Fakultätszentrum für transdisziplinäre historisch-kulturwissenschaftliche Studien an der Univ. Wien; Wissensgeschichte der Medizin und Biowissenschaften (Web)
Zeit: 17.06.2026, 13:15-14:45 Uhr
Ort: Univ. Wien, Hauptgebäude, Hörsaal 5, Universitätsring 1, 1010 Wien
Der Vortrag nimmt den Uterus als Denkfigur in den Blick und fragt, wie mittelalterliche jüdische Texte ihn zwischen Schutzraum und Ort der Einhegung und Einengung entwerfen. Anhand rabbinischer, medizinischer und mystischer Quellen untersucht er Bilder dieses besonderen Organs als Haus, Behälter oder Kammer, verfolgt aber auch damit verbundene Vorstellungen von Einschluss, Kontrolle und Bedrohung. Der Vortrag lädt dazu ein, über Körper, Raum und Geschlecht im mittelalterlichen Judentum gemeinsam nachzudenken. Im Zentrum steht dabei weniger eine fertige Antwort als die Frage, was diese Metaphorik über Vorstellungen von Weiblichkeit, Körperordnung, Fortpflanzung und religiös-kultureller Zugehörigkeit verrät, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Kerstin Mayerhofer promovierte im Fach Judaistik an der Univ. Wien mit einer Dissertation zum Motiv der jüdischen männlichen Menstruation im mittelalterlichen christlichen Antisemitismus. Eine auf der Dissertation basierende Monographie mit dem Titel Queer Blood ist bei ARC Humanities Press unter Vertrag. Wissenschaftliche Stationen führten über die Univ. Wien und das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) in Wien, an die Univ. von St Andrews sowie an die Hebräische Univ. Jerusalem. Derzeit ist Kerstin Mayerhofer als Postdoc-Assistent:in am Institut für Judaistik der Univ. Wien tätig. Kerstins Forschungsschwerpunkte umfassen die Kulturgeschichte der Menstruation in der jüdisch-christlichen Welt sowie die Geschichte von Geschlecht, Queerness und race, mit einem besonderen Fokus auf das Mittelalter.
The talk is open to all interested, no registration required. More on the History of Medicine and the Biosciences Website (Web)
Quelle: FSP Newsletter 3rd 2026 Summer, Wissenschaftsgeschichte mailing list

7. F*GG LAB: Geschlecht historisieren. Frauen*- und Geschlechtergeschichte vernetzen: Reihe des Forschungsschwerpunktes F*GG der historisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät der Univ. Wien
Frauenstudienzirkel
QWien. Zentrum für queere Geschichte