/strong><\/p>\n<p>Im September 2018 wurde das neue Portal \u201eDeutsches Digitales Frauenarchiv (DDF)\u201c online geschalten <a href=\"https:\/\/www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(Link)<\/a>.<\/p>\n<p>Das \u201eDDF\u201c dokumentiert die Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland. Das umfangreiche Portal ist entstanden als mehrj\u00e4hriges Kooperationsprojekt der verschiedenen Archive, Biliotheken und Dokumentationseinrichtungen (aus Deutschland), die im Dachverband \u201ei.d.a.\u201c vernetzt sind <a href=\"http:\/\/www.ida-dachverband.de\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(Web)<\/a>. Finanziert wurde das gro\u00df angelegte Digitalisierungs-Projekt vom Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).<\/p>\n<p>Auf der Website werden verschiedene Themen in Essays vorgestellt. Das Portal wird laufend erweitert, derzeit sind 60 Essays online.<\/p>\n<p>Diese enthalten neben inhaltichen Informationen auch Bibliografien sowie Links zu ausgew\u00e4hlten Quellen. Die Quellen sind dabei in digitaler Form verf\u00fcgbar. Es sind Textdokumente, Plakate, O-T\u00f6ne, Filme etc. Die Quellen und die Literatur sind mit dem gemeinsamen META-Katalog verkn\u00fcpft <a href=\"https:\/\/www.meta-katalog.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">(Web)<\/a>. In META k\u00f6nnen die Best\u00e4nde der verschiedenen IDA-Einrichtungen gemeinsam recherchiert werden.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Themenschwerpunkte des \u201eDDF\u201c sind die derzeit folgenden: Politik, Recht &amp; Gesellschaft | Arbeit &amp; \u00d6konomie | K\u00f6rper &amp; Sexualit\u00e4t | Gewalt | Kunst, Kultur &amp; Medien | Bildung &amp; Wissen<a href=\"https:\/\/www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de\/themen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> (Web)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Politik, Recht &amp; Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Politik und Recht geh\u00f6ren seit dem fr\u00fchen 19. Jhd. zum zentralen Bestandteil der Kampfarenen der Frauenbewegungen. Im Zentrum stand der Kampf um das aktive und passive Wahlrecht f\u00fcr Frauen. \u00a0Ab Mitte des 20. Jhds. wurden die politische Repr\u00e4sentation von Frauen, die feministische Kritik der politischen Kultur und die Auswirkungen der Gesetzgebung auf die konkrete Lebensrealit\u00e4t von Frauen zu bestimmenden Politikfeldern. Damit wird sichtbar, ob und mit welchen Formen sich die politische Partizipation von Frauen auf <!--more-->politische Systeme und den gesellschaftlichen Wandel auswirkt. Darin eingeschlossen ist das sich \u00e4ndernde und ambivalente bis ablehnende Verh\u00e4ltnis von autonomen Frauenbewegungen zum Staat und zu etablierten (politischen) Einrichtungen.<\/p>\n<p><strong>Arbeit &amp; \u00d6konomie<\/strong><\/p>\n<p>Weibliche Berufs- und Erwerbst\u00e4tigkeit war und ist ein weiteres Schl\u00fcsselthema frauenbewegter Auseinandersetzungen. Wurde in der Ersten Frauenbewegung noch dar\u00fcber diskutiert, ob Frauen \u00fcberhaupt erwerbst\u00e4tig sein sollten \u2013 und wenn ja, in welchen Berufen, erweiterten sich die Diskurse zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dargestellt wird u. a. \u00a0die Bedeutung der Berufst\u00e4tigkeit f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung von Frauen, die Kritik der hierarchischen, geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, der Kampf f\u00fcr gleichberechtigte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, f\u00fcr gleichen Lohn bei gleicher Arbeit und f\u00fcr den Zugang zu bis dahin nur M\u00e4nnern vorbehaltenen Berufen. \u00a0Zugleich geh\u00f6ren feministische Positionen zur F\u00fcrsorge- und Reproduktionsarbeiten, also etwa Hausarbeit, Erziehung, Pflege im privaten und \u00f6ffentlichen Bereich, zu den Streitpunkten, die \u00fcber die Jahrhunderte kaum an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft haben.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6rper &amp; Sexualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Die sexualisierten Machtverh\u00e4ltnisse entwickelten sich zu einer weiteren Schl\u00fcsselfrage der Frauenbewegungen. Die Frauenbewegungen begehrten gegen b\u00fcrgerliche Doppelmoral und \u201eweibliche Tugenden\u201c wie Keuschheit und Bescheidenheit auf. Sie demaskierten patriarchale Mythen weiblicher Sexualit\u00e4t und schafften neues Wissen und einen neuen Umgang mit (weiblicher) Sexualit\u00e4t \u2013 auch und besonders erfolgreich im Kontext von lesbischen Beziehungen und Beziehungen jenseits der sogenannten Heteronorm. Das Streben nach sexueller Freiheit und Kontrolle \u00fcber den eigenen K\u00f6rper entlud sich am lautesten in der Forderung nach einem selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch. Zum Thema K\u00f6rper und Sexualit\u00e4t geh\u00f6ren auch Debatten und K\u00e4mpfe um Frauengesundheit, Gen- und Reproduktion sowie gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen.<\/p>\n<p><strong>Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>Ein Thema, das die Erste wie auch die Zweite Frauenbewegung war die Gewalt gegen Frauen. W\u00e4hrend Gewalt im 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert vor allem im Zusammenhang mit arrangierten Ehen, \u201eSittlichkeitsfragen\u201c und der \u201eSozial-Hygiene\u201c diskutiert wurde, \u00e4nderten sich mit dem Aufkommen der Zweiten Frauenbewegung seit den sp\u00e4ten 1960er der sprachliche Duktus und das Themenspektrum \u201eGewalt\u201c deutlich. Frauen trugen das Wissen um Gewalt im famili\u00e4ren Bereich und in Paarbeziehungen in das \u00f6ffentliche Bewusstsein und entwickelten zugleich Ans\u00e4tze um sie zu bek\u00e4mpfen, z. B. die Gr\u00fcndung von Frauenh\u00e4user. Schlie\u00dflich geh\u00f6ren staatliche Repressionen und Verfolgungen gegen einzelne Akteurinnen und Gruppen der Frauenbewegungen zu diesem Themenbereich.<\/p>\n<p><strong>Kunst, Kultur &amp; Medien<\/strong><\/p>\n<p>Kunst, Kultur und Medien spielten in de Ersten und Zweiten Frauenbewegung tragende Rollen. Theater- und Filmgruppen von Frauen und mit feministischen Themen bildeten sich, K\u00fcnstlerinnenkollektive entwickelten alternative Kunstformen um sich mit den Machstrukturen auseinanderzusetzen. Zeitschriften, Verlage, Radio- und Fernsehprogramme der Frauenbewegungen widmeten sich feministischen Fragestellungen ihrer Zeit, die h\u00e4ufig bis heute aktuell sind. So wichtig wie einzelne Publikationsorgane sind die Akteurinnen, Gruppen und Produktionsbedingungen in deren Kontext feministische Kunst, Kultur und Medien entstanden. Ferner widmet sich dieser Themenbereich den Aspekten Netzwerke sowie Erinnerungs- und Traditionsstiftungen innerhalb der Frauenbewegungen.<\/p>\n<p><strong>Bildung &amp; Wissen<\/strong><\/p>\n<p>Frauenbewegungen waren und sind zugleich auch Bildungsbewegungen. Frauen wie Louise Otto-Peters, Hedwig Dohm oder Alice Salomon rebellierten gegen das weibliche Leitbild der \u201eHausfrau und Mutter\u201c. Zu entdecken ist, wie die Akteurinnen der Frauenbewegungen f\u00fcr die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen an Schulen und Universit\u00e4ten und f\u00fcr eigene Lernorte k\u00e4mpften. Wie organisierten sich die Akademikerinnen und wie und warum entstand die Frauenforschung seit den 1980er Jahren? Au\u00dferdem wird die Bedeutung der Frauensommeruniversit\u00e4ten als Aktionsform vorgestellt. Diskurse um Frauen- und Lesbenthemen erreichten auch andere Bildungsinstitutionen, wie z.B. die Volkshochschulen oder die Evangelischen Akademien in der DDR und BRD, die ihrerseits neue Impulse f\u00fcr die Frauenbewegungen und die Gesellschaft einbrachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsches Digitales Frauenarchiv (Web); i.d.a. 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