{"id":80739,"date":"2025-05-14T02:54:00","date_gmt":"2025-05-14T02:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=80739"},"modified":"2025-05-12T17:42:43","modified_gmt":"2025-05-12T17:42:43","slug":"tagung-arbeitswelten-und-weltsichten-politisches-denken-in-der-care-arbeit-seit-1945-03-04-07-2025-koeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=80739","title":{"rendered":"Tagung: Arbeitswelten und Weltsichten. Politisches Denken in der Care-Arbeit seit 1945, 03.-04.07.2025, K\u00f6ln"},"content":{"rendered":"<p><strong>Historisches Institut der Univ. zu K\u00f6ln; Nicole Kramer; Pierre Pf\u00fctsch, Institut f\u00fcr Geschichte der Medizin des Bosch Health Campus<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.hsozkult.de\/event\/id\/event-154944?utm_source=hskhtml&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=htmldigest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Web)<\/a><\/p>\n<p>Ort: Univ. zu K\u00f6ln<br \/>\nZeit: 03.-04.07.2025<br \/>\nAnmeldung: bis 13.06.2025<\/p>\n<p><strong>Panels:<\/strong> Gesellschaftsvorstellungen und politische Herrschaft in der Nachkriegszeit | Reform, Protest und soziale Bewegungen | Pflege, P\u00e4dagogik und das Politische | Soziale Ungleichheit und gef\u00e4hrdete Demokratie<\/p>\n<p>Die Tagung soll einerseits einen Beitrag dazu leisten, die Forschungen zur politischen Dimension von Care-Arbeit seit 1945 voranzubringen. Andererseits soll das Wissen zur Geschichte des politischen Denkens im 20. Jhd. erweitert werden, und zwar mit Blick auf Bev\u00f6lkerungskreise, die in dieser Hinsicht bisher wenig beachtet wurden. Der Zugang \u00fcber die Arbeitswelten er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit, politische Haltung jenseits traditioneller politischer Foren, n\u00e4mlich als Alltagskommunikation zu beleuchten.<br \/>\nSoziale T\u00e4tigkeiten galten lange Zeit nicht nur als Dom\u00e4ne von Frauen, sondern auch als unpolitisch. Doch feministische Denker:innen haben diese Zuschreibung seit den 1970er Jahren massiv in Frage gestellt. Insbesondere durch Debatten um den Care-Begriff hat sich ein Verst\u00e4ndnis etabliert, dass nicht mehr nur von konkreten f\u00fcrsorgerischen und pflegerischen Handlungen ausgeht, sondern von einer stark beziehungsorientierten, \u00f6ffentlichen Verantwortung spricht und diese als republikanische Tugend definiert. Soziale personenbezogene Dienste erhalten damit einen genuin politischen Charakter.<br \/>\nEin wesentliches Merkmal von professioneller Care-Arbeit ist es, dass die dort Besch\u00e4ftigten mit weiten Kreisen der Bev\u00f6lkerung in Kontakt stehen. Mehr \u00fcber ihr politisches Denken zu erfahren, liefert damit wichtige Einblicke in das Politik- und Staatsverst\u00e4ndnis der Bev\u00f6lkerung in der Bundesrepublik. Fragen nach dem politischen Denken sind bereits seit einigen Jahren im Zentrum der zeithistorischen Forschung. Neben den politikgeschichtlichen Ans\u00e4tzen, die Parteien, Vereine und Organisationen beleuchten, hat sich ein erfahrungsgeschichtlicher Zugang herausgebildet, der die Untersuchung von Selbstzeugnissen bevorzugt. <!--more-->Sowohl die Geschichte der Demokratie als auch die des extremistischen, vor allem des rechtsradikalen Denkens sind im Fokus. Die Frage nach dem Politik- und Staatsverst\u00e4ndnis der in der Care-Arbeit Besch\u00e4ftigten verkn\u00fcpft und erweitert die bisherigen Perspektiven miteinander. Erstens werden auch Personen greifbar, die nicht in Parteien und Organisationen erfasst sind. Zweitens lassen sich Haltungen von Individuen untersuchen, die weit \u00fcber die Rolle von Leserbriefschreiber:innen oder Petitionsverfasser:innen hinaus als Akteur:innen mit lebensweltlichen Verankerungen sichtbar gemacht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nAuf der Tagung sollen folgende Fragen aufgegriffen werden: Welche Staats- und Politikauffassungen vertraten die in der Care-Arbeit T\u00e4tigen? Welche Debatten \u00fcber Toleranz und Menschenw\u00fcrde f\u00fchrten sie in Fachzeitschriften oder innerhalb von Interessenverb\u00e4nden? Welche Deutungen vom Sozialstaat vertraten sie als Mitwirkende bei der Umsetzung des staatlichen F\u00fcrsorge- und Versorgungsauftrages? Welche Rolle spielten Gewerkschaften f\u00fcr allgemeinpolitische Themen von Besch\u00e4ftigten in der Pflege, in Schulen und Betreuungseinrichtungen? Wie positionierten sich Besch\u00e4ftigte sozialer personenbezogener Dienstleistungen zu extremistischen Weltsichten und allgemeinpolitischen Ereignissen?<br \/>\nDie Tagung soll durch den Austausch einerseits einen Beitrag dazu leisten, die Forschungen zur politischen Dimension von Care-Arbeit seit 1945 voranzubringen. Andererseits wird das Wissen zur Geschichte des politischen Denkens im 20. Jhd. erweitert, und zwar mit Blick auf Bev\u00f6lkerungskreise, die in dieser Hinsicht bisher wenig beachtet wurden. Der Zugang \u00fcber die Arbeitswelten er\u00f6ffnet zudem die M\u00f6glichkeit, politische Haltung jenseits traditioneller politischer Foren, n\u00e4mlich als Alltagskommunikation zu beleuchten.<\/p>\n<p>Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein. Zur besseren Planung melden Sie sich bitte bis 13. Juni 2025 bei Maximilian Schmidt (schmidt.maximilian@uni-koeln.de) an.<\/p>\n<p><strong>Programm<\/strong><\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 3. Juli 2025<\/strong><\/p>\n<p>13 Uhr Begr\u00fc\u00dfung<\/p>\n<p>Nicole Kramer (K\u00f6ln) und Pierre Pf\u00fctsch (Stuttgart): Weltsichten und Arbeitswelten: Zur Verkn\u00fcpfung von zwei Forschungsfeldern<\/p>\n<p>13.50-15.10 Uhr: <strong>Panel 1: Gesellschaftsvorstellungen und politische Herrschaft in der Nachkriegszeit<\/strong> (Moderation: Pierre Pf\u00fctsch)<\/p>\n<p>Sandra Wenk (Halle): Gesellschaftsvorstellungen, \u00f6ffentliche Positionierungen und Handlungsspielr\u00e4ume von Sonderschullehrer:innen, ca. 1945\u20131975<\/p>\n<p>Christoph Schwamm (Heidelberg): Staatstragende M\u00fctterlichkeit? Die politische (Selbst)verortung von Kinderkrankenschwestern in der BRD und DDR ca. 1950 \u2013 1980<\/p>\n<p>15.10-15.40 Uhr Kaffeepause<\/p>\n<p>15.40-17.40 Uhr <strong>Panel 2: Reform, Protest und soziale Bewegungen<\/strong> (Moderation: Nicole Kramer)<\/p>\n<p>Alexandra J\u00e4ger (Bonn): Zwischen Revolutionsbegeisterung und Bildungsreformen. Lehrer:innen zur Zeit des Radikalenbeschlusses in den 1970er Jahren<\/p>\n<p>Wiebke Wiede (Trier): Skandal und Mobilisierung. Interessenvertretung von Altenpflege seit den 1970er-Jahren<\/p>\n<p>Laura Moser (Heidelberg): Unpolitisch politisch. Tagesm\u00fctter zwischen b\u00fcrgerschaftlichem Engagement, Politik und Bewegung in den 1970er Jahren der Bundesrepublik<\/p>\n<p>19 Uhr Abendessen<\/p>\n<p><strong>Freitag, 4. Juli 2025<\/strong><\/p>\n<p>9.00-10.20 Uhr <strong>Panel 3: Pflege, P\u00e4dagogik und das Politische<\/strong> (Moderation: Dorothee Lebeda)<\/p>\n<p>Jeanette Windheuser (Berlin): Sorge und p\u00e4dagogischer Beruf als Gegenstand feministischer Politik und Theoriebildung<\/p>\n<p>Susanne Kreutzer (M\u00fcnster): Politisierung von Pflegenden \u2013 eine Generationengeschichte<\/p>\n<p>10.20-10.40 Uhr Pause<\/p>\n<p>10.40-12.00 Uhr <strong>Panel 4: Soziale Ungleichheit und gef\u00e4hrdete Demokratie<\/strong> (Moderation: Maximilian Schmidt)<\/p>\n<p>Till Hilmar (Wien): Von Arbeitserinnerungen zu politischen Orientierungen? Erfahrungen ostdeutscher und tschechischer Pflegekr\u00e4fte in der post-1989 Transformation<\/p>\n<p>J\u00falia W\u00e9ber (Neubrandenburg): Extrem rechte Einflussnahmen auf die Strukturen und Praxis Sozialer Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Gegenma\u00dfnahmen institutionalisieren?<\/p>\n<p>12.00-12.45 Uhr Fazit und Abschlussdiskussion<\/p>\n<p>Kontakt: Nicole Kramer: nicole.kramer@uni-koeln.de und Pierre Pf\u00fctsch: pierre.pfuetsch@igm-bosch.de<\/p>\n<p>Quelle: HSozKult<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historisches Institut der Univ. zu K\u00f6ln; Nicole Kramer; Pierre Pf\u00fctsch, Institut f\u00fcr Geschichte der Medizin des Bosch Health Campus (Web) Ort: Univ. zu K\u00f6ln Zeit: 03.-04.07.2025 Anmeldung: bis 13.06.2025 Panels: Gesellschaftsvorstellungen und politische Herrschaft in der Nachkriegszeit | Reform, Protest und soziale Bewegungen | Pflege, P\u00e4dagogik und das Politische | Soziale Ungleichheit und gef\u00e4hrdete Demokratie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,16,7,14,6],"tags":[],"class_list":["post-80739","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-events","category-topic_1968","category-history-of-european-womens-movements","category-migration-2","category-topic_pflegecare"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80739","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80739"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80739\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80745,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80739\/revisions\/80745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80739"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80739"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80739"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}