{"id":81217,"date":"2025-06-24T02:59:00","date_gmt":"2025-06-24T02:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=81217"},"modified":"2025-06-23T07:37:14","modified_gmt":"2025-06-23T07:37:14","slug":"81217","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salon21.univie.ac.at\/?p=81217","title":{"rendered":"CfP: Louise revisited \u2013 Der m\u00e4nnliche Blick auf Frauen damals und heute. Tagung anl\u00e4sslich des 275. Geburtstags von Louise von Anhalt-Dessau (1750-1811) (11\/2025, Magdeburg); bis: 15.08.2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Katja Kauer (Univ. T\u00fcbingen) und Eva Labouvie (Otto-von-Guericke-Univ. Magdeburg) in Koop. mit dem B\u00fcro f\u00fcr Gleichstellung und Familie der OVGU Magdeburg<\/strong><\/p>\n<p>Zeit: 27.-28.11.2025<br \/>\nOrt: Magdeburg<br \/>\nEinreichfrist: 15.08.2025<\/p>\n<p>Zum 275. Geburtstag von Louise von Anhalt-Dessau nimmt die Tagung eine historische Frau zum Ausgangspunkt, um die Struktur des m\u00e4nnlichen Blicks \u2013 des \u201emale gaze\u201c \u2013 auf Frauen, K\u00f6rper und Geschlecht von der Vergangenheit bis in die heutige Zeit kritisch zu analysieren. Die Tagung verbindet historische und gegenwartsbezogene Perspektiven und fragt danach, wie Frauen wahrgenommen, bewertet, erinnert wurden und bis heute werden \u2013 und wer dabei die Deutungsmacht hat. Louise von Anhalt-Dessau ist dabei nicht nur Anlass zur biografischen R\u00fcckschau, sondern Katalysator f\u00fcr Fragen von Macht, Geschlecht, Stereotypisierung, Sichtbarkeit und \u00dcbersehen, die gerade in der Gegenwart virulent sind.<br \/>\nLouise von Anhalt-Dessau steht exemplarisch f\u00fcr jene Frauen, die in der patriarchalen Wahrnehmung unsichtbar gemacht wurden oder systematisch unsichtbar gehalten werden \u2013 ob im hochadligen Kontext des 18. Jhds., aus dem sie stammte, oder in heutigen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen. Ihre historische Einordnung und Aufarbeitung verweist implizit wie explizit nicht nur auf vergangene Gender- und Machthierarchien, sondern auch auf gegenw\u00e4rtige Fragen nach genderbezogenen Repr\u00e4sentationen, Wertigkeiten, Macht- und Autorit\u00e4tsverh\u00e4ltnissen, Eingenommenheiten und Voreingenommenheiten sowie strukturellem Bias.<br \/>\nDer \u201emale gaze\u201c als analytisches Werkzeug erlaubt es, diese Zusammenh\u00e4nge \u00fcber Epochen hinweg zu analysieren: als Blickregime, das sowohl \u00e4sthetisch als auch epistemisch, sozial und institutionell wirksam wird. Er zeigt sich in Bildtraditionen, in Archiv- und Erinnerungspolitiken, in historischem oder zeitgeschichtlichem Wahrnehmen, Gedenken oder Vergessen \u2013 aber auch im akademischen oder beruflichen Alltag, etwa in Stellenbesetzungen, Auswahlverfahren, Anerkennungspraxen oder in der medialen Repr\u00e4sentation weiblicher Expertise und Autorschaft. Die Tagung m\u00f6chte <!--more-->Vergangenheit und Gegenwart nicht nur nebeneinanderstellen, sondern in einen kritischen Dialog bringen. Sie fragt konkret wie paradigmatisch danach, wie sich historische Deutungsmuster bis heute in Denk-, Wahrnehmungs- und Entscheidungsstrukturen einschreiben \u2013 und was es bedeutet, diesen Blick zu wenden. Louise von Anhalt-Dessau ist dabei nicht nur Anlass zur biografischen R\u00fcckschau, sondern Katalysator f\u00fcr Fragen von Macht, Geschlecht, Stereotypisierung, Sichtbarkeit und \u00dcbersehen, die gerade in der Gegenwart virulent sind.<\/p>\n<p>Zentrale Themenfelder:<\/p>\n<ul>\n<li>Louise von Anhalt-Dessau neu lesen: Zwischen h\u00f6fischer Repr\u00e4sentation, genealogischer Funktion und biografischer Spurensuche; Re-Positionierungen im historischen und erinnerungskulturellen Kontext<\/li>\n<li>Sehen, Bewerten, Erinnern: \u201eMale gaze\u201c und \u201emale mainstream\u201c als historische und gegenw\u00e4rtige Perspektiven und Strukturen: in Portr\u00e4ts, Literatur, Geschichtsschreibung, Institutionen, Medien<\/li>\n<li>Gender und Autorit\u00e4t in der Wissenschaft: Epistemische Machtverh\u00e4ltnisse, Bias bei Beurteilungen, Geschlecht und Glaubw\u00fcrdigkeit, die Performativit\u00e4t von Expertise<\/li>\n<li>Allt\u00e4gliche Sichtbarkeits- und Unsichtbarkeitsregime: Institutioneller Sexismus, kulturelle Narrative, (Un)M\u00f6glichkeiten weiblicher Pr\u00e4senz und Sprechpositionen im Wissenschafts- und Kulturbetrieb<\/li>\n<li>Feministische Perspektiven auf Kanon und Kritik: Dekonstruktion, Re-Lekt\u00fcren, (Nicht-)Anerkennung; Ambivalenzen von Wiederentdeckung und Repr\u00e4sentation, \u201efemale gaze\u201c<\/li>\n<li>Agency, K\u00f6rper, Subversion: Handlungsspielr\u00e4ume historischer wie gegenw\u00e4rtiger Akteurinnen; Strategien der Aneignung, Sichtbarmachung und Irritation hegemonialer Sichtweisen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Frage, wie wir Frauen sehen, einsch\u00e4tzen oder bewerten ist \u2013 historisch wie gegenw\u00e4rtig \u2013 nie neutral. Der Blick auf Louise von Anhalt, die sowohl von Zeitgenossen als auch von heutigen Betrachter:innen aus unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen und beurteilt wurde, soll zum Ausgangspunkt f\u00fcr eine interdisziplin\u00e4re und intersektionale Auseinandersetzung mit den Bedingungen von Sichtbarkeit, struktureller Voreingenommenheit und der Notwendigkeit eines ge\u00e4nderten, achtsameren und kritischeren Sehens werden.<\/p>\n<p>Formate und Beitragseinreichung: Willkommen sind Vortr\u00e4ge (bis 45 Minuten) aus den Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften, Kurzstatements und Impulse sowie Beitr\u00e4ge aus feministischer, queerer oder dekolonialer Perspektive.<\/p>\n<p>Bitte senden Sie ein Abstract (max. 300 W\u00f6rter) und eine Kurzvita (max. 150 W\u00f6rter) bis zum 15. August 2025 an: eva.labouvie@ovgu.de oder katja.kauer@unifr.chKontakt: eva.labouvie@ovgu.de oder katja.kauer@unifr.ch<\/p>\n<p>Quelle: HSozKult<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Katja Kauer (Univ. T\u00fcbingen) und Eva Labouvie (Otto-von-Guericke-Univ. Magdeburg) in Koop. mit dem B\u00fcro f\u00fcr Gleichstellung und Familie der OVGU Magdeburg Zeit: 27.-28.11.2025 Ort: Magdeburg Einreichfrist: 15.08.2025 Zum 275. 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