{"id":49514,"date":"2021-06-25T01:25:43","date_gmt":"2021-06-24T23:25:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=49514"},"modified":"2022-05-19T15:52:38","modified_gmt":"2022-05-19T15:52:38","slug":"ausstellung-gedankenwelt-der-ines-rieder-sichtbarmachung-eines-archivs-ueber-frauenforschung-bis-28-08-2021-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=49514","title":{"rendered":"Ausstellung: Gedankenwelt der Ines Rieder: Sichtbarmachung eines Archivs \u00fcber Frauenforschung, bis 28.08.2021, Wien"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1831 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/frida.at\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Pressebild_InesRieder_450-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><strong>STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung <\/strong><a href=\"http:\/\/www.galerie-stock.net\/ausstellungen\/aktuell\/1407-9-salon-ines-rieder-gedankenwelt-der-ines-rieder\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Link)<\/a><\/p>\n<p>Ines Rieder war Historikerin, Autorin, Feministin und Journalistin. Ihr Thema war die Aufarbeitung, Bewahrung und das Sichtbarmachen lesbischer Geschichte. Im Dezember 2015 ist sie unerwartet gestorben.<\/p>\n<p>Ines Rieder war auch die Besitzerin des Geb\u00e4udes Schleifm\u00fchlgasse 18 in Wien. Hier befindet sich u.a. die Galerie Michaela Stock, in der seit 19. Juni bis 28. August 2021 die Ausstellung &#8222;Gedankenwelt der Ines Rieder: Sichtbarmachung eines Archivs \u00fcber Frauenforschung&#8220; gezeigt wird <a href=\"http:\/\/www.galerie-stock.net\/ausstellungen\/aktuell\/1407-9-salon-ines-rieder-gedankenwelt-der-ines-rieder\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Link).<\/a><\/p>\n<p>Ort: Galerie Michaela Stock, Schleifm\u00fchlg. 18, 1040 Wien<br \/>\nZeit: bis 28.08.2021<\/p>\n<p>Beschreibung: &#8222;Ines Rieder, 1954 in Wien geboren, k\u00e4mpfte immer gegen Ausbeutung, Raubbau an den Ressourcen, soziale Ungerechtigkeit und die Rechte von Schw\u00e4cheren an. Einen Teil ihres Lebens verbrachte sie in Berkeley, San Francisco und Sao Paulo, bevor es sie wieder nach Wien zog. In \u00d6sterreich war sie eine Vorreiterin in der Erforschung der Geschichte von Lesben und Schwulen.<\/p>\n<p>Zu den gro\u00dfen Verdiensten von Ines Rieder geh\u00f6rt die Sichtbarmachung des lesbischen Lebens und seiner Geschichte. Sie legte viel Wert auf deren historische Erforschung und Bewahrung auch in zug\u00e4nglich gemachten Archiven. Mit ihren Publikationen setzte sie ein Zeichen gegen deren Ausblendung und schuf M\u00f6glichkeiten der Identifikation und kritischen Auseinandersetzung mit lesbischen Pers\u00f6nlichkeiten. Bereits 1988 hat sie sich als Co-Autorin in dem Buch \u201cFrauen &amp; Aids\u201d besch\u00e4ftigt, das diese Epidemie aus einer feministischen Perspektive ansprach <a href=\"https:\/\/www.zvab.com\/erstausgabe\/Frauen-sprechen-Aids-Rieder-Ines-Hrsg\/1292000529\/bd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Link)<\/a>. Der Schwerpunkt ihrer schriftstellerischen und wissenschaftlichen Arbeiten waren lesbische Biografien des 20. Jhds.<\/p>\n<p>Nach ihrem pl\u00f6tzlichen Tod wurde der Nachlass von Ines Rieder 2016 dem STICHWORT \u2013 Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung <a href=\"http:\/\/www.stichwort.or.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Link)<\/a> zur Aufarbeitung und Bewahrung \u00fcbertragen. \u00dcber 70 Archivkartons und 150 Datenbankeintr\u00e4ge erm\u00f6glicht das Nachvollziehen ihrer Schreib- und Denkprozesse so wie die oft langj\u00e4hrigen Vorstudien zu einem Vorhaben.<\/p>\n<p>Dieses Archiv, sowie die vielen hier dokumentierten Lebensgeschichten, ihre Gedankenwelt werden nun in der Ausstellung sichtbar gemacht. Diese Ausstellung ist nicht nur die Geschichte eines Archivs <!--more-->aus Menschenfleisch, sondern soll uns auch zeigen, was passiert, wenn ein Archiv, der Ort des Bewahrens von Dokumenten und Wissen, nicht weiter bef\u00fcllt wird, und somit aufh\u00f6rt zu existieren.<\/p>\n<p>Ines Rieders langj\u00e4hrige Lebensgef\u00e4hrtin und K\u00fcnstlerin Marlene Rodrigues, die ma\u00dfgeblich an dieser Ausstellung mitgearbeitet hat, hat deren Gedankenwelt folgenderma\u00dfen beschrieben: \u201eDas Gehirn von Ines Rieder war besser als jedes digitale Archiv, in diesem waren tausende von Geschichten und so viel Wissen, Gedanken und Ideen \u00fcber das Leben und Wirken anderer Frauen gespeichert. Ines liebte das Leben und die Menschen, und mit Begeisterung hat sie Ver\u00e4nderungen und die dazugeh\u00f6renden Geschichten, aufgesaugt und archiviert.\u201d<\/p>\n<p>F\u00fcr das Ausstellungsprojekt wurden Frauen eingeladen, die Ines Rieder bereits kannten oder sich nun erstmals mit ihrer Gedankenwelt, dem Archiv, auseinandersetzen. Das Archiv wird neu rezipiert, erweitert und k\u00fcnstlerisch sichtbar gemacht Und es stellt Fragen nach den Grenzen des Archivs bez\u00fcglich des Bewahrens, Zug\u00e4nglich- und Sichtbarmachens durch die r\u00e4umlichen, zeitlichen und sozialen Kontexte. Die neu entstanden Werke k\u00f6nnen ein Gedicht sein, ein komponiertes Musikst\u00fcck, ein Video, ein Text, eine Performance oder eine Zeichnung. Alle setzen sich selbstreflexiv mit der eigenen, archivierten Geschichte der jeweiligen K\u00fcnstlerin auseinander.<\/p>\n<p>Das Archiv wird dabei neu rezipiert, erweitert und k\u00fcnstlerische sichtbar gemacht. Es stellt sich die Frage nach den Grenzen eines Archivs bez\u00fcglich des Bewahrens, Zug\u00e4nglich- und Sichtbarmachens durch die r\u00e4umlichen, zeitlichen und sozialen Kontexte. Es entsteht ein neuer, kommunikativer Raum in einer virtuellen als auch realen Welt. Das Projekt zielt auf eine langfristige L\u00f6sung, das Archiv von Ines Rieder und ihre Auseinandersetzung mit lesbischer Geschichte in einem kollektiven und auch kreativen Prozess zu bearbeiten und das viele sozial Interaktionen (Frauenspaziergang, digitale Ausstellung, Video, Besuch einer Kunstausstellung, etc.) mit sich bringt.<\/p>\n<p>Aufgrund der aktuellen Situation wird die Ausstellung als eine Kombination sowohl in einer virtuellen 3D Galerie als auch in den realen Ausstellungsr\u00e4umen in der Schleifm\u00fchlgasse 18 gezeigt. In dem realen Ausstellungsraum sind sowohl die neu entstandenen Kunstwerke als auch B\u00fccher und einige private Gegenst\u00e4nde von Ines Rieder ausgestellt. Es sind in diesen R\u00e4umen Talks, Konzerte und Performance angedacht. Je nach epidemischen Auflagen im Juni 2021 k\u00f6nnen diese einzelnen Veranstaltungen auch ohne Publikum per Video voraufgezeichnet werden. Bei einem visuellen Spaziergang zwischen der Schleifm\u00fchlgasse 18 (dem Haus in dem Ines Rieder lebte) und dem Stichwort Archiv (in der Gusshausstra\u00dfe 20) sind alle Kunstwerke zu sehen.<\/p>\n<p>Es ist ein Frauenspaziergang \u00fcber lesbische Frauen im Bezirk geplant. Nach der Ausstellung sollen alle neu entstandenen Kunstwerke, Videos, die virtuelle Ausstellung, Musikst\u00fccke und Dokumente dem Stichwort Archiv \u00fcbergeben werden \u2013 und weiterhin in der virtuellen Galerie sichtbar bleiben.<\/p>\n<p>Begleitend zur Ausstellung wird es einen Weblog, einen mehrseitigen Ausstellungsleporello, Plakate und eine Videodokumentation der Gespr\u00e4che, Konzert und Performance geben. Auch diese Zeitdokumente sollen in der virtuellen Galerie abrufbar sein.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung (Link) Ines Rieder war Historikerin, Autorin, Feministin und Journalistin. Ihr Thema war die Aufarbeitung, Bewahrung und das Sichtbarmachen lesbischer Geschichte. Im Dezember 2015 ist sie unerwartet gestorben. Ines Rieder war auch die Besitzerin des Geb\u00e4udes Schleifm\u00fchlgasse 18 in Wien. 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