{"id":5206,"date":"2010-12-21T13:15:39","date_gmt":"2010-12-21T11:15:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=5206"},"modified":"2022-05-19T16:16:02","modified_gmt":"2022-05-19T16:16:02","slug":"cfp-fur-femina-politica-heft-22011-bildungsreformen-und-reproduktion-von-geschlechterverhaltnissen-dl-15012011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=5206","title":{"rendered":"CfP f\u00fcr &#8222;Femina Politica&#8220;, Heft 2\/2011: Bildungsreformen und (Re)Produktion von Geschlechterverh\u00e4ltnissen; DL: 15.01.2011"},"content":{"rendered":"<p><strong>FEMINA POLITICA. Zeitschrift f\u00fcr feministische Politikwissenschaft<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Abgabe Abstracts:\u00a0 bis 15. Januar 2011, 1- bis 2-seitig, per Mail (s.u.)<\/p>\n<p>Kontakt: Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Agnes Blome, Dr. habil. Antonia Kupfer und Dr. Anneli R\u00fcling betreut: <a href=\"mailto:agnesblome@yahoo.de\">agnesblome@yahoo.de<\/a>, <a href=\"mailto:akupfer@wcfia.harvard.edu\">akupfer@wcfia.harvard.edu<\/a>, <a href=\"mailto:rueling@gmx.de\">rueling@gmx.de<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Abgabetermin der fertigen Beitr\u00e4ge: 31. M\u00e4rz 2011<br \/>\nUmfang: 25.000 bis max. 30.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen)<br \/>\nDie Herausgeberinnen w\u00e4hlen auf der Basis der eingereichten Vorschl\u00e4ge Beitr\u00e4ge aus.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit den PISA-Studien wird von allen Seiten die Bedeutung von Bildung f\u00fcr die Individuen, die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Kultur hervorgehoben. Bildung ist einerseits der Schl\u00fcssel f\u00fcr Emanzipation und gleiche Lebenschancen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner, andererseits jedoch auch ein Mechanismus gesellschaftlicher Segregation. Seit den 1970er Jahren nimmt der Anteil h\u00f6her qualifizierter und erwerbst\u00e4tiger Frauen zu. Zugleich partizipieren Frauen und M\u00e4nner unterschiedlich am Bildungssystem und es wird in unterschiedlicher Weise auf die Arbeitskraft von Frauen und M\u00e4nnern zugegriffen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Bildungspolitik und die \u00f6ffentliche Diskussion der letzen Jahre lassen zwei Trends erkennen:<br \/>\nZum einen zielen die Reformen auf eine \u00d6konomisierung der Bildung. So werden Bildungsstandards im Elementarbereich eingef\u00fchrt und der Kita-Ausbau vorangetrieben, um das k\u00fcnftige Humankapital zu sichern sowie eine h\u00f6here M\u00fcttererwerbst\u00e4tigkeit zu erm\u00f6glichen. In vielen Bundesl\u00e4ndern wird die Hauptschule abgeschafft und nur noch mittlere und h\u00f6here Sekundarschulabschl\u00fcsse (die vielerorts um ein Jahr gek\u00fcrzt wurden) angeboten. In der beruflichen Ausbildung werden Module eingef\u00fchrt und zahlreiche Ausbildungsg\u00e4nge auf zwei Jahre verk\u00fcrzt. Die Hochschulreformen zeichnen sich vor allem durch die Einf\u00fchrung von BA-Studieng\u00e4ngen aus, die Studierende in kurzer Zeit auf den Berufseinstieg vorbereiten sollen. In der Bildungsfinanzierung soll sich mit einer neuen Stipendienkultur mehr Leistungsorientierung durchsetzen. Welche Auswirkungen diese Reformen auf das Geschlechterverh\u00e4ltnis haben werden, ist derzeit offen.<\/p>\n<p>Zum anderen wird in der \u00d6ffentlichkeit h\u00e4ufig eine Feminisierung des Bildungssystems und der P\u00e4dagogik beklagt. Auch eine h\u00f6here Quote m\u00e4nnlicher Schulabbrecher und der gr\u00f6\u00dfere Schulerfolg bei M\u00e4dchen werden zunehmend als \u201eChancenungleichheit\u201c problematisiert. Allerdings sind die Geschlechterverh\u00e4ltnisse differenzierter: Der Vorschul- und Primarbereich wird durch weitgehende Geschlechteregalit\u00e4t auf der Sch\u00fclerInnenseite und starke \u00dcberrepr\u00e4sentativit\u00e4t von Frauen auf der ErzieherInnen- und LehrerInnenseite gekennzeichnet. In der Sekundarstufe II lassen sich starke geschlechtsspezifische Unterschiede in den Schularten und nach beruflichen Ausbildungsbereichen feststellen. Obwohl im Hochschulbereich auf Studierendenseite insgesamt die Frauen \u00fcberwiegen, ist die F\u00e4cherverteilung alles andere als egalit\u00e4r: Frauen studieren \u00fcberwiegend geistes- und sozialwissenschaftliche, M\u00e4nner natur- und technikwissenschaftliche F\u00e4cher. Die h\u00f6heren Positionen des wissenschaftlichen Personals an Hochschulen sind \u2013 auch im geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich \u2013 nach wie vor \u00fcberwiegend von M\u00e4nnern besetzt.<\/p>\n<p><strong>Ziel des geplanten Heftes ist es,<\/strong> in grunds\u00e4tzlicher Weise dem Verh\u00e4ltnis zwischen Bildungssystem und der (Re-)Produktion von Geschlecht und Geschlechterverh\u00e4ltnissen nachzusp\u00fcren. Dabei interessiert uns insbesondere die Rolle von Politik und politischen Akteuren bei der Gestaltung von Bildungssystemen. Wir m\u00f6chten herausfinden, wie Bildungsreformen das Verh\u00e4ltnis von Bildung, Arbeit und Geschlecht ver\u00e4ndern, inwiefern die Finanzierung von Bildung mit bestehenden Geschlechterverh\u00e4ltnissen zusammen h\u00e4ngt und Reformen der Finanzierung wie beispielsweise die zunehmende Privatisierung von Bildungskosten sich auf Geschlechterverh\u00e4ltnisse auswirken. Dar\u00fcber hinaus geht es um Verschiebungen im Verh\u00e4ltnis von Privat und \u00d6ffentlich durch den Ausbau fr\u00fchkindlicher Betreuung oder Ganztagsschulen. Wird dieses Verh\u00e4ltnis bestehen bleiben bei fortdauernder geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung der Reproduktionsarbeit und gleichzeitiger Zunahme von Frauenerwerbsarbeit?<\/p>\n<p>F\u00fcr eine feministische Analyse des aktuellen Bildungssystems und der Bildungspolitik sind wir an theoriegeleiteten Beitr\u00e4gen interessiert, die Fragen nach dem Einfluss der Geschlechterverh\u00e4ltnisse auf Bildungsinstitutionen bearbeiten, und an Beitr\u00e4gen, die untersuchen, wo und wie das Bildungssystem zur (Re-)Produktion aktueller Geschlechterverh\u00e4ltnisse beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p><em>Zur konkreten Bildungspolitik<\/em>:<\/p>\n<p>\u2013 Wie lassen sich die Neuerungen in der Bildungspolitik erkl\u00e4ren? Welchen Einfluss haben (ver\u00e4nderte) Geschlechterverh\u00e4ltnisse in Politik und Gesellschaft auf Reorganisationen im Bildungssystem?<\/p>\n<p>\u2013 Welche Akteure, Akteurskonstellationen, Ideen, Diskurse, Institutionen verhindern oder bef\u00f6rdern eine geschlechtersensible oder -neutrale Bildungspolitik?<\/p>\n<p><em>Zu Wirkungen von Bildung auf Geschlechterverh\u00e4ltnisse:<\/em><\/p>\n<p>\u2013 Welche Strukturen und Mechanismen im Bildungssystem f\u00f6rdern\/benachteiligen welche Gruppen von M\u00e4dchen und Jungen, Frauen und M\u00e4nnern und tragen somit zu differenzierteren Geschlechterverh\u00e4ltnissen bei? D.h. welche spezifischen Intersektionalit\u00e4ten zwischen Geschlecht, Klasse und ethnischer Herkunft lassen sich im Bildungssystem ausmachen?<\/p>\n<p>\u2013 Welche Auswirkungen haben die Zunahme von Frauenerwerbst\u00e4tigkeit und die Ver\u00e4nderungen von Familienstrukturen auf die Bildungspolitik und das Bildungssystem? Welche Auswirkungen hat der Ausbau fr\u00fchkindlicher Betreuung auf die Arbeitsmarktbeteiligung und Chancengleichheit von Frauen?<\/p>\n<p>\u2013 Welche theoretischen Konzepte sowie neuen Denkans\u00e4tze k\u00f6nnen den Zusammenhang von Bildungspolitik und Geschlecht im Wandel erfassen?<\/p>\n<p><em>\u00a0Zur Geschlechtsspezifik einzelner Bildungssektoren:<\/em><\/p>\n<p>\u2013 Welche Auswirkungen haben aktuelle schulpolitische Reformen (z.B. Einf\u00fchrung von Bildungsstandards) auf die Geschlechterverh\u00e4ltnisse?<\/p>\n<p>\u2013 Welche Bedeutung haben Ver\u00e4nderungen im dualen Ausbildungssystem, etwa im Verh\u00e4ltnis dualer und schulischer beruflicher Ausbildung (wie der R\u00fcckgang dualer und die Zunahme schulischer Ausbildung insbesondere in neuen Dienstleistungsberufen) f\u00fcr Geschlechterverh\u00e4ltnisse?<\/p>\n<p>\u2013 F\u00fchrt eine st\u00e4rkere Formalisierung und \u00d6konomisierung von Bildung (z.B. st\u00e4rkere Ausrichtung an Employability auch in Geistes- und Sozialwissenschaften) zu mehr Chancengleichheit im Erwerbsleben?<\/p>\n<p>\u2013 Gibt es eine Korrespondenz zwischen zunehmender rechtlicher Gleichstellung der Geschlechter und der Vermittlung geschlechtsegalit\u00e4rer oder \u2013unabh\u00e4ngiger Lehrinhalte (Curricula) an Schulen und Hochschulen?<\/p>\n<p>\u2013 Gibt es erfolgreiche Beispiele f\u00fcr Gleichstellung an Universit\u00e4ten? Welche Auswirkungen haben die neuen Organisationsstrukturen auf das wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Personal an Universit\u00e4ten?<\/p>\n<p>Nicht zuletzt freuen wir uns \u00fcber Beitr\u00e4ge, die das Thema aus l\u00e4ndervergleichender Perspektive beleuchten. Was k\u00f6nnen wir von anderen Bildungssystemen und deren Auswirkungen auf die Geschlechterverh\u00e4ltnisse lernen, gibt es \u00e4hnliche oder divergierende Entwicklungen im Umgang mit Bildung und wie lassen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkl\u00e4ren?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FEMINA POLITICA. Zeitschrift f\u00fcr feministische Politikwissenschaft\u00a0 Abgabe Abstracts:\u00a0 bis 15. Januar 2011, 1- bis 2-seitig, per Mail (s.u.) Kontakt: Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Agnes Blome, Dr. habil. Antonia Kupfer und Dr. Anneli R\u00fcling betreut: agnesblome@yahoo.de, akupfer@wcfia.harvard.edu, rueling@gmx.de.\u00a0 Abgabetermin der fertigen Beitr\u00e4ge: 31. M\u00e4rz 2011 Umfang: 25.000 bis max. 30.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) Die Herausgeberinnen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-5206","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-calls-for-papers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5206"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5206\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61691,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5206\/revisions\/61691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}