{"id":76393,"date":"2024-05-27T02:27:00","date_gmt":"2024-05-27T02:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=76393"},"modified":"2024-05-27T06:20:10","modified_gmt":"2024-05-27T06:20:10","slug":"76393","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=76393","title":{"rendered":"CfP: Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Gewaltforschung (Event, 07\/2025, Bielefeld); bis: 15.08.2024"},"content":{"rendered":"<p><strong>Max Breger, Ekkehard Coenen, Tabea Koepp, Felix Ro\u00dfmei\u00dfl und Lena Verneuer-Emre<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 03.-04.07.2025<br \/>\nOrt: Bielefeld<br \/>\nEinreichfrist: 15.08.2024<\/p>\n<p>Ph\u00e4nomene der Gewalt waren lange Zeit das \u201eanalytische Stiefkind\u201c (von Trotha) der Sozialwissenschaften. Entweder wurde ihnen in der sozial- und gesellschaftstheoretischen Begriffsbildung \u00fcberhaupt keine Beachtung geschenkt oder man subsumierte sie unter unspezifischen und normativen Begriffen. So wurden sie als \u201esoziales Problem\u201c klassifiziert oder als \u201estaatliches Gewaltmonopol\u201c unhinterfragt vorausgesetzt. Als eigenst\u00e4ndiger Forschungsgegenstand blieben sie jedoch analytisch weitgehend unterbelichtet. Dass Gewalt als besondere soziale Praxis verstanden werden kann, dass sie auf spezifische Weise erlebt wird, dass sie an besondere Sinnwelten gekn\u00fcpft und als eigensinnige \u201eMachtaktion\u201c (Popitz) zu begreifen ist, die Personen verletzt, fiel aus den Betrachtung heraus.<br \/>\nDies \u00e4nderte sich ab Mitte der 1990er Jahre, als verschiedene Autor:innen einen radikalen Perspektivwechsel in der sozialwissenschaftlichen Erforschung von Gewalt forderten. Ausgehend von der vehementen Kritik der Verdr\u00e4ngung von Gewalt aus sozialwissenschaftlichen Theorien und der Ignoranz gegen\u00fcber Gewalt als einem spezifischen interaktiven und dynamischen Geschehen setzten sie sich programmatisch f\u00fcr eine neue, innovative Gewaltforschung ein. Diese Intervention war seither immer wieder Gegenstand der fachlichen Diskussion und ging in das Bem\u00fchen \u00fcber, Gewalt sozialwissenschaftlich zu verstehen und zu erkl\u00e4ren. Zwar bedurften viele der Forderungen einer Revision und einige Punkte harren noch immer der Bearbeitung. Dennoch brachen sie alte Perspektiven auf und erm\u00f6glichten es, Gewaltph\u00e4nomene neu zu fokussieren und sozialwissenschaftlich zu erkunden. Sie stie\u00dfen eine teils kontroverse, jedoch empirisch, theoretisch wie auch methodologisch gewinnbringende Diskussion an, die zu neuen Einblicken in die sozialen Aspekte von Gewaltph\u00e4nomenen f\u00fchrten.<br \/>\nDurch diese Debatten entwickelte sich die sozialwissenschaftliche Gewaltforschung in den letzten drei Jahrzehnten zu einem lebhaften und ausdifferenzierten Forschungsfeld, auf dem mit den Grenzen des eigenen Gegenstandes, den methodischen und theoretischen Herangehensweisen und den empirischen Zug\u00e4ngen gerungen wird. Zentral war hierf\u00fcr mit Sicherheit der \u201esituationistische Drift\u201c (Braun\/Keysers), der die Dynamiken von Gewaltereignissen und die darin verorteten Interaktionen in den Blick r\u00fcckte. <a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/event\/id\/event-144312?utm_source=hskhtml&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=htmldigest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiterlesen und Quelle &#8230; (Web)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Max Breger, Ekkehard Coenen, Tabea Koepp, Felix Ro\u00dfmei\u00dfl und Lena Verneuer-Emre Zeit: 03.-04.07.2025 Ort: Bielefeld Einreichfrist: 15.08.2024 Ph\u00e4nomene der Gewalt waren lange Zeit das \u201eanalytische Stiefkind\u201c (von Trotha) der Sozialwissenschaften. Entweder wurde ihnen in der sozial- und gesellschaftstheoretischen Begriffsbildung \u00fcberhaupt keine Beachtung geschenkt oder man subsumierte sie unter unspezifischen und normativen Begriffen. 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