{"id":72483,"date":"2023-10-25T02:26:00","date_gmt":"2023-10-25T02:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=72483"},"modified":"2023-10-24T18:02:34","modified_gmt":"2023-10-24T18:02:34","slug":"vortrag-liselotte-abid-islamischer-feminismus-die-quadratur-des-kreises-07-11-2023-wien-und-virtueller-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=72483","title":{"rendered":"Vortrag: Liselotte Abid: Islamischer Feminismus: Die Quadratur des Kreises? 07.11.2023, Wien und virtueller Raum"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-72540 size-thumbnail\" title=\"via Website\" src=\"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/csm_RVO-WiSe23-komplett_e3356eaad6-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><strong>Referat Genderforschung der Univ. Wien &#8211; RGF: Ringvorlesung &#8222;Kulturelle Pluralit\u00e4t in Feminismus sichtbar machen&#8220;, WiSe 2023\/24<\/strong> <a href=\"https:\/\/gender.univie.ac.at\/veranstaltungen\/ringvorlesung-gender-studies\/kulturelle-pluralitaet-in-feminismus-sichtbar-machen-wise-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Zeit: 07.11.2023, 18.30 Uhr<br \/>\nOrt: Universit\u00e4t Wien und virtueller Raum<\/p>\n<p>Ist es m\u00f6glich, im Rahmen einer meist als patriarchal etikettierten Religion wie dem Islam Feminismus zu entwickeln? Wie und in welchem Rahmen kann das geschehen? Und was bedeutet Muslim:innen der Begriff Feminismus? Gewiss ist \u201eislamischer Feminismus\u201c kein einheitliches Ideen-Geb\u00e4ude oder gar Konzept. Ebenso wie es im globalen Feminismus verschiedene Str\u00f6mungen gibt und die Entwicklung nicht abgeschlossen ist, so ist auch im entsprechenden muslimischen Bereich vieles in st\u00e4ndiger Bewegung. F\u00fcr manche Feminist:innen ist es strittig, ob es im Rahmen des Islam \u00fcberhaupt Feminismen geben kann, und auch unter Muslim:innen gibt es zwischen feministischen Forderungen und der Ablehnung feministischer Konzepte eine gro\u00dfe Bandbreite.<br \/>\nAns\u00e4tze der Frauenrechtsbewegung reichen in manchen mehrheitlich muslimischen L\u00e4ndern rund 150 Jahre zur\u00fcck; sie entwickelten sich vor dem Hintergrund von antikolonialen und nationalistischen Bewegungen und einer beginnenden S\u00e4kularisierung. In der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jhds. beriefen sich muslimische Frauenaktivistinnen zunehmend auf den Islam und dessen fr\u00fche Geschichte, um islamische Frauenrechte herauszuarbeiten, die in den patriarchalen Gesellschaften v\u00f6llig verdr\u00e4ngt worden waren. Eine islamisch-feministische Theoriebildung entwickelte sich erst seit den letzten Dekaden des 20. Jhd. zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich im theologischen Bereich. Hingegen wurden und werden die Debatten zu den gender-relevanten sozialen Fragen im Bereich der islamischen Jurisprudenz und den abgeleiteten Rechtsvorschriften gef\u00fchrt. In diesen intersektionalen Aushandlungsprozessen und Protestbewegungen entstand das Bewusstsein, dass Geschlechtergerechtigkeit nur durch ein neues, hermeneutisches Verst\u00e4ndnis und frauengerechte Lesarten des Koran und der kritischen Re-Evaluierung von \u00dcberlieferungen zu erreichen sei und zu tiefgreifenden, auch rechtlich abgesicherten Reformen der Geschlechterverh\u00e4ltnisse f\u00fchren m\u00fcsse.<br \/>\nDie sogenannte \u201cislamische Welt\u201d \u2013 die mehrheitlich muslimischen L\u00e4nder und vom Islam gepr\u00e4gten Kulturen von Marokko bis S\u00fcdost-Asien \u2013 bieten hier viele \u00dcberraschungen, wobei <!--more-->\u2013 last not least \u2013 die muslimische Diaspora in der westlichen Hemisph\u00e4re kr\u00e4ftig mitmischt. Islamischer Feminismus ist eine spannende \u201eMelange\u201c!<\/p>\n<p>Liselotte Abid, Studium der Publizistik und Orientalistik an der Univ. Wien. Seit 1993 freie Journalistin (ORF-H\u00f6rfunk, div. Printmedien), 2002\u20132020 Lehrbeauftragte an der Univ. Wien; Gastvorlesungen an mehreren Universit\u00e4ten. Schwerpunkte der journalistischen und wissenschaftlichen Arbeit: Frauen und Frauenrechte im Islam und in mehrheitlich muslimischen L\u00e4ndern, islamischer Feminismus, das Verh\u00e4ltnis des Islam zu Menschenrechten und Demokratie sowie die Situation von Muslim:nnen in Europa.<\/p>\n<p><strong>Semesterprogramm<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>24.10.2023: Magdalena Kraus: Feministische Perspektiven aus Lateinamerika<\/li>\n<li>07.11.2023: Liselotte Abid: Islamischer Feminismus: Die Quadratur des Kreises?<\/li>\n<li>21.11.2023: Martina Kopf: Wangari Maathai und \u00f6kofeministisches Denken in Kenia<\/li>\n<li>09.01.2024: Denise Berghold-Caldwell: Sorge und Care als schwarzfeministische Konzepte des (\u00dcber-)Lebens<\/li>\n<li>23.01.2024: Oy\u00e8r\u00f3nk\u1eb9\u0301 Oy\u011bw\u00f9m\u00ed: Who is Not Afraid of Gender?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alle Vortr\u00e4ge werden online \u00fcbertragen, zum Zusehen ist eine Anmeldung \u00fcber die Website des RGF erforderlich <a href=\"https:\/\/gender.univie.ac.at\/veranstaltungen\/ringvorlesung-gender-studies\/kulturelle-pluralitaet-in-feminismus-sichtbar-machen-wise-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p><strong>Abstracts<\/strong> <a href=\"https:\/\/gender.univie.ac.at\/veranstaltungen\/ringvorlesung-gender-studies\/kulturelle-pluralitaet-in-feminismus-sichtbar-machen-wise-2023\/abstracts-der-vortraege\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Ein langj\u00e4hriger Streitpunkt zwischen Feminist*innen des sogenannten globalen S\u00fcdens und europ\u00e4ischen\/westlichen Feministinnen war die Tatsache, dass der westliche Feminismus die reiche Geschichte von Frauen in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifik, die in die Vergangenheit zur\u00fcckreicht, ignoriert hat. In \u00e4hnlicher Weise wird die Pluralit\u00e4t von Feminismen auf der ganzen Welt kaum anerkannt. Folglich sind die kulturell und historisch reichen afrikanischen, arabischen, karibischen, lateinamerikanischen, asiatisch-pazifischen und andere Feminismen in europ\u00e4ischen Gender-Lehrpl\u00e4nen immer noch unterrepr\u00e4sentiert. Zudem haben viele dieser nicht-westlichen Feminismen starke kulturelle und sozio-politische Traditionen, die sie definieren und voneinander unterscheiden.<br \/>\nDie Ringvorlesung konzentriert sich auf die Pr\u00e4senz von Feminismen in Afrika und einigen nichteurop\u00e4ischen\/nichtwestlichen Regionen in den Gender Studies. Somit zielt sie auf ein \u201cfeminist reimagining of communality affiliations and cultural practices, articulated not in isolation but rather in relations. It does not exalt one political concern (feminism) over another (multiculturalism); rather, it highlights and reinforces the mutual embeddedness between the two. (Shohat, 2001: 1). Wie Shohat weiter postulierte, \u201cmulticultural feminism takes as its starting point the cultural consequences of worldwide movements and dislocations of people associated with the development of \u2018global\u2019 or \u2018transnational\u2019 capitalism.\u201d (Shohat 2001:1). Tats\u00e4chlich bringen diese Bewegungen auch eine neue Dynamik in die Entwicklung von Feminismen in jenen Teilen der Welt, die auf den kulturellen Traditionen der Menschen aufbauen. Zudem ist zu beachten, dass \u201clike national borders, disciplinary borders too are out of synch with such transnational movements. The relational feminist approach demands moving beyond nation-bond and discipline bond teaching, curating and organizing. (Shohat 2001:1). Die Ringvorlesung nimmt Shohats Vorschlag auf, die wechselseitige Einbettung von Feminismus und kultureller Pluralit\u00e4t als zwei gleichberechtigten Anliegen hervorzuheben und zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Alle Vortr\u00e4ge sind \u00f6ffentlich zug\u00e4ngich und werden auch online \u00fcbertragen. F\u00fcr die virtuelle Teilnahme ist eine Anmeldung \u00fcber die Website des RGF erforderlich <a href=\"https:\/\/gender.univie.ac.at\/veranstaltungen\/ringvorlesung-gender-studies\/kulturelle-pluralitaet-in-feminismus-sichtbar-machen-wise-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Quelle: FEMALE-L@jku.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Referat Genderforschung der Univ. 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