{"id":69294,"date":"2023-03-16T02:09:00","date_gmt":"2023-03-16T02:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=69294"},"modified":"2023-03-17T08:03:15","modified_gmt":"2023-03-17T08:03:15","slug":"cfp-das-gute-leben-auf-dem-land-zur-attraktivitaet-laendlicher-lebens-und-arbeitsformen-in-gegenwart-und-geschichte-event-11-2023-wien-bis-31-5-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=69294","title":{"rendered":"CfP: Das gute Leben auf dem Land: Zur Attraktivit\u00e4t l\u00e4ndlicher Lebens- und Arbeitsformen in Gegenwart und Geschichte (Event, 11\/2023, Wien); bis: 31.05.2023"},"content":{"rendered":"<p><strong>Forschungsschwerpunkt \u201eWirtschaft und Gesellschaft aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive&#8220; und Institut f\u00fcr Europ. Ethnologie der Univ. Wien; Thassilo Hazod, Brigitta Schmidt-Lauber und Margareth Lanzinger<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 16.-17.11.2023<br \/>\nOrt: Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie, Univ. Wien<br \/>\nEinreichfrist bis: 31.05.2023<\/p>\n<p>L\u00e4ndlichkeit und l\u00e4ndliche R\u00e4ume fanden zuletzt in kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschungen (wieder) gro\u00dfe Beachtung. Das Interesse zeigt sich in zahlreichen Publikationen aus der Europ\u00e4ischen Ethnologie\/Empirische Kulturwissenschaften (vg. Fenske, Peselmann, und Best 2021; Trummer und Decker 2020), der Soziologie (Kersten, Neu, und Vogel 2022; Steinf\u00fchrer u. a. 2019), der Kulturgeographie (Belina u.a. 2022b; B\u00e4tzing 2020; Maschke, Mie\u00dfner, und Naumann 2022), der Geschichte (Mahlerwein 2016; Garstenauer 2010) und in interdisziplin\u00e4ren, literaturwissenschaftlichen Beitr\u00e4gen (Langner und Weiland 2022; Nell und Weiland 2021; Marsza\u0142ek, Nell und Weiland 2018).<br \/>\nDie Pr\u00e4senz des Themas in einer breiteren \u00d6ffentlichkeit wird mitunter mit dem Begriff einer \u201eneuen L\u00e4ndlichkeit&#8220; (Neu 2016) gefasst, die sich in popul\u00e4ren Medien ebenso findet wie in der Belletristik, in Praktiken des Urban Gardening oder in Marketingstrategien der Lebensmittelindustrie (Trummer und Decker 2020). Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Klimakrise wurden und werden Stadtflucht und steigende Anziehungskraft l\u00e4ndlicher R\u00e4ume als Wohn- und Arbeitsorte breit diskutiert (Belina u.a. 2022a, 19). Neben positiv konnotierten, mitunter idealisierenden L\u00e4ndlichkeitsbildern, sind defizit\u00e4re Vorstellungen und Narrative (Abwanderung, Perspektivenlosigkeit, Strukturprobleme) fest etabliert. Angesichts der Vielfalt l\u00e4ndlicher R\u00e4ume und gesellschaftlicher Zuschreibungen stellt sich die Frage, was die Attraktivit\u00e4t aktueller und historischer Lebensformen am Land ausmacht(e): Was ist gut am guten Leben am Land?<!--more-->Ziel des Workshops ist es, theoretisch und empirisch arbeitende Forscher:innen zusammenzubringen und eine Plattform f\u00fcr einen produktiven Austausch anzubieten.<\/p>\n<p>Der Topos des guten Lebens auf dem Land verweist auf historisch wandelbare gesellschaftliche Erwartungen und Anspr\u00fcche, die, wie l\u00e4ndliche R\u00e4ume selbst, sehr divergent sind (Nell und Weiland 2021a, 59): Sie reichen vom idyllischen Wohnort mit Naturerfahrung bis zur Selbstversorgung in der Landwirtschaft, von der Realisierung alternativer \u00d6konomien bis zur Suche nach Gemeinschaft, Autonomie oder Sicherheit. Diese vielf\u00e4ltigen mit L\u00e4ndlichkeit verbundenen Erwartungen und Konnotationen sind Ausgangspunkt des geplanten Workshops, der eine kritische Bestandsaufnahme zum Ziel hat und folgende Fragen adressiert:<\/p>\n<ul>\n<li>Welche Imaginationen, Intentionen, Hoffnungen oder \u00f6konomischen Bedingungen bringen St\u00e4dter:innen dazu, ihre Lebensform aufzugeben, um am Land zu leben und Ans\u00e4ssige dazu, dort zu verbleiben?<\/li>\n<li>In welchen historischen und alltagsweltlichen Konstellationen treten sie zu Tage?<\/li>\n<li>Inwiefern bieten l\u00e4ndliche Lebensverh\u00e4ltnisse notwendige Handlungs- und Gestaltungsr\u00e4ume f\u00fcr soziale Organisation, \u00f6konomische Praxis, genuine Kommunikations- und Kooperationsformen, in denen sich ein gelingendes Leben vollziehen l\u00e4sst?<\/li>\n<li>Auf welchen biographischen, sozialen, r\u00e4umlichen und zeitlichen Koh\u00e4renzerfahrungen beruht das gute Leben?<\/li>\n<li>In welchen politischen, rechtlichen oder famili\u00e4ren Rahmungen gestaltet sich dieses?<\/li>\n<li>Wer verf\u00fcgt \u00fcber n\u00f6tige Ressourcen, ein solches Modell der Lebensf\u00fchrung zu entwerfen und zu realisieren?<\/li>\n<li>Welche sozialen Positionen erlauben es, Anspruch auf ein gutes Leben zu erheben? Und wird dieses als individuelles Projekt der Selbstverwirklichung oder als gesamtgesellschaftliche Forderung verfolgt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Fragen und Aspekte sollen im Workshop anhand aktueller Forschungsprojekte kritisch diskutiert werden. Der Topos des guten Lebens am Land ist dabei in seiner Historizit\u00e4t und Wirkungsgeschichte zu reflektieren und hinsichtlich zeitlich ver\u00e4nderter Voraussetzungen, Ma\u00dfst\u00e4be und Realisierungen zu beleuchten. Im Fokus sollen v.a. alltagsweltliche Dimensionen, konkrete Konzeptionen und Umsetzungen l\u00e4ndlicher Lebensformen in ihren jeweiligen sozialen und \u00f6konomischen Einbettungen stehen. Praktiken der Suche nach dem guten Leben sind als wirtschaftliches Handeln zu verstehen. Sie beruhen auf Entscheidungsprozessen auf Basis vorhandener Ressourcen, sozialer Bindungen und Reglements sowie diskursiver Orientierungsmuster.<br \/>\nF\u00fcr den Workshop werden Beitr\u00e4ge gesucht, die sich in das skizzierte Themenfeld einordnen und, historisch oder gegenwartsorientiert forschend, Fragen nach dem Guten Leben am Land nachsp\u00fcren. Der Workshop versteht sich als Auftakt zu einer breiteren Vernetzung: Damit soll ein interdisziplin\u00e4rer Diskussionsraum geschaffen werden, in dem ein anregender Austausch zu laufenden Forschungen zum Landleben stattfindet. Die Einladung zur Teilnahme richtet sich \u00fcber historische und kulturwissenschaftliche F\u00e4cher hinaus dezidiert auch an Studierende\/ Forschende anderer Institutionen wie der BOKU, der TU Wien oder der Bundesanstalt f\u00fcr Agrarforschung und Bergbauernfragen.<br \/>\nWenn Sie einen Beitrag (deutsch oder englisch) gestalten und Ihre Forschung zum Thema vorstellen m\u00f6chten, bitte um Einreichung eines Kurzabstracts (200 W\u00f6rter) <strong>bis 31.5.2023<\/strong> an thassilo.hazod@univie.ac.at.<br \/>\nDer Workshop soll vor allem Raum f\u00fcr Diskussionen bieten. Die Beitr\u00e4ge werden daher vorab an alle angemeldeten Teilnehmer:innen zur vorbereitenden Lekt\u00fcre verschickt und auf dem Workshop nur kurz pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>B\u00e4tzing, Werner. 2020. Das Landleben: Geschichte Und Zukunft Einer Gef\u00e4hrdeten Lebensform. 2. Auflage. M\u00fcnchen: C.H. Beck.<\/p>\n<p>Belina, Bernd, Andreas Kallert, Michael Mie\u00dfner, und Matthias Naumann, Hrsg. 2022a. &#8222;Ungleiche Entwicklung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume. Zur Einleitung.&#8220; In Ungleiche l\u00e4ndliche R\u00e4ume: Widerspr\u00fcche, Konzepte und Perspektiven, 9\u201326. Kritische Landforschung. Umk\u00e4mpfte Ressourcen, Transformationen des L\u00e4ndlichen und politische Alternativen. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014, Hrsg. 2022b. Ungleiche l\u00e4ndliche R\u00e4ume: Widerspr\u00fcche, Konzepte und Perspektiven. Kritische Landforschung. Umk\u00e4mpfte Ressourcen, Transformationen des L\u00e4ndlichen und politische Alternativen. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>Fenske, Michaela, Arnika Peselmann, und Daniel Best, Hrsg. 2021. L\u00e4ndliches Vielfach! Leben Und Wirtschaften in Erweiterten Sozialen Entit\u00e4ten. W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann.<\/p>\n<p>Garstenauer, Rita, Hrsg. 2010. Land-Arbeit: Arbeitsbeziehungen in l\u00e4ndlichen Gesellschaften Europas (17. bis 20. Jahrhundert). Jahrbuch f\u00fcr Geschichte des l\u00e4ndlichen Raumes 5. 2008. Innsbruck, Wien: Studien-Verl.<\/p>\n<p>Langner, Sigrun, und Marc Weiland, Hrsg. 2022. Die Zukunft auf dem Land: Imagination, Projektion, Planung, Gestaltung. Rurale Topografien, Band 14. Bielefeld: transcript. https:\/\/doi.org\/10.14361\/9783839456750<\/p>\n<p>Mahlerwein, Gunter. 2016. Grundz\u00fcge Der Agrargeschichte in Drei B\u00e4nden. Band 3, Die Moderne (1880-2010). Herausgegeben von Stefan Brakensiek, Rolf Kie\u00dfling, Werner Tro\u00dfbach, und Clemens Zimmermann. Vol. 3 Die Moderne (1880\u20132010). K\u00f6ln: B\u00f6hlau Verlag.<\/p>\n<p>Marsza\u0142ek, Magdalena, Werner Nell, und Marc Weiland, Hrsg. 2018. \u00dcber Land: Aktuelle Literatur- Und Kulturwissenschaftliche Perspektiven Auf Dorf Und L\u00e4ndlichkeit. Rurale Topografien, Band 3. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>Maschke, Lisa, Michael Mie\u00dfner, und Matthias Naumann. 2020. Kritische Landforschung: Konzeptionelle Zug\u00e4nge, Empirische Problemlagen Und Politische Perspektiven. Kritische Landforschung. Umk\u00e4mpfte Ressourcen, Transformationen des L\u00e4ndlichen und politische Alternativen. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>Nell, Werner. 2022. &#8222;&#8218;Gutes Leben auf dem Land?&#8216;: Diskursfeld und Analyse-Dimensionen.&#8220; In Ungleiche l\u00e4ndliche R\u00e4ume: Widerspr\u00fcche, Konzepte und Perspektiven, herausgegeben von Bernd Belina, Andreas Kallert,<\/p>\n<p>Michael Mie\u00dfner, und Matthias Naumann, 99\u2013115. Kritische Landforschung. Umk\u00e4mpfte Ressourcen, Transformationen des L\u00e4ndlichen und politische Alternativen. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>Nell, Werner, und Marc Weiland. 2021a. &#8222;Der Topos vom guten Leben auf dem Land: Geschichte und Gegenwart.&#8220; In Gutes Leben auf dem Land? Imaginationen und Projektionen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, herausgegeben von Werner Nell und Marc Weiland, 9\u201373. Rurale Topografien, Band 12. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>\u2014\u2014\u2014, Hrsg. 2021b. Gutes Leben auf dem Land? Imaginationen und Projektionen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Rurale Topografien, Band 12. Bielefeld: transcript Verl.<\/p>\n<p>Neu, Claudia. 2016. &#8222;Neue L\u00e4ndlichkeit. Eine Kritische Betrachtung.&#8220; Aus Politik Und Zeitgeschichte, no. 46\u201347: 4\u20139.<\/p>\n<p>Steinf\u00fchrer, Annett, Lutz Laschewski, Tanja M\u00f6lders, und Rosemarie Siebert, Hrsg. 2019. Das Dorf: soziale Prozesse und r\u00e4umliche Arrangements. Rural areas, Band 5. Berlin, M\u00fcnster: LIT.<\/p>\n<p>Trummer, Manuel. 2018. &#8222;Das Land und die L\u00e4ndlichkeit: Perspektiven einer Kulturanalyse des L\u00e4ndlichen.&#8220; Zeitschrift f\u00fcr Volkskunde, no. 114(2): 187\u2013212.<\/p>\n<p>Trummer, Manuel, und Anja Decker, Hrsg. 2020. Das L\u00e4ndliche als kulturelle Kategorie: aktuelle kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Stadt-Land-Beziehungen. Kultur und soziale Praxis. Bielefeld: transcript Verl. https:\/\/doi.org\/10.14361\/9783839449905.<\/p>\n<p>Quelle: kolloquium.iee@lists.univie.ac.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschungsschwerpunkt \u201eWirtschaft und Gesellschaft aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive&#8220; und Institut f\u00fcr Europ. Ethnologie der Univ. Wien; Thassilo Hazod, Brigitta Schmidt-Lauber und Margareth Lanzinger Zeit: 16.-17.11.2023 Ort: Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie, Univ. Wien Einreichfrist bis: 31.05.2023 L\u00e4ndlichkeit und l\u00e4ndliche R\u00e4ume fanden zuletzt in kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschungen (wieder) gro\u00dfe Beachtung. 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