{"id":73125,"date":"2023-10-23T02:15:00","date_gmt":"2023-10-23T02:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=73125"},"modified":"2023-10-20T08:21:53","modified_gmt":"2023-10-20T08:21:53","slug":"cfp-normierungen-normalisierungen-und-neue-ambivalenzen-im-sozialstaat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=73125","title":{"rendered":"CfP: Normierungen, Normalisierungen und neue Ambivalenzen im Sozialstaat (ZS Femina Politica); bis: 30.11.2023"},"content":{"rendered":"<p><strong>Femina Politica. Zeitschrift f\u00fcr feministische Politikwissenschaft; Herausgeberinnen: Agnes Blome und Julia Lepperhoff<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.femina-politica.de\/#\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Einreichfrist: 30.11.2022<\/p>\n<p>Die industrialisierten Sozialstaaten des Globalen Nordens institutionalisieren durch Rechte und Leistungsanspr\u00fcche und durch funktional ausdifferenzierte Organisationen der Umverteilung Macht- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse, die zu Ein- und Ausschl\u00fcssen entlang von Geschlecht, Klasse, Race, Behinderung, Sexualit\u00e4t und Nationalit\u00e4t f\u00fchren. Darin eingeschrieben sind sozialstaatliche Leitbilder, die gesellschaftliche Vorstellungen \u00fcber Geschlechtlichkeit und intersektionale Ungleichheiten repr\u00e4sentieren und in ihrer normativen Wirkm\u00e4chtigkeit hierarchisierend und lebenslaufstrukturierend soziale Verh\u00e4ltnisse beeinflussen.<br \/>\nSo pr\u00e4gen die Norm und Normalit\u00e4t des Ern\u00e4hrermodells die in der Wohlfahrtsstaats-Forschung h\u00e4ufig als \u201ekonservativ\u201c beschriebenen Sozialstaaten, wie z.B. Westdeutschland oder auch \u00d6sterreich, bis heute ma\u00dfgeblich. Diese Ordnung ist inzwischen allerdings durch Erosionsprozesse gekennzeichnet und von widerspr\u00fcchlichen sozialpolitischen Entwicklungen \u00fcberformt. Insbesondere das Hinzutreten der Leitidee eines Zweiverdienermodells in einem sozialen Investitionsstaat, der die allgemeine Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00fcr alle Geschlechter in den Mittelpunkt r\u00fcckt, hat hierzu ma\u00dfgeblich beigetragen. Die forcierte Ausrichtung auf eine Erwerbsb\u00fcrger*innengesellschaft schreibt nicht nur die Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr den Arbeitsmarkt als zentrale Bedingung f\u00fcr daran gekn\u00fcpfte Rechte und Leistungen fest, sondern kn\u00fcpft auch den sozialen Status an die Idee eines eigenverantwortlichen, unabh\u00e4ngig handelnden und flexibilisierten Subjekts.<br \/>\nDieser sozialstaatliche wie gesellschaftliche Wandel f\u00fchrt z.B. in Deutschland zu ambivalenten Entwicklungen: So steht die gewachsene Teilhabe am Arbeitsmarkt und damit verbundene Autonomiegewinne von Frauen* und anderen geschlechtlich marginalisierten Menschen anhaltenden geschlechterbezogenen Ungleichheiten am Arbeitsmarkt gegen\u00fcber, die durch die Verwobenheit verschiedener Ungleichheitsverh\u00e4ltnisse innerhalb der Gruppe der Frauen* weitere Achsen der Ungleichheit zum Tragen bringen. Einige Reformen der Familienpolitik, des Rentensystems oder der Arbeitsmarktpolitik l\u00e4uten einerseits den Abschied vom normativen Leitbild des Ern\u00e4hrermodells ein, w\u00e4hrend andere die ausgepr\u00e4gte Erwerbszentrierung des Sozialstaats versch\u00e4rfen. <a href=\"https:\/\/budrich.de\/Zeitschriften\/Call-for-Papers\/FemPol-CfP-2-2024-D-Sozialstaat.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiterlesen &#8230; (PDF)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Femina Politica. 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