{"id":5952,"date":"2011-04-19T06:16:12","date_gmt":"2011-04-19T06:16:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=5952"},"modified":"2022-05-19T16:15:32","modified_gmt":"2022-05-19T16:15:32","slug":"cfp-medialisierungsformen-des-auto-biographischen-und-ihre-kommunikationskontexte-122011-hamburg-dl-15072011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=5952","title":{"rendered":"CfP: Medialisierungsformen des (Auto-)Biographischen und ihre Kommunikationskontexte (12\/2011, Hamburg); DL: 15.07.2011"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sektion Biographieforschung in der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie: <\/strong>Carsten Heinze (Hamburg), Jana Ballenthien (Hamburg), Hanna Haag (Hamburg), Monika M\u00fcller (Schwerin) , Martina Schiebel (Bremen) und Elisabeth Tuider (Hildesheim)<\/p>\n<p>Zeit: 02.-04. Dezember 2011<br \/>\nOrt: Hamburg, Universit\u00e4t Hamburg, Fachbereich Sozial\u00f6konomie<br \/>\nEinreichfrist:\u00a015. Juli 2011<\/p>\n<p>(Auto-)Biographische Selbst- und Fremdreflexionen bedienen sich der unterschiedlichsten medialen Vermittlungsformen. Die Spannbreite reicht von klassischen Verschriftlichungen in Tageb\u00fcchern, Briefen, Autobiographien, Erinnerungen, Romanen und Poesie \u00fcber visuelle k\u00fcnstlerische Darstellungen in Bild, Fotografie und Film bis hin zu theatralen B\u00fchnenauff\u00fchrungen oder digitalen Inszenierungen in den neuen Medien. Hieraus ergeben sich zentrale Fragen nach der medialen Modulation und Transformation lebensgeschichtlicher Erfahrungszusammenh\u00e4nge. Erst durch den Einsatz von Schrift-, Bild- und Filmmedien sowie der Nutzung entsprechender Kommunikationsr\u00e4ume erhalten (auto-)biographische Selbst- und Fremddarstellungen ihre spezifische Gestalt. Die differenzierten (auto-)biographischen Ausdrucksformen sind eine zentrale Form der gesellschaftli-chen Wissens- und Informationsvermittlung und des interaktiven Erfahrungsaustauschs und \u00fcbernehmen so wichtige kommunikative Funktionen. Diesen beobachtbaren Praktiken der \u00f6ffentlichen Kommunikation, in denen<br \/>\n(Auto-)Biographisches zum Ausdruck kommt, widmet sich die geplante, interdisziplin\u00e4r ausgerichtete Tagung &#8222;Medialisierungsformen des (Auto-)Biographischen und ihre Kommunikationskontexte&#8220; und zwar sowohl in theoretischer, methodologischer als auch in empirischer Hinsicht. <!--more--><\/p>\n<p>Die praktische Ausdifferenzierung medialisierter (auto-)biographischer Kommunikations-formen stellen wissenschaftliche Disziplinen vor neue Herausforderungen. Im Zeichen der turn-Terminologien (linguistic turn, performative turn, medial turn, iconic\/visual\/pictorial turn, biographical turn) ergeben sich f\u00fcr die Sozial- und Geisteswissenschaften neue Forschungsperspektiven und Themenfelder. Die kulturalistische Selbstbefragung s\u00e4mtlicher Disziplinen dauert seit einiger Zeit an und hat zu einer Entessentialisierung sozialer und kultureller Ontologien zugunsten performativer und medialer Betrachtungen gef\u00fchrt. Der Begriff des cultural turn motiviert zahlreiche soziologische Diskurse \u00fcber Kulturpraktiken als Gestaltungs- und Triebfeder des Sozialen. Als Folge ger\u00e4t die Konstruktion des<br \/>\nSozialen auch in (auto-)biographietheoretischer Perspektive neu in den Blick: Auf die Darstellung des Selbst bezogen, beschreibt etwa der Begriff &#8222;Automedialit\u00e4t&#8220; die performativen Wechselwirkungen zwischen Selbstthematisierungen und Medienrahmungen und lenkt so die Aufmerksamkeit auf die epistemologischen Differenzen zwischen Schrift, Bild, Film und neuen (digitalen) Medien. M\u00fcndlichkeit, Schriftlichkeit, Auditivit\u00e4t, Visualit\u00e4t oder Audiovisualit\u00e4t als unterscheidbare<br \/>\nMedialisierungsformen, in denen (Auto-)Biographisches durch Verwendung verschiedener Gestaltungstechniken hervorgebracht wird, geraten in den Fokus des biographiewissenschaftlichen Interesses. Zus\u00e4tzlich erscheint in einem erweiterten Medienverst\u00e4ndnis der K\u00f6rper nicht nur als Objekt der medialen Darstellung, sondern wird selbst zum subjektiven Tr\u00e4ger und performativen Vermittler (auto-)biographischer Inszenierungen, so dass als medialisierte Kommunikationsform des (Auto-)Biographischen zus\u00e4tzlich die B\u00fchnendramaturgie (Theater), das\u00a0 Musiktheater (Tanz\/Oper) oder aber auch popmusikalische Performances an empirischer Relevanz gewinnen.<\/p>\n<p>Damit einhergehend finden die historisch und kulturell variierenden Rezeptionskontexte (auto-)biographischer Kommunikationen verst\u00e4rkt Eingang in die wissenschaftliche Analyse: Der\/die LeserIn, Zuh\u00f6rerIn oder ZuschauerIn wird als AdressatIn mit eigenen Erfahrungen und (auto-)biographischem Vorwissen ebenso problematisiert, wie die \u00e4u\u00dferen institutionellen Bedingungen der automedialen Vermittlung. (Auto-)Biographische Selbst- und Fremddarstellungen sind eingebettet in einen komplexen\u00a0 Wahrnehmungskontext, das &#8222;Dispositiv&#8220;, das sich zeitlich und situativ immer wieder neu herstellt. Ob im Privaten, in wissenschaftlichen oder \u00f6ffentlichen Institutionen, in Erinnerungskulturen, in Museen oder auf B\u00fchnen, \u00fcberall entscheiden die kommunikativen Rahmenbedingungen \u00fcber die Selbstinszenierung und deren Rezeption sowie die Einbeziehung des Leser, H\u00f6rers oder Zuschauers.<\/p>\n<p>Im Zuge der genannten turn-Terminologien wird auch in der Biographieforschung mit dieser Begrifflichkeit argumentiert und ein &#8222;biographical turn&#8220; reklamiert. Ein derartiger Ansatz fragt etwa nach Art und Weise und dem Zusammenspiel sozialer und medialer Praktiken der lebensgeschichtlichen Kommunikation. W\u00e4hrend die Biographieforschung bislang vor allem das narrative Interview zur wissenschaftlichen Generierung von Lebensgeschichten als Erhebungsinstrument einsetzt, sind andere (auto-)biographische Kommunikationsformate zwar immer wieder Gegenstand zahlreicher empirischer Untersuchungen geworden, eine systematische Betrachtung sowie die theoretische wie methodologische Differenzierung verschiedener (auto-)biographischer Medien ist jedoch bis heute noch sehr rar. Auch die qualitativen Methodologien zur Auswertung und Interpretation (auto-)biographischer Kommunikationsformate stehen angesichts der beschriebenen Medialisierungen vor neuen Herausforderungen, m\u00fcssen sich entweder noch bew\u00e4hren oder bed\u00fcrfen einer Reformulierung.<\/p>\n<p>Die geplante Jahrestagung der Sektion Biographieforschung tr\u00e4gt diesen interdisziplin\u00e4ren Entwicklungen Rechnung. Dabei wird einerseits nach dem theoretischen und methodologischen Verh\u00e4ltnis von Medialit\u00e4t und (auto-)biographischer Kommunikation gefragt. Anderseits stehen die empirischen Forschungsfelder (auto-)biographischer Selbstdarstellungen und Kommunikationsformen im Fokus. Diese beiden Schwerpunktsetzungen lassen sich in folgenden Themenkomplexen\/Panels b\u00fcndeln, zu denen Beitr\u00e4ge willkommen sind:<\/p>\n<p><strong>(Auto-)Biographisches in medialen Pr\u00e4sentationen<br \/>\n<\/strong>&#8211; m\u00fcndliche ,schriftliche, visuelle und audiovisuelle Perspektive (Gespr\u00e4che, Interak-tionen, erz\u00e4hlte Lebensgeschichten, verschriftlichte Autobiographien, Tageb\u00fccher, Briefe, Fotos, Filme, Musik, Theater, Tanz, Talk-Shows und andere Fernseh- bzw. digitale Formate etc.)<br \/>\n&#8211; Wechselwirkungen und Intermedialit\u00e4ten unterschiedlicher (auto-)biographischer Kommunikationsformate<br \/>\n&#8211; Praktiken medialisierter (auto-)biographischer Kommunikation<\/p>\n<p><strong>Institutionen (auto-)biographischer Kommunikationen und ihre Medien<br \/>\n<\/strong>&#8211; Wissenschaft, \u00d6ffentlichkeit, Kulturbereich, Medienkultur, Privatheit<\/p>\n<p><strong>Rezeptions- und Kommunikationskontexte (auto-)biographischer Medienformate<br \/>\n<\/strong>&#8211; Situativ, historisch, soziokulturell<\/p>\n<p><strong>Erhebungs- und Auswertungsmethoden verschiedener (auto-)biographischer Kommunikations- und Medienformate<br \/>\n<\/strong>&#8211; Forschungsdesigns f\u00fcr Schrift, Bild, Film, B\u00fchne und neue (digitale) Medien<\/p>\n<p>Neben wissenschaftlichen Vortr\u00e4gen k\u00f6nnen auch andere performative Formen gew\u00e4hlt werden. Dar\u00fcber hinaus besteht die M\u00f6glichkeit, noch nicht abgeschlossene Arbeiten in Form kleiner Arbeitsgruppen\/Workshops\/Forschungswerkst\u00e4tten zu diskutieren. Bei Interesse an dieser material-orientierten Arbeitsform bitten wir, dies<br \/>\nextra zu vermerken.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong> Carsten Heinze<br \/>\nUniversit\u00e4t Hamburg, Fachbereich Sozial\u00f6konomie, Fachgebiet Soziologie<br \/>\nWelckerstra\u00dfe 8, 20354 Hamburg<br \/>\nTel: 0172 7640537<br \/>\n<a href=\"mailto:carsten.heinze@wiso.uni-hamburg.de\">carsten.heinze@wiso.uni-hamburg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sektion Biographieforschung in der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie: Carsten Heinze (Hamburg), Jana Ballenthien (Hamburg), Hanna Haag (Hamburg), Monika M\u00fcller (Schwerin) , Martina Schiebel (Bremen) und Elisabeth Tuider (Hildesheim) Zeit: 02.-04. 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