{"id":79177,"date":"2025-01-31T12:01:22","date_gmt":"2025-01-31T12:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=79177"},"modified":"2025-02-01T08:25:13","modified_gmt":"2025-02-01T08:25:13","slug":"cfp-kinder-kindheit-und-kind-sein-in-der-fruehen-neuzeit-10-2025-stuttgart-hohenheim-bis-15-04-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=79177","title":{"rendered":"CfP: Kinder, Kindheit und Kind-Sein in der Fr\u00fchen Neuzeit (10\/2025, Stuttgart-Hohenheim); bis: 15.04.2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>30. Fachtagung des Arbeitskreises Geschlechtergeschichte der Fr\u00fchen Neuzeit<\/strong> <a href=\"https:\/\/ak-geschlechtergeschichte-fnz.univie.ac.at\/?page_id=48\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Zeit: 23.-25.10.2025<br \/>\nOrt: Stuttgart \u2013 Tagungszentrum Hohenheim<br \/>\nEinreichfrist: 15.04.2025<\/p>\n<p>In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Kindern in den fr\u00fchneuzeitlichen Gesellschaften zunehmend in den Fokus historischer Untersuchungen ger\u00fcckt. Obwohl Kinder ein wesentlicher Bestandteil jeder Gesellschaft und damit auch ihrer jeweiligen Geschlechterordnungen waren und sind, wurden sie von den Geschichtswissenschaften lange vernachl\u00e4ssigt \u2013 teils aufgrund historiographischer Tendenzen, teils wegen Herausforderungen in der Quellen\u00fcberlieferung. Kinder hinterlassen nicht die gleichen Spuren in historischen Quellen wie Erwachsene, und ihre Geschichten m\u00fcssen in der Regel aus Texten, Bildern und anderen Quellen rekonstruiert werden, in denen sie \u2013 oft auch nur en passant \u2013 erw\u00e4hnt werden. Je j\u00fcnger ein Kind ist, desto sichtbarer wird es tendenziell nur durch die Handlungen anderer. Nichtsdestoweniger erkennen Historiker*innen zunehmend die immanente Relevanz dieser demografischen Gruppe \u2013 sei es f\u00fcr die Erforschung grundlegender fr\u00fchneuzeitlicher Themen wie Geschlecht, Religion bzw. Konfession, Stand, Arbeit und Arbeitsteilung oder auch Bildung, generationelle Ressourcenverteilung und politische Macht. Kindheitsforschung ist zu einem integralen Bestandteil der historischen Forschung geworden.<br \/>\nW\u00e4hrend die Forschung zu Kindern schon f\u00fcr sich bedeutsam ist, bietet der Zugang \u00fcber Kinder, als Akteur*innen konzipiert, auch eine distinkte Perspektive auf andere Themenfelder. Die Aspekte der Abh\u00e4ngigkeit, die zur relativen Vernachl\u00e4ssigung von Kindern in den historischen Wissenschaften gef\u00fchrt haben, k\u00f6nnen breitere soziale und kulturelle Logiken deutlicher hervortreten lassen: Auch Kinder sind in Netzwerke eingebettet; ihre Abh\u00e4ngigkeiten von Erwachsenen und ihre eingeschr\u00e4nkten M\u00f6glichkeiten, eigenst\u00e4ndige Entscheidungen zu treffen, erforderten eine st\u00e4rkere und andere Einbindung in Netzwerke und Akteurskonstellationen. Bei entsprechender Aufmerksamkeit werden Kinder dennoch auch in der Fr\u00fchen Neuzeit immer wieder als eigenst\u00e4ndige Akteur:innen greifbar \u2013 und sind als solche also auch sichtbar zu machen. Historische Kinderforschung bedeutet daher, die Perspektiven von Kindern ebenfalls ernst zu nehmen und Bed\u00fcrfnisse, Motive und Aktionen von Nicht-Erwachsenen, soweit die Quellenlage es zul\u00e4sst, aufzuzeigen.<br \/>\nKinder, Kindheit und Kind-Sein ist in der Fr\u00fchen Neuzeit daher in einem dichten Gef\u00fcge aus rechtlichen und sozialen Abh\u00e4ngigkeiten und Ungleichheiten zu untersuchen, welche nicht nur unterschiedliche Lebensphasen, sondern auch Geschlecht, Zugeh\u00f6rigkeiten, Emotionalit\u00e4ten und Teilhabe an materiellen und immateriellen Ressourcen betreffen. <!--more-->Kinder waren essentiell f\u00fcr die Reproduktion jener geschlechtlichen und sozialen Strukturen, die die fr\u00fchneuzeitlichen Gesellschaften und Kulturen trugen. Familien- und Verwandtschaftsverb\u00e4nde perpetuierten sich durch ihren Nachwuchs oder die Annahme und Legitimation nicht-leiblicher Kinder, materielle und immaterielle Ressourcen wurden in diesen Verb\u00e4nden weitergegeben und verhandelt, Kinder auf ihre spezifischen Rollen in diesem Verwandtschaftsgef\u00fcge hin erzogen und ausgebildet: von den unterb\u00e4uerlichen Schichten \u00fcber Handwerk, Gewerbe und Kaufleute bis zu den hochadeligen Dynastien. Zugleich und darauf rekurrierend entfalteten fr\u00fchneuzeitliche Kulturen ein breites Spektrum metaphorischer Referenzsysteme, in denen Legitimation, Zugeh\u00f6rigkeit und Affirmativit\u00e4t \u00fcber Bez\u00fcge zum Kind-Sein hergestellt wurden \u2013 z.B. der Topos der \u201eKinder Gottes\u201c, \u201eKinder des Teufels\u201c etc.<\/p>\n<p>Die Organisatorinnen freuen sich \u00fcber Beitr\u00e4ge (ca. 30 min.), die methodisch die Bedeutung von Geschlecht, aber auch anderen Differenzkategorien wie Religion\/Konfession, Ethnie, Stand, Alter etc. reflektieren. Geographisch sind Vorschl\u00e4ge aus Europa wie zu au\u00dfereurop\u00e4ischen Regionen willkommen. Besonders freuen sie sich, wenn neben der christlichen auch j\u00fcdische, islamische und andere religi\u00f6se Lebenswelten untersucht werden. M\u00f6gliche Fragestellungen\/Themengebiete umfassen: Orte der Kindheit; verschiedene rechtliche Positionen; Formen der F\u00fcrsorge, Bildung und Ausbildung; Position in Konflikten; sexuelle, physische und emotionale Gewalt; Obsorge und Vormundschaft; Funktion in sozialen Netzwerken; spirituelle und andere Verwandtschaftsformen; symbolische Repr\u00e4sentationen; visuelle Kultur; Eltern-Sein, etc.<\/p>\n<p>Vortragsvorschl\u00e4ge (Abstract und CV, jeweils ca. 5.000 Zeichen) richten Sie bitte per E-Mail bis zum 15.04.2025 an:<br \/>\nandrea.griesebner[:]univie.ac.at<br \/>\nhannah.elmer[:]hist.uni-hannover.de und<br \/>\ninken.schmidtvoges[:]uni-marburg.de<\/p>\n<p>Die j\u00e4hrlichen Tagungen des Arbeitskreises bieten eine Plattform zur Pr\u00e4sentation und Diskussion aktueller Forschungsarbeiten, sehr gerne auch von Nachwuchswissenschafter*innen. Zugleich dienen die Treffen dem Informationsaustausch, der intergenerationellen Vernetzung sowie der methodischen, konzeptuellen und theoretischen Auseinandersetzung. Von Historikerinnen organisiert, sind die Treffen immer auch ein Ort der Inter- und Transdisziplinarit\u00e4t. Durch die Heterogenit\u00e4t der Teilnehmer*innen legen die Veranstalterinnen vor allem darauf Wert, dass die einzelnen Beitr\u00e4ge ma\u00dfgeblich den Fokus auf Fragen der Methode und der Methodologie richten.<br \/>\nDie Organisatorinnen weisen darauf hin, dass f\u00fcr Referent*innen in der Regel keine Reise- und Tagungsgeb\u00fchren \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen. Die Tagungsteilnahme inklusive zwei \u00dcbernachtungen und Verpflegung betr\u00e4gt voraussichtlich 190 Euro\/erm\u00e4\u00dfigt 148 Euro. Stipendien zur Teilnahme an der Tagung k\u00f6nnen beantragt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30. 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