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Diskussion: Veronika Hösch und Georgia Holz: „Who brings the cake?“ Feministische Archivarbeit in der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) (8. F*GG LAB), 22.10.2026, Wien

8. F*GG LAB: Geschlecht historisieren. Frauen*- und Geschlechtergeschichte vernetzen: Reihe des Forschungsschwerpunktes F*GG der historisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät der Univ. Wien (Web)

Zeit: Do., 22.10.2026, 18.30 Uhr
Ort: Seminarraum 1, Institut für Zeitgeschichte, Universitätscampus, Spitalg. 2-4/Hof 1, 1090 Wien

1910 wurde die VBKÖ im Umfeld der ersten Frauenbewegung gegründet und 2004 richteten Künstlerinnen ein Archiv ein, um die Geschichte der Organisation zu dokumentieren (Web).
Zu Beginn des 20. Jhds. stellte die Gründung der Vereinigung einen wichtigen Meilenstein für die Interessenvertretung von Künstlerinnen dar, 1934 entschied der Verein jedoch, mit dem nationalsozialistischen Regime zusammenzuarbeiten. Erst in den 1990er Jahren, nach einem Vorstandswechsel, begann die Aufarbeitung von Kollaboration und Kontinuitäten nationalsozialistischer Einstellungen in der Nachkriegszeit. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die künstlerische Forschung in und mit dem Archiv. Viele Künstler*innen verstehen das Archiv als Raum für experimentelle, performative und spekulative Methoden und entwickeln Strategien, um Abwesenheiten, Anonymität und Leerstellen produktiv zu machen. Solche künstlerisch-forschenden Arbeiten können alternative und bislang ungeschriebene Geschichten in Archive und Sammlungen einschreiben. Gerade hier können die Künstler*innen neue Impulse für die Kunst- und Geschichtswissenschaften setzen. Die Diskussion gibt einen Einblick in die ambivalente Geschichte der Vereinigung und diskutiert die aktuelle künstlerische Arbeit in und mit dem Archiv.

Anschließend: Café Merkur, Florianig. 18, 1080 Wien – ca. 5 Min Fußweg entfernt.

Veronika Hösch ist Künstlerin, Georgia Holz Kuratorin/Kunsthistorikerin. Beide gehören zum Archiv-Team der VBKÖ (Web)

F*GG LAB: Geschlecht historisieren. Frauen*- und Geschlechtergeschichte vernetzen: Wir freuen uns über das Kommen aller, die Interesse an einer Historisierung von Continue reading

Vortrag: Karen Hagemann: Vergessene Soldatinnen. Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600, 07.10.2026, Wien

Bild John Faber - Hannah Snell, britische Soldatin (1723–1792) - Quelle Wikimedia Commons

 Heeresgeschichtliches Museum (HGM) (Web)

Zeit: 07.10.2026, 18.00 Uhr
Ort: HGM, Arsenal 1, 1030 Wien
Anmeldung (Web)

Die oft vergessene Rolle von Frauen in den europäischen Kriegen vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg: Kriege wurden meist von Männern begonnen, aber ohne die Unterstützung von Frauen konnten sie nicht geführt werden. Auch in den europäischen Streitkräften dienen Frauen seit Jahrhunderten. Die Historikerin Karen Hagemann, emeritierte Professorin der Univ. of North Carolina at Chapel Hill und Autorin von „Vergessene Soldatinnen. Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600“ (2026), diskutiert in ihrem Vortrag den militärischen Einsatz von Frauen sowie deren Erfahrungen und Erinnerungen. Sie spannt dabei den Bogen vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Zweiten Weltkrieg.

  • Karen Hagemenn: Vergessene Soldatinnen: Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600, Berlin: Suhrkamp 2026 (Web)

Eintritt frei nach Anmeldung. Bitte weisen Sie Ihren QR-Code beim Einlass vor.

Feier: 20-Jahre Mag./MA Gender Studies an der Universität Wien, 08.10.2026, Wien

Referat Genderforschung der Univ. Wien (Web)

Zeit: 08.10.2026, 16.00-22.00 Uhr
Ort: Sky Lounge, Oskar-Morgenstern-Platz 1, 1090 Wien
Anmeldung (Web)

Programm (Web)

  • 16.00 Uhr: Beginn & Grußworte: Sebastian Schütze (Rektor), Petra Danecker (Vizedekanin für Lehre, Fakultät für Sozialwissenschaften), Ulli Mayer (Genderplattform), Boka En (Österreichische Gesellschaft für Geschlechterforschung)
  • 16.20 Uhr: Stand-up-Comedy-Set | Moderation: Denice Bourbon
  • 16.30 Uhr: Kurzer Vortrag zum MA Gender Studies von Sabine Grenz
  • 16.45 Uhr: Paneldiskussion: Anfänge des Magisterstudiums mit: Nikolaus Benke, Marlen Bidwell-Steiner und Katharina Wiedlack | Moderation: Andrea Braidt
  • 17.10 Uhr: Pause
  • 17.40 Uhr: femchor
  • 18.15 Uhr: Studentischer Block
  • 18.30 Uhr: Paneldiskussion: Zur Zukunft der Geschlechterforschung an der Uni Wien mit: Sabine Grenz, Elisabeth Holzleithner, Katharina Stornig und Claudia Wilhelm | Moderation: Andrea Seier
  • ab 19.10 Uhr: Musik, Essen & Getränke

Quelle: Female-l

Symposium: Ohne Frauen kein Aufstand. Über die Zukunft der vergessenen Revoluzzerinnen, 03.10.2026, Gmunden

Kunst- und Kulturfestival communale oö (Web)

Zeit: 03.10.2026, 10.00 Uhr
Ort: Seeschloss Ort, Gmunden

Mit Beiträgen von Veronika Helfert, Lisa Hofer-Falkinger, Elke Zobl und Christine Eder

Ausgehend vom 17. Jhd. werden Widerstandsformen von Frauen aus verschiedenen Epochen und Perspektiven identifiziert und diskutiert. Ziel ist es, Ansätze zu finden, um weibliche Zivilcourage nachhaltig an künftige Generationen weiterzugeben. Die diesjährige Ausgabe der „communale oö“ widmet sich einem zentralen Kapitel der Landesgeschichte: dem Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626. Auf vielfältigste Weise wird das Thema quer durch die Region aufgearbeitet werden – von den Wurzeln der Vergangenheit ausgehend, sich weit in die Gegenwart und Zukunft verzweigen. Mut, Freiheit und Widerstand stehen dabei als die großen Schlagworte der Zeit auch nach 400 Jahren im Fokus. Belegt und geprägt durch Einzelschicksale von Männern, erzählt in Heldenmythen, bleiben diese Narrative oft bis heute unhinterfragt.
Auch die „communale oö“ will unter dem Stichwort „’Gedenken‘ Raum für Erinnerungen, das Bewahren von Geschichte und Brauchtum sowie Reflexion“ geben. Was allerdings bewahren, wenn man im kollektiven Gedächtnis Europas kaum vorkommt? Wenn Frauen damals wie heute von Mitbestimmung ausgeschlossen werden und ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit unsichtbar bleibt? Widerstand war und ist weiblich. Ohne HERstory gibt es keine vollständige HIStory. Von den Bauernkriegen über die Französische Revolution bis zur „Woman, Life, Freedom-Bewegung“ – Frauen waren und sind in historischen Umbrüchen unverzichtbare Akteurinnen: als Anführerinnen, Organisatorinnen, Komplizinnen, Rebellinnen. Sie riskierten und riskieren ihr Leben im Kampf um politische Mitsprache und religiöse Selbstbestimmung. Dennoch ist ihr Beitrag kaum im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.
Das interdisziplinäre Symposium „Ohne Frauen kein Aufstand“ holt sie aus dem Schatten und rückt weiblichen Protest und Aktivismus ins Rampenlicht. Denn: „Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft.“ (George Orwell) Ausgehend vom 17. Jhd. erörtert das Symposium am Vormittag Widerstandsformen von Frauen aus verschiedenen Epochen. Der Nachmittag widmet sich v. a. mit Workshops dem Ziel, Wege zu finden, um weibliche Zivilcourage nachhaltig an künftige Generationen weiterzugeben.

Als Expertinnen mit dabei sind: Continue reading

Lecture: Jelena Tešija: „East and West“ Together? The International Co-operative Women’s Guild Amid Cold War Divisions, 14.10.2026, Vienna and virtual space

Institut für Geschichte der Univ. Wien: Reihe „Geschichte am Mittwoch“ (Web) in Koop. mit „fernetzt. Junges Forschungsnetzwerk Frauen- und Geschlechtergeschichte“ (Web)

Zeit: 14.10.2026, 18.30 s.t.-20.00 Uhr
Ort: Univ. Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien, Hörsaal 30 – und virtueller Raum

The co-operative movement stood out within the international socialist labor movement for its ideologically mixed membership and for collaboration between social democrats and communists during the interwar and post-World War II periods. This lecture examines the post-World War II history of the International Co-operative Women’s Guild (ICWG), an international women’s labor organization founded in the early 1920s to represent working-class housewives and address issues such as peace, co-operative economics, and unpaid reproductive labor. It explores how Cold War divisions shaped relationships within the ICWG and affected its overall organizational politics and dynamics. The analysis emphasizes how co-operative women with differing ideological positions, including those from socialist Yugoslavia who did not align with either „bloc“, managed tensions and fostered collaboration within the ICWG.

Moderation: Veronika Helfert

Jelena Tešija (Zagreb) is a PhD candidate at CEU in Vienna, specializing in gender and labor history. Her dissertation examines the complex dynamics between social democrats and communists within the International Co-operative Women’s Guild from the 1920s to the 1960s. She has been working as a research assistant at the Institute of Contemporary History in Ljubljana.

Online-Zugang: https://univienna.zoom.us/j/67020915384?pwd=EEPfQMpYE13aoEZYcYiSRp8vDs93HC.1

Workshop: VERMÖGEN – VERWANDTSCHAFT – GESCHLECHT. Ansätze zur Erforschung sozialer Organisation in der Neuzeit, 08.-09.10.2026, Wien

Abschluss-Workshop des Projekts „Adelige Geschwister. Vermögensarrangements und soziale Konfigurationen“; Margareth Lanzinger, Claudia Rapberger und Florian Andretsch (Web)

Zeit: 08.-09.10.2026
Ort: Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univ. Wien, Apostelgasse 23, Dachgeschoss, 1030 Wien

Programm (PDF)

Do., 08.10.2026

  • 14:00 Uhr: Eintreffen & Begrüßung
  • 14:15 Uhr: Margareth Lanzinger, Florian Andretsch & Claudia Rapberger (Wien): Einführung
  • Kommentatorin: Michaela Hohkamp, Chair: Florian Andretsch
  • 14:30 Uhr: Janine Maegraith (Cambridge): Namen, nicht (nur) Zahlen. Einblicke in eine ländliche Ökonomie und deren soziale Verflechtung
  • 16:00 Uhr: Matthias Donabaum (Wien): Der Preis der Verwandtschaft: Vermögensweitergabe in Niederösterreich ca. 1700-1800
  • 17:00 Uhr: Nina Ošep (Ljubljana): Unmarried Siblings and Universal Heirs. Family Inheritance and Retirement Provision on Alpine Farms in Luče and Solčava in the Second Half of the 18th Century
  • 19:00 Uhr: Abendessen

Fr., 09.10.2026

  • Kommentatorinnen: Julia Heinemann & Michaela Hohkamp, Chair: Magdalena Gärtner
  • 09:30 Uhr: Julia Gebke (Wien): Schuldenfalle Kaiserin? Maria von Spanien als Bittstellerin bei ihrem Bruder Philipp II
  • 11:00 Uhr: Susanne Betz (Wien): „Freundtliche herzliebste Frau Schwester…“. Geschwisterbeziehungen am Grazer Hof, ca. 1550-1750 Continue reading

Bookdiscussion: Karen Hagemann: Forgotten Soldiers: Women, the Military and Wars in Europe since 1600, 05.10.2026, virtual space

The Research Network on „Military, War and Gender/Diversity“ (MKGD) Online Research Colloquium (Web)

Time: 05.10.2026, 4:00-6:00 pm CET (10:00 am-12:00 pm EST)
Venue: Virtual space – via Neubiberg

In times of war, women have served in European armed forces for hundreds of years, as camp followers, soldiers’ wives, nurses, military auxiliaries, female soldiers or partisans. Yet their history has been largely forgotten. The book takes a comparative look at the military deployment of women and how it changed between the beginning of the Thirty Years’ War and the end of the Second World War, focusing on Europe and selected colonial and imperial conflicts. It describes the war experiences of these women, how they were perceived at the time, and their place in the collective memory of war. The book argues that wars in history have rarely been fought without female support. It makes visible these women as the „forgotten female soldiers“ of military and war history.

Comment: Michael Geyer (Univ. of Chicago)

Moderation: Isabel Heinemann (Ludwig Maximilian Univ. Munich / Leibniz Institute for Contemporary History)

  • Karen Hagemenn: Vergessene Soldatinnen: Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600, Berlin: Suhrkamp 2026 (Web)

Karen Hagemenn is James G. Kenan Distinguished Professor of History and Adjunct Professor of the Curriculum in Peace, War, and Defense at the Univ. of North Carolina at Chapel Hill. Together with Stefan Dudink and Sonya O. Rose, she is editor of The Oxford Handbook of Gender, War and the Western World since 1600 (Oxford University Press 2020).

Zoom URL: Continue reading

Tagung: Kindheit als sozial- und kulturhistorisches Phänomen, 22.-23.10.2026, Děčín

Regionalmuseum in Děčín, S. O. und Schloss Weesenstein, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen GmbH (SBG) (Web)

Zeit: 22.-23.10.2026
Ort: Městská knihovna (Stadtbibliothek) Děčín

Programm (Web) | (PDF)

Panels: Das Kind der adeligen Familie  | Das Kind und das Netz familiärer Beziehungen | Kindheit auf dem Lande | Kinder unter Schutz | Kindheit zwischen Ideologie und Alltag | Kind und Schule | Kinder und Krieg | Kindheit aus der Perspektive musealer Praxis

Die Konferenz untersucht die Entwicklung der Kindheit von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart in einem breiteren gesellschaftlichen und kulturellen Kontext: Die moderne Vorstellung vom Kind als geschütztem, unschuldigem Wesen mit einer eigenen, spezifischen Welt, die wir heute als selbstverständlich ansehen, ist in Wirklichkeit ein relativ neues Phänomen. Dieses Konzept ist eng mit den Modernisierungsprozessen seit dem 18. Jahrhundert, dem Aufstieg der Kernfamilie und der Entwicklung der institutionalisierten Erziehung verbunden. Insbesondere im 19. und 20. Jhd. wurde die Kindheit zu einem zentralen Thema der öffentlichen Debatte, als Staat und Gesellschaft begannen, sich das Kind nach und nach als Objekt der Fürsorge, der Kontrolle und als Gegenstand entscheidender Investitionen in die Zukunft „anzueignen“. Aus wissenschaftlicher Sicht wurde dieser Bereich maßgeblich durch die umstrittene These von Philippe Ariès über das Kind als „kleinen Erwachsenen“ in vormodernen Zeiten beeinflusst, die bis heute die Fachwelt spaltet.
Ziel der Konferenz ist es, die Kindheit als dynamisches Phänomen der Kultur- und Sozialgeschichte darzustellen und eine interdisziplinäre Diskussion über Forschungsmethoden, die Interpretation von Quellen sowie die Möglichkeiten der Nutzung dieser Erkenntnisse in der akademischen Praxis, in Museen, Galerien und der Öffentlichkeitsarbeit anzustoßen.

Die Konferenz findet im Rahmen des Projekts Interreg Sachsen – Tschechien „Kindheit und Erziehung bei Adel und Bürgertum aus historischer Perspektive“ statt (Nr.: 100750961).

Quelle: HSozKult (Web)

Buchpräsentation: Andreas Wilkens: Hilda Monte. Entdeckung einer europäischen Widerstandskämpferin, 22.10.2026, Wien

Institut Historische Sozialforschung (IHSF) der AK Wien und Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA) (Web)

Zeit: 22.10.2026, 18:30 Uhr
Ort: VGA, Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien
Anmeldung bis 21.10.2026 (Web)

Hilda Monte – geboren 1914 in Wien, aufgewachsen in Berlin – ist eine neu zu entdeckende europäische Widerstandskämpferin. Zum einen schrieb sie seit jungen Jahren gegen die NS-Barbarei, zum anderen übernahm sie nach 1933 gefährliche Verbindungsmissionen für den Widerstand „vor Ort“. Ihre letzte Mission für den österreichischen Widerstand nach Vorarlberg wurde ihr am 17. April 1945 zum Verhängnis. Ihr Buch „The Unity of Europe“ aus dem Jahr 1943 ist ein spektakuläres und klarsichtiges Plädoyer für eine demokratische und soziale europäische Gemeinschaft in der Nachkriegszeit. Als Sozialistin mit enger Verbindung zur Gewerkschaftsbewegung setzte sie ihre Hoffnung auf „die Europäer von morgen“.

  • Andreas Wilkens, Mit dem Leben bezahlt. Hilda Monte, eine Europäerin im Widerstand. Biografie, Lukas Verlag, Berlin 2025 (Web)
  • Hilda Monte, „Die Einheit Europas“ und andere Schriften (Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Bd. 6 und 7), hg. von Andreas Wilkens, Lukas Verlag, Berlin 2025 (Web)

Andreas Wilkens war bis 2025 Professor für Zeitgeschichte an der Univ. de Lorraine in Metz. Forschungsthemen: die deutsche Frage im Ost-West-Konflikt, Geschichte der europäischen Integration, Aspekte des Widerstandes gegen die NS-Diktatur.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Tagung: Vergeschlechtlichung und Technik: Interdisziplinäre und feministische Perspektiven auf Lern- und Bildungsdiskurse, 19.-20.11.2026, Darmstadt

Laura Kurz, Emmy-Noether-Forschungsgruppe „Ko-Konstruktionen von Lernen und Technik. Zum Wandel von ‚Lernsubjekten‘ im 20. Jahrhundert“, Institut für Geschichte, Technische Univ. Darmstadt (Web)

Zeit: 19.-20.11.2026
Ort: Technische Univ. Darmstadt

Dass es zwischen Technologie und Vergeschlechtlichungen einen Zusammenhang gibt, ist seit allerspätestens den 1990er Jahren wissenschaftlicher Konsens. Auch ist seit dem Aufkommen von computergestütztem Lernen deutlich hervorgetreten, dass Technologie-Zugänge und -Vertrautheit (bzw. der Mangel dieser), gesellschaftshistorisch gewachsene Rituale wie die Vergeschlechtlichung technischer Skills und Nutzungspraktiken sowie der ideologische Betrachtungswinkel der Technik selbst allesamt Ungleichheiten (re-)produzieren können.
Mit dem Sputnik-Schock tritt der Computer als potenzieller Teil der schulischen und universitären Bildung erstmals auf den Plan, wenn auch in geringer Auflage. Vom schulischen EDV-Unterricht bis hin zu Universitäten verbreiten sich Computer ab den späten 1970er Jahren inkrementell und werden ein zunehmend wichtigeres, heute schwer wegzudenkendes Werkzeug. Über die Nachkriegsgeschichte hinweg entstehen im deutschsprachigen Raum verschiedene bildungs- und technikbezogene Diskurse wie das „katholische Arbeitermädchen vom Lande“ oder die „weibliche Technikangst“. Diese Diskurse bringen bestimmte Narrative in Bezug auf Geschlecht, Bildung und Lernerfahrung sowie Technik hervor, die in (Pfad-)Abhängigkeiten zu zukünftigen politischen und Bildungsmaßnahmen führen. Gleichzeitig bestimmen jene Dynamiken, Relationen und Diskurse die Wahrnehmung dessen, was unter Bildung, Technik, Geschlecht und Lernen verstanden wird. Verschiedene Akteur:innen spielen dabei eine Rolle in der Art und Weise und dem Umfang der Verbreitung von Technologien. Als Akteur:innen sind Schulen, Kommunen, Ministerien, Politiker:innen, Bürger:innen-, Schüler:innen- und Student:inneninitiativen und -proteste, Computerhersteller und nicht zuletzt Forschende und Forschungsgruppen an auf das Lernen bezogenen Technologie-Diskursen beteiligt. Sie produzieren dabei Narrative, die beeinflussen, in welcher Art und Weise über Technik, Geschlecht und Wissen(spraktiken) diskutiert wird.
Die Tagung zielt thematisch auf die Ko-Konstruktion vergeschlechtlichter Continue reading