Category Archives: Topic_Sorge|Care

Vortrag: Kerstin Mayerhofer: Zwischen Geborgenheit und Gefangenschaft: Zur metaphorischen Konstruktion des Uterus im mittelalterlichen jüdischen Denken, 17.06.2026, Wien

Fakultätszentrum für transdisziplinäre historisch-kulturwissenschaftliche Studien an der Univ. Wien; Wissensgeschichte der Medizin und Biowissenschaften (Web)

Zeit: 17.06.2026, 13:15-14:45 Uhr
Ort: Unvi. Wien, Hörsaal 5, Hauptgebäude, Universitätsring 1, 1010 Wien

Anhand rabbinischer, medizinischer und mystischer Quellen untersucht der Vortrag, wie mittelalterliche jüdische Texte den Uterus zwischen Schutzraum und Ort der Einengung entwerfen – als Haus, Behälter oder Kammer – und fragt, was diese Metaphorik über Vorstellungen von Weiblichkeit, Körperordnung und religiös-kultureller Zugehörigkeit verrät.

Kerstin Mayerhofer ist Postdoc-Assistent:in am Institut für Judaistik der Universität Wien. Ihre Monographie Queer Blood (ARC Humanities Press) erscheint in Kürze. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Kulturgeschichte der Menstruation sowie Geschichte von Geschlecht, Queerness und Race im Mittelalter.

The talk is open to all interested, no registration required. More on the History of Medicine and the Biosciences Website (Web)

Quelle: FSP Newsletter 3rd 2026 Summer, Wissenschaftsgeschichte mailing list

CfP: Freizeit und die Ambivalenzen sozialer Ordnung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (04/2027, Hamburg); bis: 20.07.2026

Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH); Professur „Geschichte der Gegenwart“, Historisches Seminars, Univ. Siegen (Web)

Zeit: 22.-23.04.2027
Ort: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Einreichfrist: 20.07.2026

Freizeit ist ein umkämpftes Terrain. Das gilt nicht erst seit den 1990er Jahren als etwa Helmut Kohl forderte, Deutschland dürfe kein „kollektiver Freizeitpark“ werden, oder erst seit der Rede über „Lifestyle-Teilzeit“. Bereits seit dem ausgehenden 19. Jhd. nahmen die Versuche zu, die nach und nach vermehrt freigesetzte Zeit zu reglementieren und zu gestalten. Darin war Freizeit zunächst eng an ihr Komplement – Arbeit – gebunden und blieb auch stets auf dieses Verhältnis bezogen. Im Verlauf des 20. Jhds. stand jedoch die Reproduktion der Arbeitskraft bald nicht mehr allein im Zentrum der ihr zugeschriebenen Funktionen. Vielmehr wurde Freizeit nun verstärkt als eigenständig relevant für kollektive wie individuelle Lebensqualität und als Chance zur Persönlichkeitsentfaltung verstanden. Freizeit, so eine These des Workshops, wurde auf diese Weise zu einem zentralen Ort der Genese, Aushandlung und Transformation der sozialen Ordnung.
In der zweiten Hälfte des 20. Jhds. war Freizeit folglich ein zentraler Teil und Gegenstand so divergierender Felder wie etwa der Konsumkultur und Warenästhetik, raum-, städte- und landschaftsplanerischer Prozesse, politischer und wissenschaftlicher Debatten, aber auch sich wandelnder Selbstverhältnisse und Körperpraktiken. Kurzum, Freizeit durchdrang zunehmend alle Lebensbereiche – sogar die Arbeit selbst. Das gilt im Allgemeinen sowohl für die sozialistischen als auch liberal-kapitalistischen Staaten Europas.
Der Workshop nutzt Freizeit in diesem umfassenden Sinne als Sonde, um die zweite Hälfte des 20. Jhds. in der deutschen sowie europäischen Geschichte zu vermessen. Diese Perspektive vermag es, Ambivalenzen und Widersprüche der in der zeithistorischen Forschung ausgemachten Zäsuren der jüngsten Vergangenheit sichtbar zu machen. In den 1950er Jahren war die reale Zunahme der Freizeit sowie ihre Antizipation im Automatisierungsdiskurs sowohl begleitet von einer kulturpessimistischen Kritik als auch einer technoutopischen Hoffnung der Befreiung von Arbeit. Einen derart hohen Zuwachs, wie mitunter erwartet, erfuhr Freizeit indes seit … weiterlesen und Quelle (Web)

Quelle: HSozKult (Web)

Gosteli-Gespräche 2026: Über Grenzen verbunden: Schweizerische Frauenbewegungen und ihre transnationalen Verflechtungen, 04.-05.06.2026, Zürich

Gosteli-Archiv Geschichte schweizerischer Frauenbewegungen und Schweizerisches Sozialarchiv Zürich (Web)

Zeit: 04.-05.06.2026
Ort: Univ. Zürich
Anmeldung bis: 31.05.2026

Schon die frühen Schweizer Frauenbewegungen waren von transnationalen Debatten beeinflusst und mit ihnen vernetzt. Schweizer Aktivist:innen nahmen an internationalen Konferenzen teil, gründeten Organisationen, die über Grenzen hinweg wirkten, und knüpften an feministische Kämpfe in anderen Regionen an. Dabei wurde nicht nur transnationales Wissen rezipiert, sondern auch eigenständige Impulse in internationale Diskurse eingebracht und der Austausch von Erfahrungen, Ideen sowie Strategien gepflegt.
Die Gosteli-Gespräche 2026 fokussieren die Verflechtungen, Übersetzungsprozesse und Spannungen zwischen schweizerischen Frauenbewegungen und transnationalen Feminismen.

Programm (PDF)

Panels: Orte und Begegnungen – lieux et rencontres – Places and Encounters | Grenzen und Zusammenschlüsse – Frontières et alliances | Arbeit und Ökonomie – Travail et économie | Biografien und Ideen – Biographies et idées

Keynote von Rita Segato (Prof. em. Univ. Brasília, Gastprofessorin em. Princeton Univ.)
Moderation: Isis Giraldo

Quelle: HSozKult (Web)

Talk: Alexandra Ghiț: Women and Austerity in Interwar Bucharest: A Gendered Social Question?, 11.06.2026, Vienna

7. F*GG LAB: Geschlecht historisieren. Frauen*- und Geschlechtergeschichte vernetzen: Reihe des Forschungsschwerpunktes F*GG der historisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät der Univ. Wien (Web)

Time: 11.06.2026, 19.00 Uhr
Venue: RECET festival tent, Campus of the University of Vienna („Altes AKH“), Spitalg. 2-4/Hof 1, 1090 Wien

Alexandra Ghiţ’s book ‚Welfare Work Without Welfare‘ (De Gruyter, 2025) (Web) argues that women activists, workers, and homemakers in the Romanian capital Bucharest ensured others‘ well-being in the interwar period through their „austerity welfare work“. The book offers a novel interpretation of state-society relations after the First World War, showing that unpaid labor and gender relations were crucial in responding to economic crisis in an Eastern European urban setting and beyond. ‚Welfare Work Without Welfare‘ contributes to the historicization of social reproduction work and the rethinking of the history of welfare states.

Programme
– Introduction by Alexandra Ghiţ and a commentary by Manca G. Renko
– Panel discussion with Alexandra Ghiţ and Manca G. Renko moderated by Johanna Gehmacher
– Afterwards: Drinks and snacks at the RECET festival tent

Alexandra Ghiț is a researcher in the „History of Feminist Political Thought and Women’s Rights Discourses in East Central Europe 1929-2001 (HERESSEE)“ project at the Univ. of Vienna (Web)

F*GG LAB: Natascha Bobrowsky and Paula Lange (Organisers F*GG LAB), Johanna Gehmacher and Dietlind Hüchtker (Speakers FSP und Doc-School Cluster F*GG)

CfP: Femi(ni)zid (Publikation); bis: 01.09.2026

Fem*Fém 72 (Web) in Zusammenarbeit mit NADIA BRÜGGER (StopFemizid)

Einreichfrist: 01.09.2026

129 Femi(ni)zide. So viele patriarchale Morde hat das Rechercheprojekt StopFemizid in der Schweiz seit 2020 erfasst (Stand: 25.2.2026). In der Schweiz gibt es nach wie vor keine offizielle Stelle, die Femizide aufzeichnet und analysiert. Die massive alltägliche Gewalt, welcher Frauen und queere Menschen ausgesetzt sind, ist in den vergangenen Jahren dank feministischer Grundlagenarbeit erneut verstärkt zum Thema gemacht worden. Die Begriffe «Femizid» und «Feminizid» werden innerhalb aktivistischer wie wissenschaftlicher Kreise verwendet, um Tötungsdelikte an Frauen insbesondere im Kontext von Gewalt in heterosexuellen Paarbeziehungen präzise zu benennen und auf deren politische Dimension hinzuweisen. Femi(ni)zide sind dabei nur die «Spitze des Eisbergs» der geschlechtsspezifischen Gewalt. Tötungen von Frauen geschehen in einer gesellschaftlichen Atmosphäre, die patriarchale Gewalt ermöglicht und befördert. Dem binären Geschlechterverhältnis nach, das Weiblichkeit abgrenzt und abwertet, ist Männergewalt an Frauen kein Fehler im System, sondern einer der zentralen Pfeiler des kapitalistischen Patriarchats.
Die feministische Bewegung Ni Una Menos (dt. «Nicht eine weniger») kämpft gegen Femi(ni)zide und formuliert gleichzeitig eine Utopie der Gewaltfreiheit für alle Menschen. Dafür braucht es eine grundlegende Veränderung unserer Wirtschafts-, Lebens- und Beziehungsweisen und eine feministische Antwort auf den Umgang mit Körpern, Kapital und Boden. Wir wollen folgende und weitere Forschungsfragen anregen: Welche (queer-)feministischen und intersektionalen Analysen braucht es heute, um Femi(ni)zide in ihrer Tragweite für die Gesellschaft zu verstehen? Welche Methoden und Ansätze halten explizit antirassistische, abolitionistische und transfeministische Analysen bereit, an die wir anschliessen können? Welche Begrifflichkeiten bieten sich für die präzise Analyse von Femi(ni)ziden besonders an? Welche Strategien sind zu wählen, um dem «Krieg gegen Frauen» (Verónica Gago) auch und gerade in Zeiten antifeministischer Backlashs und faschistischer Tendenzen entschlossen und kollektiv entgegenzutreten? Weiterlesen … (PDF)

Quelle: GenderCampus (Web)

Book Presentation: Anna Di Lellio and Garentina Kraja: The Strongest Link: An Oral History of Wartime Rape Survivors in Kosovo, 19.05.2026, Vienna

Fachbibliothek Zeitgeschichte, Institut für Zeitgeschichte der Univ. Wien: Reihe „*at the Library“ (Web)

Zeit: Di., 19.05.2026, 18:30 Uhr
Ort: Fachbibliothek Zeitgeschichte, Campus der Univ. Wien, Spitalg. 2-4, Hof 1, 1090 Wien

Programm

  • Begrüßung: Markus Stumpf | Fachbibliothek Zeitgeschichte, Univ. Wien
  • Einleitende Worte: Zsófia Lóránd | Institut für Zeitgeschichte, Univ. Wien
  • Buchvorstellung: Anna Di Lellio | Soziologin, Journalistin
  • Podiumsdiskussion: Anna Di Lellio | Soziologin, Journalistin, Elissa Helms | Central European Univ., Wien, Elife Krasniqi | Institut für Geschichte, Univ. Graz
  • Im Anschluss Brot und Wein

From February 1998 until June 1999, a war between the forces of the Federal Republic of Yugoslavia and the separatist Kosovo Liberation Army ravaged Kosovo. The counterinsurgency quickly turned into a state-led campaign of ethnic cleansing that resulted in the killing, deportation, and rape of thousands of Albanian civilians. While it is estimated that over 20,000 women were victims of sexual violence during the war, for nearly two decades after its end, few survivors have come forward to publicly discuss what they endured.
In The Strongest Link, Anna Di Lellio and Garentina Kraja aim to break that silence by presenting an oral history of women who survived weaponized rape during the Kosovo War. In their own voices, twenty women describe the war’s terror, as well as the nightmares that still haunt them today. Through these narratives, readers are given a glimpse into what it’s like to be a woman whose life has been altered and undone by a violent regime, war, and patriarchal rules. We see how these women suffered, but also how they exhibited immense bravery and an unflagging dedication to their families and communities.
Di Lellio and Kraja contextualize these narratives within a history of state repression, ethnic cleansing, and lack of justice. By weaving these women’s stories together and placing them within a chronological storyline, these stories can be read as one might listen to a choir: Each woman’s unique voice and story can be heard, but their power lies in a shared song, a story of courage and strength. Continue reading

CfP: Health Feminism and Anti-Gender Politics: Knowledge, Body Politics and Reactions in a Historical Perspective (Publication); by: 15.05.2026

CA23149 „Democratisaton at Stake? Comparing Anti-Gender Politics in CEE and NME“ (Web); Ewelina Wozniak-Wrzesinska (Web), Heidi Hein-Kircher (Web), and Isabel Heinemann (Web)

Proposals by: 15.05.2026

Within the frame of Cost Action CA23149 “Democratization at Stake? Comparing Anti-Gender Politics in Central East Europe and the Near and Middle East”, we aim at compiling a special issue on Health Feminism and Anti-Gender Politics: Knowledge, Body Politics and Reactions in a Historical Perspective.
Starting in the late 1960s, health books and other publications written ‘by women for women’, the practice of self-examination and the concept of women’s health centres stimulated demands for better and women-centred health care. This new focus on women’s health emerged as a transnational phenomenon from “Western” women’s movements to socialist feminism beyond the Iron Curtain, Hence, health issues stand at the core of feminist mobilization as well as they stand at the core of anti-gender mobilizations as the current refusals of gender-related medicine by antiliberal actors show. This issue wants to historicize and discuss these observations from an interdisciplinary perspective.

Contributions may address questions such as:
– The role of the state, medical experts, and clergy as gatekeepers
– Which aspects have played a role in these discourses, and why and when?
– Target groups and audiences of both feminist and anti-gender mobilizations
– Health knowledge and expertise: How was knowledge about the body, reproduction, contraception and sexuality produced, mediated and legitimized? Which counterreactions did this knowledge provoke?
– Which persons were considered experts? Who was mobilized and allowed to become a broker of such knowledge and broker of related anti-gender moblizations?
– The counter-reactions, for example anti-abortion movements.

The special issue will be submitted to an internationally renowned journal with a Continue reading

CfP: Historical Perspectives on Childhood, Children and Their Rights in 20th Century East Central Europe (Publication); by: 31.05.2026

Heidi Hein-Kircher, Martin Opitz Library, Herne (Web) and Ieva Balciune, Institute for Lithuanian History, Vilnius (Web)

Proposals by: 31.05.2026

In 1924, the Geneva Declaration on the Rights of the Child addressed for the first time all the nations of the world to affirm the duty of States and individuals to systemic care for children. The Declaration set out 5 points covering aspects of: children’s physical and mental health, safety, support, and the development and fulfillment of their talents and abilities. 100 years after the Declaration, the editors of a planned publication invite to explore the development and implementation of the law of children and childhood protection, everyday practices, issues and challenges from the perspective of social history with a focus on East Central Europe.
Since the demographic revolution of the late 19th century, the view of the relation between families children and states had changed dramatically. Children were seen as a crucial element of the state’s power, and their position in their families became a topic of public interest. Children were topics of family politics and of social engineering and nationalizing projects as well as of ideologization. These aspects have become of research interest lately. So, children’s and childhood history has become a recent trend in historiography, combining family, social and political history. Nevertheless, Eastern Europe and the Baltic Sea region seem to be under-researched in this respect.
Acknowledging the 100 years anniversary of the Declaration in 2024 seems to be a great incentive for stimulating further research, we aim at taking an interdisciplinary and retrospective look at the theoretical and practical dynamics of these processes and the resulting development of children’s rights policies in a comparative perspectivies in the Baltic Sea region and Eastern Europe.

We expect proposals discussing e.g.
– national experiences
– ethnic, gender and other minorities’experiences
– war experiences and occupation experiences
– socialist experiences
– times of disptures and transitions Continue reading

Conference: Gender & Violence. Power Dynamics and their Representations, 19th-21st Centuries, 20.-22.05.2026, Roma

German Historical Institute Rome; German Historical Institute Washington D.C.; Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg; LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster (Web)

Time: 20.-22.05.2026
Venue: Roma
Registration: 17.05.2026

Femicide, sexualised violence in war zones, mass shootings, #MeToo: Questions regarding the links between gender and violence are not only a near-constant focus of the German media. Particularly with the rise of social media, debates on the interplay between gender and violence have come to shape the everyday life of the global community. However, the saturation of public discourse with gender-specific narratives regarding the legitimacy or illegitimacy of physical assaults is by no means, according to the basic premise of this conference, exclusively a contemporary phenomenon. Rather, it can be traced back at least to the 19th century and the spread of popular print media, as well as to the simultaneous rise in the significance of the human sciences in explaining deviant behaviour. The focus is on the interpretation of certain behaviours as ‘violent’ or ‘non-violent’, the associated gender hierarchies, and the establishment of legitimacy – for example, through media coverage, by law enforcement agencies or in court, but also in individual interpretation and memory.
Furthermore, the conference examines whether and in what ways debates on violence and gender interacted with other categories of social inequality, particularly race, religion and class. The proposed conference addresses the long history of public negotiations on gender and violence and the associated power dynamics, and raises, not least, the question of what role those affected by violence themselves played in these negotiation processes. The thematic scope of the research includes, among other things, the history of the representation of intimate partner violence, the evolution of forensic theories, violence perpetrated by women in colonial contexts, and the memory and legal interpretation of sexual offences.

Programme

Panels: Representing Intimate Partner Violence | Gendered Spaces – Gendered Violence? | Politics and Activism: Public Negotiations of Gender and Violence | Changing Legal Approaches to Gender and Violence | Male War, Female Peace? Gendered Violence within Military and Martial Contexts Harming which Bodies? | Intersecting Forms of Violence Continue reading

Szenische Lesung und Publikumsgespräch: Wien. Krankensaal 1945, 13.05.2026, Wien

Institut für Kulturwissenschaften (IKW) der ÖAW; Katja Geiger-Seirafi, Ina Markova und Johannes Feichtinger (Web)

Zeit: 13.05.2026, 18.00 Uhr
Ort: Theatersaal der ÖAW, Sonnenfelsg. 19, 1010 Wien
Anmeldung (Web)

Im vergangenen Jahr widmeten sich Katja Geiger-Seirafi, Ina Markova und Johannes Feichtinger im Projekt „Wien. Krankensaal 1945“ den Krankengeschichten von Patient:innen der Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie und Neurologie nach Kriegsende 1945 (Web): In den Krankensälen begegneten sich Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen: „Ausgebombte“, Angehörige Gefallener oder Vermisster, Kriegsheimkehrer und -versehrte, Widerstandskämpfer:innen, jüdische Überlebende, Zwangssterilisierte, vergewaltigte Frauen, Flüchtlinge sowie NSDAP-Mitglieder, die oft nach Selbstmordversuchen eingeliefert wurden. Ziel des Projekts war es, historische Forschung zur Nachkriegszeit, kulturelle Vermittlung und künstlerische Interpretation auf vielschichtige Weise zu verbinden.
In einer „Webapp“ können mehr als 50 individuelle Krankengeschichten nachgelesen werden (Web)

Programm (PDF)

  • Begrüßung: Johannes Feichtinger | IKW/ÖAW
  • Lesung aus Krankengeschichten nach einer Bearbeitung von Julia Jost: Maresi Riegner und Thiemo Strutzenberger | Burgtheaterschauspieler:innen
  • Publikumsgespräch: Elisabeth Brainin | Psychoanalytikerin, Katja Geiger-Seirafi | IKW/ÖAW, Julia Jost | Autorin, Eva Schörkhuber | Autorin, Thiemo Strutzenberger | Schauspieler
  • Moderation: Ina Markova | IKW/ÖAW
  • Anschließend kleiner Empfang

Das Projekt Wien. Krankensaal 1945 wurde im Rahmen des Stadt-Wien-Calls „Zeitgemäße Formen des Erinnerns, in memoriam Heidemarie Uhl“ gefördert.

Quelle: Newsletter des Insituts für Zeitgeschichte der Univ. Wien.