{"id":7477,"date":"2011-12-09T01:05:09","date_gmt":"2011-12-09T01:05:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/Geschichte\/salon21\/?p=7477"},"modified":"2022-05-19T16:14:13","modified_gmt":"2022-05-19T16:14:13","slug":"vortrag-gabriele-rosenthal-zur-interdependenz-von-kollektivem-gedachtnis-und-erinnerungspraxis-die-homogenisierung-einer-kollektiven-und-familialen-vergangenheit-in-der-sowjetunion-17-01-2012-wie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=7477","title":{"rendered":"Vortrag: Gabriele Rosenthal: Zur Interdependenz von kollektivem Ged\u00e4chtnis und Erinnerungspraxis. Die Homogenisierung einer kollektiven und familialen Vergangenheit in der Sowjetunion, 17.01.2012, Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Institut f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Wien<\/strong><br \/>\nOrt: Rooseveltplatz 2, Seminarraum 2, (1 OG)<br \/>\nZeit: Dienstag, 17. J\u00e4nner 2012, 18.30 s.t.<br \/>\nIm Vortrag wird vor dem Hintergrund einer sozialkonstruktivistischen und biographietheoretischen Konzeption des kollektiven Ged\u00e4chtnisses und des Erinnerns als kultureller Praxis die Besonderheiten der Erinnerungspraxis einer bestimmten Gruppierung von MigrantInnen in Deutschland diskutiert. Gabriele Rosenthal bezieht sich dabei auf ihre Forschung im Kontext eines DFG-Projektes zu Mehrgenerationen-Familien von (Sp\u00e4t-)AussiedlerInnen aus der heutigen GUS. In dieser Untersuchung wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Angeh\u00f6rigen dieser Gruppierung von MigrantInnen, die insbesondere seit der zweiten H\u00e4lfte der 1980er Jahre, d.h. kurz vor oder kurz nach dem Ende der Sowjetunion nach Deutschland ausgewandert sind, an ihre Vergangenheit vor der Migration erinnern und welche Versionen der kollektiven, familialen und individuellen Geschichte sie heute pr\u00e4sentieren. <!--more--><br \/>\nDie empirischen Analysen zeigen, dass in dieser Gruppierung die Angeh\u00f6rigen aller Generationen \u00fcber ein deutliches, die Differenzen innerhalb der Gruppierung nivellierendes Wir-Bild verf\u00fcgen, das sich auf ein ausgesprochen homogenisiertes kollektives Ged\u00e4chtnis bezieht. Die beachtliche Wirksamkeit dieses homogenisierenden Wir-Bildes ist zum einen den staatlich bedingten massiven Besch\u00e4digungen der kollektiven Ged\u00e4chtnisse von in der Sowjetunion diskriminierten Gruppierungen und dem kollektiven bzw. staatlich verordneten Schweigen geschuldet, zum anderen jedoch erheblich mitbedingt durch die zunehmend versch\u00e4rften Bedingungen der bundesdeutschen Aufnahmeverfahren.<br \/>\nNeben den Best\u00e4nden des wirkm\u00e4chtigen kollektiven Ged\u00e4chtnisses wird Gabriele Rosenthal die dahinter liegenden, im Diskurs h\u00e4ufig verleugneten heterogenen Familienvergangenheiten diskutieren und die transgenerationalen Folgen der Homogenisierung und der mehrfachen Reinterpretationen der Vergangenheit sowie der divergenten familiengeschichtlichen Verl\u00e4ufe aufzeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Institut f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Wien Ort: Rooseveltplatz 2, Seminarraum 2, (1 OG) Zeit: Dienstag, 17. 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