{"id":6202,"date":"2011-06-04T08:55:44","date_gmt":"2011-06-04T08:55:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=6202"},"modified":"2022-10-11T13:52:08","modified_gmt":"2022-10-11T13:52:08","slug":"vortrag-veronika-helfert-geschlecht-schreiben-politik-religion-und-gender-in-frauentagebuchern-im-februar-1934-17062011-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=6202","title":{"rendered":"Vortrag: Veronika Helfert: Geschlecht schreiben. Politik, Religion und gender in Frauentageb\u00fcchern im Februar 1934 | 2. Tea Hour der Sammlung Frauennachl\u00e4sse, 17.06.2011, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>2. Tea Hour der Sammlung Frauennachl\u00e4sse<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/sfn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Zeit: 17.06.2011, 13.00-15.00 Uhr<br \/>\nOrt: Medienraum Geschichte, Universit\u00e4t Wien, Stiege 8, 2. Stock<\/p>\n<p>Der Vortrag geht der Frage nach dem Politischen in den Tageb\u00fcchern von drei Frauen aus den Monaten Februar bis Juli 1934 nach. Als Schreiberinnen wurden Alma Bernharda (1895\u20131979), Therese Lindenberg (1892\u20131980) und Elise Richter (1865\u20131943) gew\u00e4hlt.<br \/>\nDabei soll auf das Tagebuch der Alma Bernharda (1892\u20131979) ein besonderer Fokus gelegt werden, da sie in ihrem Tagebuch aus dem Jahr 1934 nicht nur die politischen Ereignisse reflektiert, sondern diese auch in den Gespr\u00e4chen mit ihrem Beichtvater thematisiert. Neben dessen manipulativen Charakter offenbart sich das spirituelle und scheinbar intime Gespr\u00e4ch als umk\u00e4mpftes Feld von Politik und zeigt die machtvoll hergestellte Deutungshoheit dar\u00fcber, was ,richtig\u2018 und ,falsch\u2018 ist.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis Beichte und diaristischer Text (im Tagebuch) kann als gedoppelte und gleichzeitig gebrochene Form der Selbstthematisierung im Raum des Politischen gelesen werden, der schreibend sich re\/konstituiert. Weiters soll nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass beide Praxen f\u00fcr die Geschichte des Geschl\u00e4chterverh\u00e4ltnisses von Relevanz sind und im 19. Jahrhundert zunehmend von Frauen ausge\u00fcbt und von Zeitgenossen als feminisiert beschrieben und damit abqualifiziert wurden.<\/p>\n<p>Anhand der Analyse der Tageb\u00fccher zeigt sich, dass Politik sich in mannigfacher Weise manifestiert und re\/pr\u00e4sentiert, die Schreiberinnen sich im Feld des Politischen verortet und durchaus als politische Akteurinnen bet\u00e4tigen. Zudem wird evident, dass durch eine unkritische \u00dcbernahme von Konzepten wie ,privat\u2018 und ,\u00f6ffentlich\u2018 wichtige R\u00e4ume des Politischen au\u00dfer Acht gelassen werden und zudem am Ausschluss von Frauen daraus weitergearbeitet wird. Die Art und Weise, wie Politik in den Eintr\u00e4gen re\/konstruiert wird, h\u00e4ngt zudem von einem Politikbegriff ab, der mit der Teilhabe am als \u00f6ffentlich erkl\u00e4rten Raum korreliert: Alma Bernharda etwa entwickelt in ihrem Tagebuch einen religi\u00f6s aufgeladenen Begriff von Politik, der sich unter anderem auf F\u00fchrungsfiguren st\u00fctzt und politische Ereignisse religi\u00f6s deutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Tea Hour der Sammlung Frauennachl\u00e4sse (Web) Zeit: 17.06.2011, 13.00-15.00 Uhr Ort: Medienraum Geschichte, Universit\u00e4t Wien, Stiege 8, 2. Stock Der Vortrag geht der Frage nach dem Politischen in den Tageb\u00fcchern von drei Frauen aus den Monaten Februar bis Juli 1934 nach. Als Schreiberinnen wurden Alma Bernharda (1895\u20131979), Therese Lindenberg (1892\u20131980) und Elise Richter (1865\u20131943) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-6202","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-events"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6202"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":66754,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6202\/revisions\/66754"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}